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Unesco-Welterbe Kamtschatka: Erdrutsch verwüstet berühmtes russisches Geysir-Tal

Touristenattraktion versinkt in der Schlammflut: Ein heftiger Erdrutsch hat ein Tal mit heißen Quellen auf der russischen Halbinsel Kamtschatka verwüstet. Schaulustige mussten evakuiert werden – die Mehrzahl der Geysire könnte für immer verloren sein.

Moskau – Naturkatastrophe auf der russischen Halbinsel Kamtschatka: Zwei Drittel des spektakulären Geysir-Tals seien von den Schlamm-Massen bedeckt, meldete die russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti unter Berufung auf den örtlichen Katastrophenschutz. Zwei Hügel seien in der anderthalb Kilometer langen und 200 Meter breiten Schlammflut versunken, der Fluss Geysernaja habe sich aufgestaut.

"Ein Naturwunder ist wie vom Erdboden verschwunden", sagte eine Sprecherin der Naturschutzorganisation WWF heute auf der Halbinsel. Von einem Berg seien aus noch unbekannter Ursache Schlammmassen in das Tal der etwa 40 Geysire herabgestürzt. Durch das schwere steinige Material bildete sich ein Damm, der einen Fluss staute, wie russische Agenturen berichteten. "Die Geysire sind seit dem Wochenende unter dem Wasser verschwunden, der Pegel steigt kontinuierlich", sagte die Sprecherin weiter.

Die Schlammflut habe auch Schnee, Geröll und Bäume mitgerissen, berichteten die örtlichen Behörden. Möglicherweise gelinge es einigen der stärksten Geysire, die Schlammschicht zu durchbrechen, "aber die Mehrzahl ist wahrscheinlich für immer verloren". Einige wenige Touristen, die sich in der Gegend aufhielten, wurden nach Fernsehberichten in Sicherheit gebracht, anschließend wurde das Gebiet gesperrt.

Das von der Unesco zum Welterbe erklärte Tal gilt als weltweit einzigartig und war die Hauptattraktion von Kamtschatka, seit es 1991 für Besucher geöffnet wurde. Jährlich beobachten tausende Menschen das Naturschauspiel in der entlegenen Region. Die heißen Wasserfontänen schossen bis in 30 Meter Höhe, ihre Dampfschwaden stiegen teilweise mehr als 200 Meter hoch.

sto/AFP/dpa

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