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USA: Fluggesellschaft beordert neun Muslime aus Maschine

Mitreisende hatten angeblich verdächtige Äußerungen gehört: Die US-Fluggesellschaft AirTran hat neun muslimischen Passagieren den gebuchten Flug verweigert - Vermittlungsversuche des FBI blieben vergeblich.

Washington - Den Flug von Washington nach Orlando durften sie nicht antreten: Wie US-Medien am Freitag berichteten, meldeten zwei Passagiere dem Flugpersonal vor dem Abflug, sie hätten ein Gespräch der muslimischen Gruppe mit sicherheitsgefährdenden Äußerungen gehört. Obwohl die US-Bundespolizei FBI den Vorfall als Missverständnis einstufte und sich bei der Fluggesellschaft für die neun Muslime einsetzte, mussten diese das Flugzeug verlassen.

Kashif Irfan, der mit mehreren Familienangehörigen und Freunden von Washington nach Orlando fliegen wollte, sagte der "Washington Post", dass sein Bruder und dessen Frau sich vor dem Abflug lediglich über den sichersten Platz an Bord eines Flugzeugs unterhalten hätten.

Dabei habe dieser auch den Satz gesagt: "Wow, die Düsen sind genau hinter meinem Fenster." Irfans jüngerer Bruder Atif sagte dem US-Sender CNN, dass sie darauf geachtet hätten, keine Wörter wie "Bombe" oder "Bedrohung" zu benutzen.

Obwohl das FBI sämtliche Vorwürfe ausräumte und versuchte, gegenüber der Fluggesellschaft AirTran zu vermitteln, habe diese den Muslimen den Flug nach Orlando an Bord einer anderen Maschine nicht gestattet, sagte Irfan weiter. Die Airline habe hingegen "deutlich klar gemacht", dass sie in "naher Zukunft" keine Tickets bekommen würden.

Der 29-Jährige, der als Anwalt arbeitet, vermutete, dass das Aussehen der Gruppe dafür ausschlaggebend war. Die muslimischen Frauen trugen Kopftücher, die Männer hatten Bärte. Acht der neun Muslime besitzen die US-Staatsbürgerschaft.

AirTran-Sprecher Tad Hutcheson verteidigte das Vorgehen der Fluggesellschaft. Die Muslime hätten "Überlegungen angestellt, die sie niemals an Bord eines Flugzeugs hätten machen dürfen", sagte er. Dabei seien sie von anderen Passagieren "missverstanden" worden. In einer wenig später veröffentlichten Erklärung entschuldigte sich das Unternehmen.

han/AFP

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