Umsturz in Ägypten Reiseveranstalter fürchten um ihre Existenz

Die meisten Touristen haben das Land verlassen, die Rückholaktion war ein Erfolg. Doch jetzt befürchten auf Ägypten spezialisierte Reiseunternehmen, ihr Geschäft aufgeben zu müssen. Rund 50 Unternehmen sollen gefährdet sein.

Soldaten in Gizeh: Für den Tourismus bedeutet die Krise enorme Einbußen
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Soldaten in Gizeh: Für den Tourismus bedeutet die Krise enorme Einbußen


Berlin - Seit Ausbruch der ägyptischen Revolution machen deutsche Urlauber einen großen Bogen um das Land - jetzt droht einigen auf Ägypten-Reisen spezialisierten Reiseveranstaltern die Pleite.

"Tag für Tag verliert Ägypten 30 Millionen US-Dollar im Tourismus, und die deutsche Tourismusindustrie verliert einen wichtigen Markt", sagte der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Ernst Burgbacher (FDP), am Samstag.

Existenziell gefährdet seien rund 50 mittelständische Reiseveranstalter, die auf Reisen nach Ägypten spezialisiert sind. Von den 35.000 deutschen Urlaubern, die zu Beginn der Unruhen in Ägypten dort ihre Ferien verbrachten, sind inzwischen mehr als 30.000 zurückgekehrt.

"Dieser Erfolg war durch die vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit von Reiseveranstaltern und Fluggesellschaften mit der Bundesregierung möglich. Dafür danke ich allen Beteiligten ausdrücklich", sagte Burgbacher.

Liberalismus oder Protektionismus?

Die Regierung will gemeinsam mit den Spitzenverbänden der Wirtschaft überlegen, wie sie Ägypten, Tunesien und anderen arabischen Ländern bei wirtschaftlichen Reformen helfen kann.

Wirtschaftsstaatssekretär Bernd Pfaffenbach betonte: "Es ist noch offen, wohin der Weg der Wirtschaftspolitik in diesen Ländern geht - in Richtung Liberalismus oder Protektionismus."

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hat einen Zehn-Punkte-Aktionsplan erarbeitet, um die wirtschaftlichen Interessen Deutschlands in der Krisenregion zu schützen.

Derzeit werden nach Angaben des Ministeriums Exportprojekte im Wert von rund 700 Millionen Euro in die Region vom Staat abgesichert. Rüstungsexporte nach Ägypten werden vorerst nicht mehr genehmigt.

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Von Ägypten bis Jemen: Wie sicher ist die arabische Welt für Touristen?

sto/dpa

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