Urlaubsziele für Allergiker: Auszeit von der Triefnase
Haselnuss-, Birken- und Erlenpollen - bald fliegen sie wieder! Und bringen Husten, Schnupfen und tränende Augen mit sich. Ein Urlaub weit weg von Allergie auslösenden Gewächsen könnte helfen. Zum Beispiel in Kurorten mit Ecarf-Siegel.
Der Frühling kommt - und löst bei vielen nicht nur Freudentränen aus. Sondern auch triefende Augen und heftige Niesanfälle als Reaktion auf blühende Bäume wie Haselnuss, Birke und Weide. Fortwährend geplagt von Allergien sind zudem Menschen, die Hausstaub, Tierhaare und manche Nahrungsmittel nicht vertragen. Eine Auszeit von ihrem Leiden könnte schniefenden Menschen ein Urlaub verschaffen - etwa in größeren Höhen oder an windigen Küsten.
Mehr als 20.000 Auslöser für Allergien sind heute bekannt, informiert der Deutsche Allergie- und Asthma Bund (DAAB). Fast jeder fünfte Deutsche ist bereits von einer Blütenstauballergie betroffen und zieht deshalb bei der Urlaubsplanung besser einen Pollenflugkalender zu Rate.
"Wer weiß, gegen welche Pollenarten er allergisch ist, der sucht sich abhängig von der Blütezeit, von landschaftlichen und klimatischen Verhältnisse Regionen, in denen die entsprechenden Pollen noch nicht, nicht mehr oder nie fliegen", teilt die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID) mit. Wenn möglich, plant man die Ferien natürlich genau dann, wenn zu Hause die Belastung am größten ist.
Stets ein guter Tipp für Allergiker ist eine Reise ins Hochgebirge. "Die Pollenbelastung ist über 2000 Meter Höhe und im alpinen Bereich generell deutlich geringer und vor allem kürzer - so dauert die Gräserblüte kaum länger als zwei Wochen", heißt es beim PID.
Gute Chancen, erholsame Tage ohne Triefnase verbringen zu können, haben allergiegeplagte Urlauber beispielsweise in Galtür in Tirol auf 1600 Meter Höhe, in Obergurgl (1900 Meter), Serfaus (1400 Meter), Innerkrems (1500 Meter), Obertauern (1700 Meter), im schweizerischen St. Moritz (1800 Meter) oder in Welschnofen in Südtirol (1500 Meter).
Freier atmen in milbenfreier Luft
Auch Hausstauballergiker profitieren von einem Aufenthalt in höheren Lagen: Ab 1500 Meter nimmt die Zahl der Milben ab, deren eiweißhaltiger Kot bei Menschen allergisches Asthma verursachen kann. In der trockenen, kühlen Höhenluft oberhalb von 1800 Metern können die mikroskopisch kleinen Spinnentiere gar nicht überleben.
Innerhalb Deutschlands weisen zehn heilklimatische Kurorte Hochgebirgsklimazonen auf. Einer davon ist Bad Hindelang im Allgäu. Die Gemeinde trägt seit 2011 das Qualitätssiegel für Allergikerfreundlichkeit der gemeinnützigen Europäischen Stiftung für Allergieforschung (Ecarf): Mehr als 80 Unternehmen sind entsprechend zertifiziert. Gleiches gilt für das Ferienland Schwarzwald mit den Gemeinden Triberg, Schonach, Schönwald, Furtwangen und St. Georgen sowie für das Ostseebad Baabe auf Rügen, die ebenfalls das Ecarf-Siegel tragen. Denn auch am Meer können viele Allergiker besser durchatmen.
Die Nord- und Ostseeinseln sind laut PID dabei "relativ heuschnupfensicher", Deutschlands einzige Hochseeinsel Helgoland gilt sogar als "nahezu pollenfrei". Der Pollengehalt der Luft entlang der Küsten ist von der herrschenden Windrichtung abhängig. Bei Landwind können Pollenwolken vom Festland sogar auf Inseln geweht und zur Belastung werden. Ideal sind Gebiete, an denen der Wind überwiegend vom Meer weht, wie etwa an der gesamten Atlantikküste. Hausstauballergiker haben dagegen am Meer schlechte Karten: Feuchtes, warmes Klima begünstigt Milben.
Auch die Unterkunft sollte für Allergiker geeignet sein
Für Allergiker ist es besonders wichtig, eine passende Unterkunft zu wählen. Viele Hotels im Alpenraum, aber auch in anderen Ferienregionen, haben sich auf deren spezielle Bedürfnisse eingestellt. Empfehlenswert sind rauch- und haustierfreie Zimmer ohne Staubfänger wie schwere Vorhänge, die mit glatten Bodenbelägen und Schutzbezügen für Matratzen ausgestattet sind. Ein neuer Trend sind Unterkünfte mit Zirbenholz-Einrichtung, was einen positiven Einfluss auf Kreislauf und Schlaf haben soll.
Immer mehr Menschen zählen sich auch zu denen, die sensibel auf elektromagnetische Strahlung reagieren. Für sie ist der Urlaub in einem Funkloch die wahre Erholung. Doch weist die Übersichtskarte der Industrievereinigung der GSM-Mobilfunkanbieter immer weniger weiße Flecken auf, wo Handys keinen Empfang haben.
Dazu zählen kleine Ortschaften, die in Senken liegen, und abgelegene Berghütten wie beispielsweise die Seewlialp im Schweizer Kanton Uri. Realtiv unbelastet ist auch noch die oberbayerische Jachenau, ein Tal zwischen Bad Tölz und Garmisch-Partenkirchen. Keine Frage, dass auch für nicht-elektrosensible Urlauber Ferien ohne Handygeklingel besonders erholsam sind.
Sibylle von Kamptz/srt/abl
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