Neue Regeln United zahlt für Sitzplatzverzicht bis zu 10.000 Dollar

Wer Glück hat, der gerät in einen überbuchten Flug bei United Airlines und darf auf seinen Platz verzichten. Künftig will die Fluglinie dafür nämlich eine enorme Summe zahlen. Auch führte sie neue Benimmregeln ein - für die Mitarbeiter.

AP


Nach dem Skandal um den gewaltsamen Rauswurf eines Passagiers hat die US-Fluggesellschaft United Airlines eine deutliche Erhöhung der Entschädigungszahlung bei überbuchten Flügen beschlossen.

Passagiere, die auf ihren Sitzplatz verzichten, sollen künftig bis zu 10.000 Dollar (9167 Euro) erhalten, erklärte die Fluglinie. Bislang lag die Obergrenze bei 1350 Dollar. Zudem sollten Überbuchungen künftig reduziert werden.

Der 69-jährige Passagier David Dao hatte sich am 9. April geweigert, seinen ihm zuvor zugewiesenen Sitzplatz in einer überbuchten Maschine wieder freizugeben. Daraufhin wurde er von Polizeibeamten in Chicago gewaltsam herausgeschleift, nach Angaben seiner Anwälte brach er sich dabei das Nasenbein.

Im Video: Passagier wird aus United-Airlines-Maschine gezerrt

Facebook/Audra Dickerson

United benötigte einige Anläufe bis zu einer echten Entschuldigung - zunächst gab die Airline Dao eine Mitschuld an der Eskalation des Streits. Als die Empörung über den Vorfall nicht abriss, sprach United-Chef Oscar Munoz dann wiederholt eine Entschuldigung aus und kündigte eine interne Aufarbeitung des Vorfalls an.

Nun verkündete der Unternehmenschef einen Zehn-Punkte-Plan zur Verbesserung des Umgangs mit Passagieren - darunter fällt auch die Entschädigungsregel. "Das ist ein Wendepunkt für uns alle bei United, und es signalisiert eine Veränderung der Kultur hin zu einer besseren, stärker kundenorientierten Airline", erklärte Munoz.

Zu den zehn Veränderungen zählt auch die Einsetzung von Teams, die mit Passagieren überbuchter oder verspäteter Flüge "kreative Lösungen" finden sollen - etwa die Nutzung anderer Flughäfen oder anderer Verkehrsmittel. Außerdem soll es Schulungen für Mitarbeiter im Umgang mit den Passagieren geben.

Ziel sei es, eine bessere, kundenfreundlichere Airline zu werden, sagte Munoz. Jeder Kunde verdiene einen Service auf höchstem Niveau und müsse mit Würde und Respekt behandelt werden. Bei dem Vorfall vor gut zwei Wochen sei United diesem Anspruch nicht gerecht geworden.

Auch die Fluggesellschaft Delta Airlines hatte nach dem Vorfall bei United angekündigt, künftig bis zu 10.000 Dollar Entschädigung zu zahlen, wenn Passagiere auf ihren Sitzplatz verzichten. Beide Fluggesellschaften kündigten zudem an, künftig keine bereits sitzenden Passagiere mehr um den Verzicht auf ihren Flug zu bitten.

abl/dpa/AFP

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Seite 1
andros0813 27.04.2017
1.
das werden die kunden entscheiden (wenn es denn noch welche gibt)...die konkurenz ist gross, da brauchts schnelle und sichtbare veränderungen...allein ankündigungen, es künftig (gezwungenermassen) besser machen zu wollen, sind billige werbung und wären mir als kunde zu wenig...aber mein letzter flug ist 16 jahre her und viel mehr dürften es nicht werden.
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