USA und Schweiz Skigebiete experimentieren mit Drohnen

Erst das Smartphone, dann die GoPro-Kamera und jetzt die Drohne? Skifahrer wollen immer actionreichere Selfie-Fotos und -Videos. In den USA richten Skigebiete jetzt extra Drohnen-Zonen ein.

Luftaufnahme: Diese Skifahrer in Revelstoke in Kanada wurden von einer Drohne fotografiert
Jason Soll/Cape Productions via AP

Luftaufnahme: Diese Skifahrer in Revelstoke in Kanada wurden von einer Drohne fotografiert


Uuuund - Action! Der Skifahrer stürzt sich den steilen Hang hinunter und zieht Kurven durch den Schnee. Über ihm: eine krähengroße Drohne, die mit einer Videokamera das mehr oder weniger sportliche Ereignis aufnimmt. Ein Traum für viele, die ihre Erfolge gerne für Freunde und Nachwelt dokumentieren.

Doch oft ist der Einsatz der Drohnen in Skigebieten verboten oder höchstens abseits von Liftanlagen und dicht befahrenen Pisten erlaubt. Die Betreiber sehen es gar nicht gerne, wenn über den Köpfen ihrer Gäste Fluggeräte herumsurren und in Skilifte oder Bäume zu krachen drohen.

In Amerika will die Firma Cape Production aus dem Silicon Valley daher in Kooperation mit Skiresorts offizielle Drohnen-Zonen einrichten. In acht Skigebieten in den USA und einem in Kanada soll es solche Drehorte geben, im Dezember startet Cape im Homewood Mountain Resort und im Squaw Valley in Nordkalifornien.

Der Star der Produktion, der Skifahrer, soll dann später für 100 bis 200 US-Dollar ein bis zu zwei Minuten langes Video erhalten - musikalischer Untermalung und Landschaftsaufnahmen inklusive. "Video ist die neue Währung", sagt Louis Gresham, Mitgründer von Cape, "jeder möchte Fotos von sich selber". Ob GoPro oder das Videoportal Vine oder die Fotoplattform Instagram - "all diese Unternehmen versuchen, den Leuten Werkzeuge zu geben, damit sie besser rüberkommen".

Big White Ski Resort bei Kelowna in Kanada: Aus der Drohnenperspektive
Jason Soll/Cape Productions via AP

Big White Ski Resort bei Kelowna in Kanada: Aus der Drohnenperspektive

Der Verband der US-Skigebiete begrüßt die Kooperation. "Wir fürchten ja, dass nach Weihnachten jeder Teenager mit so einer Drohne ankommen wird", sagt der Direktor für Risikomanagement, Dave Byrd. Jede Woche erhalte er Anrufe von Skiresorts, die nicht wissen, wie sie mit der drohenden Drohnen-Invasion umgehen sollen. Er vertraue daher eher einem Unternehmen, das ausgebildete Leute und die nötige Zulassung von der US-Luftfahrtbehörde habe. Und das seine Geräte mit eine Software ausstatte, die sie vor Kollisionen mit Skiliften, Stromleitungen oder Bäumen bewahren.

Auch in der Schweiz können sich Skifahrer bald per Drohne filmen lassen. In Verbier im Wallis funktionieren die Fluggeräte selbständig ohne Fernbedienung. Sind sie über eine App erst mal aktiviert, folgen sie dem Smartphone-Besitzer. Das Skiresort arbeitet hierbei mit dem französischen Snowboarder Xavier de le Rue zusammen, der die sogenannte Hexo+ Drohne entwickelt.

abl/AP



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