Überfülltes Flugzeug Russische Airline vergibt Stehplätze

Kein Sitzplatz mehr frei: Einen fünfstündigen Flug der russischen Tatarstan Airlines mussten sechs Passagiere im Stehen verbringen. Auf dem Weg nach Jekaterinburg geriet die überfüllte Boeing 737 sogar noch in Turbulenzen.


London - Sorry, wir haben nur noch Stehplätze für Sie: Die russische Fluggesellschaft Tatarstan Airlines hatte auf einem Flug von Antalya in der Türkei nach Jekaterinburg nicht genügend Sitze für ihre Passagiere. Laut Berichten der britischen "Daily Mail" mussten sechs der Fluggäste fünf Stunden lang in einer überfüllten Boeing 737 stehen.

Den Passagieren war kurz vor dem Abflug mitgeteilt worden, dass ihr eigentliches Flugzeug mit Platz für 148 Personen in letzter Minute durch eine Boeing 737 ersetzt worden sei - mit nur 142 Sitzen. Als sich einige der Reisenden beschwerten, hieß es, sie sollten eben ihre Kinder auf den Schoß nehmen - doch die Kinder waren dafür zu groß.

"Den Erwachsenen blieb nichts anderes übrig, als die gesamte Zeit im Flugzeug zu stehen", sagte ein Mitreisender. "Als die Maschine in Turbulenzen geriet, setzten sich die Menschen in den Gang. Dort gab es natürlich keine Sicherheitsgurte." Laut Berichten aus Moskau hatten die überzähligen Fluggäste auch keinen Zugriff auf Sauerstoffmasken oder Rettungswesten.

Stehplatz oder sieben Stunden warten

Ein Sprecher der Airline bestätigte laut "Daily Mail" den Vorfall, wollte aber keine Details bekanntgeben. "Wir können nicht bestreiten, dass dies unseren Kunden passiert ist", sagte er, "wir haben eigene Ermittlungen aufgenommen."

Viele Passagiere hatten den überfüllten Flug über den Veranstalter Anex-Tour gebucht. "Die Leute hatten die Wahl: Sie konnten das Flugzeug nehmen und stehen oder auf die nächste Maschine warten, die sieben Stunden später losgeflogen wäre", sagte Evgenia Federova, Managerin des Unternehmens. "Trotz der schlechten Bedingungen wollten alle Passagiere sofort fliegen."

Der Vorfall vom 24. September wurde bekannt, da die Betroffenen eine Entschädigung von umgerechnet rund 3500 Euro pro Person gefordert hatten. Das Reisebüro hatte ihnen jedoch lediglich rund 150 Euro pro Person geboten. Laut "Daily Mail" untersucht die Luftfahrtbehörde den Stehflug.

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