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USA-Einreise: Koffer aufgebrochen, Pech gehabt

Bei der Einreise in die USA dürfen Gepäckstücke nicht verschlossen sein. Brechen die Beamten ein Kofferschloss gewaltsam auf, haben die Besitzer nur geringe Chancen auf Schadenersatz.

Kempten - Wenn USA-Besucher nach der Einreise am Flughafen ihre Koffer aufgebrochen vorfinden, sind ihre Chancen auf Schadensersatz nur gering. Weder die Fluggesellschaft noch der Reiseveranstalter können in solchen Fällen für den Schaden haftbar gemacht werden, sagt Ernst Führich, Experte für Reiserecht an der Fachhochschule Kempten. Öffnen Beamte bei der Sicherheitskontrolle verschlossenes Gepäck und zerstören dabei das Schloss, handele es sich um eine "hoheitliche Maßnahme" nach US-amerikanischem Recht.

Entsprechend könnten Ansprüche theoretisch allein beim US-amerikanischen Staat geltend gemacht werden. Dafür müsste der Reisende jedoch nachweisen, dass er nicht auf die Möglichkeit hingewiesen wurde, dass das Gepäck notfalls aufgebrochen wird. Ein solcher Hinweis könne ein Aushang am Flughafen oder auch eine Notiz in den Reiseunterlagen sein. Den Nachweis fehlender Informationen erbringen zu können, ist laut Führich aber höchst unwahrscheinlich.

Laut dem Auswärtigen Amt sollen US-Beamten bei Überprüfung von Gepäck, offenes wie geschlossenes, einen Hinweiszettel über die erfolgte Kontrolle im Koffer hinterlegen, in dem auf Haftungsausschluss bei Beschädigung oder Verlust einzelner Inhalte hingewiesen werde. Wer dennoch versuchen will, eine Erstattung zu bekommen, so Führich, muss den Schaden innerhalb von sieben Tagen bei seiner Fluggesellschaft melden. Sie leitet gegebenenfalls weitere Schritte ein.

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