Frankfurt/Main - Die Lufthansa fliegt den Flughafen von Tokio vorerst nicht mehr an. Die Flüge von Frankfurt am Main werden stattdessen nach Nagoya umgeleitet, die Maschinen aus München landen in Osaka, wie ein Sprecher des Konzerns am Dienstag sagte.
Lufthansa habe die Entscheidung "aus verschiedenen Gründen" getroffen. In beiden Städten seien ein "stabiler Flugverkehr und ausreichend Kapazitäten" gewährleistet, was in Tokio nicht mehr der Fall sei. Passagiere, die Tokio gebucht hätten, bringe die Lufthansa mit "alternativen Verkehrsmitteln" an ihr Ziel.
Die mögliche Gefahr durch Strahlung nach dem Unfall im Atomkraftwerk Fukushima sei nicht ausschlaggebend gewesen, aber in die Entscheidung "sicherlich eingeflossen", sagte der Sprecher. Die Flüge sollten nun bis Sonntag einschließlich umgeleitet werden. "Dann bewerten wir die Lage neu."
In Frankfurt wird die Maschine aus Tokio auch am Dienstag mit siebenstündiger Verzögerung gegen 21 Uhr erwartet. Der Flug Tokio-München soll gegen 22.55 Uhr landen, statt wie geplant um 17.35 Uhr. Es habe sich eine "Verspätungswelle" aufgebaut, erklärte der Sprecher. Grund sei die chaotische Lage rund um den Flughafen Tokio Narita, der rund 250 Kilometer südlich des havarierten Atomkraftwerks in Fukushima liegt. Passagiere benötigten wesentlich mehr Zeit als üblich, um zum Flughafen zu gelangen.
In Fukushima ereignete sich am Dienstag eine vierte Explosion, durch die zum ersten Mal die innere Schutzhülle eines Reaktors beschädigt worden sein könnte. Die Regierung in Tokio räumte erstmals einen "beträchtlichen" Anstieg der Strahlung um die Anlage ein.
Strahlenbelastungskontrolle für Japan-Rückkehrer
Japan-Reisende, die nach Deutschland zurückgekehrt sind, können in Nordrhein-Westfalen ab sofort eine kostenlose Untersuchung auf radioaktive Strahlenbelastung beim Düsseldorfer Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit (Liga) in Anspruch nehmen. Das Arbeitsministerium wies am Dienstag die Behörde an, die dafür notwendigen sogenannten Body-Counter vorrangig für diese Untersuchungen bereitzustellen.
Das Angebot richte sich in erster Linie an Hilfskräfte, die in Japan im Rettungsdienst oder im Katastrophenschutz tätig waren, aber auch an Touristen oder Geschäftsreisende, sagte ein Sprecher. Über eine der folgenden Telefonnummern kann eine Anmeldung erfolgen: 0211-3101-2432 oder - 2240/-2208/-2203. Neben der Liga stehen weitere Body-Counter in den Universitätskliniken Essen und Köln sowie im Forschungszentrum Jülich zur Verfügung.
"Die Katastrophe in Japan betrifft uns alle. Deshalb ist es der Landesregierung wichtig, vor allem den Rettungskräften aus Nordrhein-Westfalen, die in Japan erheblichen Risiken ausgesetzt waren, Hilfestellung zu bieten", sagte Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD).
abl/dapd/AFP
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