USA Einreise nur gegen Fingerabdruck

Im Zuge der Terrorvorbeugung verschärfen die USA ihre Grenzkontrollen massiv. In das Land der Großen Freiheit gelangen ausländische Besucher ab nächstem Jahr nur, wenn sie einen Fingerabdruck abgeben oder in ihrem Pass vorweisen können.


US Visit: Das Sicherheitssystem wird bis Ende 2005 durch einen Iris-Scan "perfektioniert"
AFP

US Visit: Das Sicherheitssystem wird bis Ende 2005 durch einen Iris-Scan "perfektioniert"

Ab dem 1. Januar 2004 werden Ausländer, die per Visum einreisen, auf Flug- und Seehäfen auf die neue "US Visitor and Immigrant Status Indication Technology" (US Visit) treffen, teilte Asa Hutchinson, Vize-Chef des US-Ministeriums für Heimatschutz, mit. Sie müssen sich fotografieren und Fingerabdrücke nehmen lassen, ihre Dokumente werden eingescannt. Die Daten werden mit Informationen einer Datenbank verglichen, in der Verbrecher und Terroristen erfasst sind.

Die Maßnahmen werden jedes Jahr rund 23 Millionen, rund 60 Prozent, der ausländischen Besucher betreffen. Perfektioniert werden solle die Technologie bis Ende 2005 mit einem System zur Gesichtserkennung und dem Iris-Scan, verkündet Hutchinson. 1700 zusätzliche Sicherheitsagenten sollen eingestellt werden, die, ausgerüstet mit digitalen Scannern, die Grenzkontrollen verstärken. Ab Ende 2005 würden auch die Landesgrenzen zu Mexiko und Kanada in die Technik einbezogen.

Von europäischen und anderen Ländern, für die bisher ein Visum für die Einreise bisher nicht Pflicht war, verlangen die USA, dass ihre Reisepässe ab Oktober 2004 Fingerabdrücke enthalten. Anderenfalls, so Hutchinson, könne der Kongress den Visa-freien Status aufheben. So kann, wenn sich Berlin sperrt, im nächsten Jahr der Gang zur US-Botschaft für USA-Touristen zur Reisevorbereitung gehören.

"In 99,9 Prozent der Fälle wird dem Besucher ein schöner Tag gewünscht werden und er kann seinen Weg fortsetzen", beschreibt Asa Hutchinson, Vize-Chef des Ministeriums für Heimatschutz, die Zeit nach Einführung von US Visit. Bürgerrechtler und Menschenrechtsorganisationen haben wiederholt die verschärften Personenkontrollen kritisiert, die nach dem 11. September eingeführt wurden. Dabei ging es vor allem um die massive Diskriminierung arabisch-stämmiger Amerikaner.



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