Urlaubsplanung 2004 Feiertage springen aufs Wochenende

Feiert Deutschland in diesem Jahr noch ein arbeitnehmerfreundliches Weihnachten - die Feiertage fallen auf Werktage -, sieht es mit geschenkten freien Tage in 2004 mau aus. Der Kalender erlaubt es auch kaum, mit "Brückentagen" die Wochenenden zu verlängern.


Über den Elberadweg nach Dresden: Brückentage können in 2004 kaum für Kurzreisen genutzt werden
GMS

Über den Elberadweg nach Dresden: Brückentage können in 2004 kaum für Kurzreisen genutzt werden

Bonn/Berlin - Kaum verstreichen die letzten sommerlichen Tage, machen sich manche Deutsche schon jetzt Gedanken über ihre Urlaubstermine im kommenden Jahr. Denn 2004 wird sich noch einmal das wiederholen, was viele Touristen und Hoteliers diesmal geärgert hat: Die Sommerferien in den bevölkerungsreichen Ländern Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen überschneiden sich um vier Wochen, dann vom 2. August bis 4. September. Die von den Ländern bereits beschlossene Rückkehr zu entzerrten Ferienterminen tritt erst 2005 in Kraft.

Der Deutsche Reisebüro und Reiseveranstalter Verband (DRV) rechnet damit, dass sich im Jahr 2004 ein ähnliches Bild ergeben könnte wie in der gerade auslaufenden Saison: "Die Auslastung war im Juni und Juli nicht so gut. Im August hätten viele Hotelbetten dann dreimal verkauft werden können", so DRV-Sprecher Christian Boergen in Berlin. Im Monat August habe die Branche "französische Verhältnisse" erlebt.

Boergen rät allen, die es sich erlauben können, den August als Urlaubstermin zu meiden. Ganz so einfach ist das allerdings nicht, da auch Länder wie Bremen, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, das Saarland und Thüringen im August 2004 mehr Ferien- als Schultage geplant haben. Für Familien aus diesen Ländern kann das nur heißen, ihre Reise möglichst für die ersten Ferienwochen im Juli vorzusehen.

Ein weiterer Grund, sich zum Beispiel im Kollegenkreis frühzeitig über die Reisepläne für 2004 zu unterhalten, sind die "Brückentage" zwischen Feiertagen und Wochenenden, die gerne für Kurzreisen genutzt werden. Von ihnen wird es 2004 deutlich weniger geben als in diesem Jahr. Ursache ist der Schalttag am 29. Februar 2004, den es nur alle vier Jahre gibt. Er sorgt dafür, dass vom März an alle Feste um zwei Tage im Kalender - statt wie sonst um einen - nach vorne springen.

Der 1. Mai zum Beispiel ist 2004 ein Samstag. In diesem Jahr war er ein Donnerstag, was viertägige Kurzreisen möglich machte, für die am Arbeitsplatz nur ein einziger Urlaubstag genommen werden musste. Ähnlich sieht es mit Weihnachten aus: Liegen die beiden Feiertage in diesem Jahr arbeitnehmerfreundlich auf Donnerstag und Freitag, so sind der 25. und 26. Dezember im kommenden Jahr ein Samstag und ein Sonntag. Auch der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober fällt 2004 auf einen Sonntag. Ein langes Wochenende ohne Urlaubstag wie diesmal, wo die Einheit an einem Freitag gefeiert wird, gibt es also nicht.

Gleiches gilt für den Reformationstag am 31. Oktober, der in den ostdeutschen Ländern ein gesetzlicher Feiertag ist und im Kalender ebenfalls vom Freitag auf einen Sonntag springt. Auch das im Saarland und in Teilen Bayerns gefeierte Fest Mariä Himmelfahrt am 15. August ermöglicht kein langes Wochenende mehr, sondern ist 2004 ein Sonntag. Nur der Allerheiligen-Tag am 1. November, der in Nordrhein-Westfalen und Süddeutschland ein Feiertag ist, rückt auf einen Montag vor.

Die Zwangsläufigkeit des Kalenders führt also dazu, dass sich die Freunde von "Brückentagen" voll auf Mai und Juni konzentrieren müssen. Dort liegen mit Christi Himmelfahrt und Pfingstmontag jene beweglichen Feiertage, die immer auf den gleichen Wochentag fallen. In den katholisch geprägten Ländern kommt mit Fronleichnam noch ein weiterer freier Donnerstag dazu, im Jahr 2004 am 10. Juni. Die größte "Ersparnis" von Urlaubstagen bietet dabei die Variante, an Christi Himmelfahrt (20. Mai) in den Urlaub zu fahren und Pfingstmontag (31. Mai) zurückzukehren - das sind zwölf freie Tage, für die nur sechs Tage Urlaub genommen werden müssen. In manchen Betrieben wird es da sicherlich heiße Debatten geben, wer an diesen Tagen frei nehmen darf.



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