USA Passagier verweigert Sicherheitskontrolle - und wird zum Internet-Held

Muss ein Passagier den Blick auf seinen nackten Körper freigeben oder sich im Genitalbereich abtasten lassen? Nein, meinte ein US-Passagier. Seine Verweigerung zeichnete er per Handykamera auf - und wird im Internet dafür gefeiert.

Körperscanner an einem US-Flughafen: "Das war einfach zu viel"
DPA

Körperscanner an einem US-Flughafen: "Das war einfach zu viel"


Er verweigerte eine Kontrolle durch den Nacktscanner und wollte sich auch nicht vom Flughafenpersonal in der Intimgegend abtasten lassen. Deshalb kam Fluggast John Tyner am Samstag in San Diego nicht durch die Sicherheitskontrollen am Flughafen Lindbergh Field. Der Software-Ingenieur nahm die Begegnung mit einem Mobiltelefon auf.

Auf dem Video, das auch der US-Fernsehsender "Fox News" ausstrahlte, ist der Sicherheitsbeamte zu hören: "Ich werde mit Ihnen einen Check in der Leistengegend machen. Dafür werde ich eine Hand auf Ihre Hüfte legen und die andere auf die Innenseite des Oberschenkels. Dann werde ich langsam hoch gehen und wieder runterrutschen. Das werde ich zweimal vorne und zweimal hinten machen."

Tyner antwortete, er werde den Sicherheitbeamten verhaften lassen, sollte er ihn an seinen Genitalien berühren. Nach einer Diskussion drohten die Beamten mit einer Klage und einer Geldstrafe, weil er sich der Kontrolle verweigert hatte. Schließlich durfte Tyner aber den Flughafen verlassen. "Das war einfach zu viel", sagte er später im Interview mit Fox News zu den Ankündigungen des Sicherheitsbeamten. "Außerdem wollte ich nicht, dass sie meinen nackten Körper sehen."

Tyner veröffentlichte das Video auf seinem Blog und bekam innerhalb kurzer Zeit 5000 Leserkommentare. Der Beitrag trifft in den Kern der Debatte, die seit Wochen darüber geführt wird, inwieweit Sicherheitvorkehrungen die Privatsphäre einschränken dürfen.

Das US-Heimatschutzministerium hatte nach den vereitelten Anschlägen durch Paketbomben aus dem Jemen verfügt, dass Fluggäste, die sich dem Körperscanner verweigern, auf konventionelle Weise kontrolliert werden sollen - allerdings weit gründlicher als bislang. Konkret tasten die Sicherheitsleute nun auch die Genitalien der Passagiere ab - was im traditionell wenig freizügigen Amerika für einige Aufregung sorgt.

Nun regt sich auch von Seiten der Passagiere immer mehr Protest gegen die verschärften Kontrollen. Eine Bürgerinitiative ruft im Internet dazu auf, sich am 24. November dem Ganzkörperscanner zu verweigern.So soll der Druck auf die Regierung erhöht werden, die Verschärfung der Checks nach den Paketbombenfunden wieder zurückzunehmen.

fro/AP/Reuters



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