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Umfrage: Fluggäste wollen mehr Dialekt-Durchsagen

Werden Passagiere bei Air Berlin demnächst auf Kölsch, Sächsisch oder Fränkisch verabschiedet? Die schwäbische Durchsage einer Stewardess, die zum YouTube-Erfolg wurde, hat der Airline einige Sympathiepunkte eingebracht - und den Fluggästen die Hoffnung auf mehr Humor an Bord.

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DDP

Flugzeuge der Air Berlin: Bald mehr Lokalkolorit am Mikrofon?

Berlin - Bei der Fluggesellschaft Air Berlin könnte es in Zukunft Durchsagen in verschiedenen Dialekten geben. "Es bleibt unseren Flugbegleitern freigestellt, im Anschluss an ihre Sicherheitsdurchsagen in Deutsch und Englisch auch eine im Dialekt zu machen", sagte eine Sprecherin am Montag.

Eine Stewardess hatte auf einem Flug von Hamburg nach Stuttgart die Gäste auf Schwäbisch verabschiedet. Ein Passagier hatte die Durchsage mit dem Handy aufgenommen und anschließend bei dem Videodienst YouTube hochgeladen. Fast 600.000 Menschen hatten sich den Clip bis Montagnachmittag angesehen. Die Air-Berlin-Sprecherin sagte, die Aktion sei "durchweg positiv angekommen".

Pläne für regelmäßige Durchsagen dieser Art gibt es laut Sprecherin zwar nicht. Bei einer Umfrage auf der Facebook-Seite des Unternehmens wurden aber vor allem Kölsch, Fränkisch, Sächsisch und Berlinerisch gewünscht.

"Send se so freindlich und bleibed bidde so lang hogga bis des Lemble mit dem Gurt druff nemme leichded. (...) Mir hoffed, Ihne gfellds im Schwobaländle", hatte Stewardess Michaela Bahnmüller die Passagiere bei der Landung in Stuttgart verabschiede und ihnen gewünscht: "A gmüdliche Hoimfahrd, kommet se guad ens Neschd".

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Kladaradadsch in der Schadulla

"Das war eine relativ spontane Aktion", sagte sie der Online-Ausgabe der "Stuttgarter Zeitung". Sie habe mit einer Kollegin überlegt, auch mal eine Durchsage auf Schwäbisch zu machen. "In Hamburg müssen wir uns schließlich anstrengen, Hochdeutsch zu reden, damit uns die Fluggäste verstehen."

Bahnmüller verfällt nicht bei jedem Flug in ihre Muttersprache: "Wir machen diese Bordansage auch nur, wenn überwiegend schwäbische Fluggäste an Bord sind." Diese werden gewarnt: "Bassed se bidde uf, wenn se d'Schadulla öffned, dass ihne dr Kladaradadsch ned uf da Dätz fliagd." Vielleicht ist das ein Weg, damit die Passagiere den Ansagen und Sicherheitshinweisen wieder mehr Aufmerksamkeit widmen.

Bei immer wieder demselben Text, immer wieder denselben Vorführungen schalten Vielflieger gerne mal ab. Die Flugbegleiter anderer Airlines haben schon auf unterschiedliche Art versucht, für mehr Beachtung zu sorgen: mit rappenden und tanzenden Stewards oder einem Clip, in dem Kinder die Rollen der Piloten, Flugbegleiter und Passagiere übernehmen.

sto/dpa/dapd

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