US-Studie Forscher warnen vor schmutzigen Toiletten auf Kreuzfahrtschiffen

Ein US-Forscherteam hat überprüft, wie gründlich große Reedereien auf ihren Kreuzfahrtschiffen die Toiletten säubern lassen. Ergebnis: Nur 30 Prozent der Oberflächen, die häufig berührt werden, werden täglich gereinigt.

Kreuzfahrtpassagiere: Gesundheitsrisiken durch unsaubere Toiletten
AIDA Cruises

Kreuzfahrtpassagiere: Gesundheitsrisiken durch unsaubere Toiletten


Warnung vor Kreuzfahrtklos: Eine US-Untersuchung hat massive Hygienemängel auf den Toiletten großer Kreuzfahrtschiffe festgestellt. Auch wenn sie auf den ersten Blick sauber wirkten, seien viele der Oberflächen, mit denen der Passagier täglich in Berührung kommt, auf "den meisten, aber nicht allen Kreuzfahrtschiffen" unzureichend desinfiziert, sagte Philip Carling vom Carney-Krankenhaus in Boston. Das gelte für Toilettensitze und Spülknöpfe, Handgriffe, Türklinken und Wickeltische.

Carling leitete eine Studie, bei der insgesamt 56 Schiffe von neun verschiedenen Kreuzfahrtanbietern untersucht wurden. Die Mitarbeiter sprühten eine unsichtbare Lösung auf die Oberflächen, die durch eine Reinigung entfernt werden würde. Nach 24 Stunden überprüften sie mit ultraviolettem Licht, ob noch deutliche Spuren der Lösung vorhanden waren.

Von den mehr als 2000 untersuchten Toilettensitzen war nur die Hälfte in diesem Zeitraum gereinigt worden. Bei der Spülung waren es 42 Prozent, bei den Türen 37 Prozent. Nur 29 Prozent der Wickeltische hatte das Putzpersonal berücksichtigt. Als Gesamtergebnis stellten die Forscher fest, dass nur etwa 30 Prozent der regelmäßig von Passagieren berührten Oberflächen innerhalb von 24 Stunden gesäubert worden waren.

Die Daten wurden zwischen Juli 2005 und August 2008 erhoben. Die meisten der Schiffe starteten von US-Häfen. Carling wies darauf hin, dass eine mangelhafte Desinfektion das Risiko von Krankheiten erhöht, die beispielsweise durch den Norovirus ausgelöst werden. Er riet Passagieren dazu, auf Kreuzfahrten die Nutzung öffentlicher Toiletten auf ein Minimum zu beschränken und sich der Gefahren durch unsaubere Griffe und Sitzflächen bewusst zu sein.

sto/Reuters



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