Unruhen in Ägypten Veranstalter verlängern kostenlose Umbuchungsfristen

Das Auswärtige Amt hat seinen Sicherheitshinweis für Ägypten verschärft. In den Touristenorten am Roten Meer ist es zwar nach vor ruhig - zum Teil sagen Veranstalter aber ihre Reisen bis Ende Februar ab. Sie befürchten eine Verschlechterung der Versorgungslage.

DPA

Hannover/München - Angesichts der eskalierenden Gewalt bei den Oppositionsprotesten in Ägypten haben deutsche Tourismusunternehmen weitere Urlaubsreisen in das Land abgesagt und die Umbuchungsmöglichkeiten für Kunden erweitert. Am Donnerstagabend hatte das Auswärtige Amt seinen Sicherheitshinweis für Ägypten ausgeweitet und warnt nun vor Reisen in die Städte Kairo, Alexandria und Suez.

Marktführer TUI hat seine Kairo- und Luxor-Reisen bis Ende Februar gestrichen, wie das Unternehmen in Hannover am Donnerstag mitteilte. Bei den Zielen am Roten Meer bleibt es zwar bei den Reiseabsagen bis zum 14. Februar. Allerdings können jetzt alle TUI-Gäste mit Zielen in Ägypten bis Ende Februar ihren Aufenthalt auch kostenlos stornieren - bisher waren nur kostenlose Umbuchungen bei den Reisen bis zum Monatsende möglich. Dies gelte auch für die Veranstaltermarken airtours, 1-2-FLY und Discount Travel.

Das Unternehmen Thomas Cook erklärte in Oberursel, dass alle geplanten Reisen mit Abflügen zwischen dem 14. und dem 28. Februar gebührenfrei auf andere Reiseziele umgebucht werden könnten. Die Reisen unter den Marken sind bis zum 14. Februar generell abgesagt.

Bei der Veranstaltergruppe FTI betrifft die Absage alle Ägypten-Reisen bis Ende Februar. Wie das Unternehmen in München mitteilte, sollen die betroffenen Gäste ihr Geld zurückerhalten. Außerdem sind kostenlose Umbuchungen bei FTI jetzt für Abflugtermine bis 31. März möglich. Bisher galten für beide Fälle kürzere Fristen. "Wir können jetzt die Sicherheit und Versorgung gewährleisten, aber nicht langfristig", begründete Sprecherin Angela Winter die Entscheidung.

Die Rewe-Pauschaltouristik (ITS, Jahn Reisen, Tjaereborg) in Köln sagte am Donnerstag alle ihre Nilkreuzfahrten bis Ende Februar ab. Bei den Badezielen am Roten Meer bleibt es dagegen dabei, dass Reisen dorthin nur bis Mitte Februar gestrichen sind. Kostenfreie Umbuchungen und Stornos sind aber bis zum 28. Februar möglich.

Auch kleinere Reiseveranstalter haben ihre Reisen abgesagt. So hat der Studienreisenanbieter Studiosus seine Angebote bis einschließlich 13. Februar gestrichen, Reisen mit Abflugtermin bis 1. März könnten kostenlos umgebucht werden. Der Wanderreisen-Veranstalter Wikinger hat alle Ägyptenreisen mit Abreise bis einschließlich 15. März abgesagt, Umbuchungen für Reisen im April sind kostenlos.

Lage vor Ort: TUI sieht Versorgung gewährleistet

TUI will von den Unruhen in Ägypten verschreckten Touristen als Alternative Urlaub in Spanien oder in der Türkei anbieten. Bis Mitte April stünden zusätzliche Plätze in Flugzeugen bereit, teilte TUI Deutschland am Donnerstag mit. 40.000 Plätze in Flügen auf die Kanarischen Inseln seien organisiert worden, 10.000 Richtung Antalya. Viele Urlauber wollten ihre Reise nach Ägypten umbuchen, erklärte der Reiseveranstalter. Auch Thomas Cook will zusätzliche Abflüge auf die Kanarischen Inseln als Ausweichziele anbieten.

Zur Lage vor Ort teilte TUI mit, das Auswärtige Amt weise zwar in seinem Sicherheitshinweis darauf hin, dass es aufgrund der Lageentwicklung auch in den Tourismusgebieten zu Versorgungsengpässen und logistischen Schwierigkeiten kommen kann. Der Krisenstab des Veranstalters aber beurteilt die Situation in den Tourismusregionen am Roten Meer als nach wie vor ruhig und sieht die Versorgung der Urlauber gewährleistet. Gäste, die derzeit ihren Urlaub am Roten Meer verbringen, könnten diesen fortsetzen oder auf Wunsch vorzeitig abreisen.

Kreuzfahrtschiffe meiden Alexandria

Die Reedereien Costa Crociere und MSC Kreuzfahrten steuern vorerst keine Häfen in Ägypten mehr an. Die Kreuzfahrten der "Costa Allegra" und der "Costa Marina" im Roten Meer beschränken sich nun auf Jordanien und Israel, wie die Reedereivertretung am Mittwoch in Alsbach (Hessen) mitteilte. Außerdem bestehe die Möglichkeit, auf das Mittelmeer umzubuchen. Bei den Mittelmeer-Kreuzfahrten, bei denen bisher ein Stopp in Alexandria in Ägypten geplant war, steuern die Costa-Schiffe nun Häfen in Griechenland oder Israel an. Und statt in Tunis machen sie in Palma de Mallorca, Malta oder in Cagliari auf Sardinien fest

Wegen der Unruhen nehmen die Schiffe "MSC Magnifica" und "MSC Splendida" zur Sicherheit der Gäste nicht mehr Kurs auf Alexandria, teilte das italienische Kreuzfahrtunternehmen MSC in München am Donnerstag mit. Die Schiffe sollen auf Häfen wie Limassol in Zypern oder Izmir in der Türkei ausweichen. Die Routen blieben so lange geändert, bis die Häfen wieder als sicher eingestuft werden, erklärte MSC-Sprecherin Amalie von Hinüber.

abl/dpa/AFP



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