Wegen einer Haustierallergie Polizisten zerren Frau aus Flugzeug

In den USA durfte eine Frau ihren Flug nicht antreten, weil sie offenbar an einer Haustierallergie leidet - und zwei Hunde an Bord waren. Da sie das Flugzeug zunächst nicht verlassen wollte, schritt die Polizei ein.


In den USA haben Polizeibeamte eine Frau wegen einer Haustierallergie aus einem Flugzeug gezerrt. Zu dem Vorfall kam es auf einer Verbindung der US-Fluglinie Southwest von Baltimore nach Los Angeles.

Die Frau habe gesagt, dass sie an einer lebensbedrohlichen Haustierallergie leide, sagte ein Sprecher der Airline. Allerdings habe sie kein notwendiges medizinisches Zertifikat vorzeigen können. In dem betroffenen Flugzeug befanden sich zwei Hunde.

Crewmitglieder hätten sie darauf hingewiesen, dass sie vom Flug ausgeschlossen werden könne, sofern sie nicht zusammen mit Tieren reisen könne. Die Frau habe sich aber geweigert, das Flugzeug zu verlassen. Deshalb habe man die Polizei gerufen.

Ein Video des Vorfalls zeigt, wie zwei Polizeibeamte die Frau aus dem Flugzeug werfen. "Was machen Sie da?", ruft die Frau mehrfach. "Ich werde rausgehen. Fasst mich nicht an." Ein Fluggast sagte der BBC, die Passagiere an Bord seien überwiegend der Meinung gewesen, dass die Polizisten das Richtige getan hätten. Es habe keinen anderen Weg gegeben. Die Airline entschuldigte sich für das Vorkommnis.

Im April hatte ein ähnlicher Fall beim Konkurrenten United Airlines für Empörung gesorgt: Vor einem überbuchten Flug von Chicago nach Louisville zerrten drei Sicherheitskräfte einen Mann aus seinem Sitz und schleiften ihn rücklings über den Boden des Gangs zum Ausgang.

Bei dem Vorfall hatte der 69-jährige Fluggast nach Angaben seines Anwalts eine schwere Gehirnerschütterung davongetragen, außerdem soll er sich die Nase gebrochen und zwei Zähne verloren haben. Die Airline und der Passagier einigten sich auf einen Vergleich.

ehh/AP



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Seite 1
Bosse 27.09.2017
1.
Solange Sicherheitspersonal und Fluggesellschaften für solch ein rabiates Vorgehen nicht empfindlich bestraft werden, wird das in den USA immer wieder vorkommen.
Rubyconacer 27.09.2017
2. Hunde hinauswerfen
Ich hätte es verstanden, dass man die Hunde oder Hunde mit Frauchen hinauswirft, aber so herum ist das ein Skandal. Wer den Mund aufmacht wird entfernt. Wo sind wir denn?
keery 27.09.2017
3. Interessant wäre die Frage,
wie ein ärztliches Attest die Situation geändert hätte? Hätten dann die Hunde das Flugzeug verlassen müssen? Ich habe letztens auch beim Check-In bei einer amerikanischen Airline gelesen, dass nicht sichergestellt werden kann, dass sich keine Erdnussreste vom vorherigen Flufg auf den Sitzen befinden, und Allergiker sich bei der Fluggesellschaft bzw. dem Personal am Schalter und in der Kabine melden sollen. Da steht dann wohl demnächst das gleiche für Tierhaare...
Mach999 27.09.2017
4.
Zitat von BosseSolange Sicherheitspersonal und Fluggesellschaften für solch ein rabiates Vorgehen nicht empfindlich bestraft werden, wird das in den USA immer wieder vorkommen.
Ich würde mir ein solch eindeutiges Urteil nicht zutrauen. Nach allem, was ich hier gelesen habe, halte ich es für richtig, dass sie das Flugzeug verlassen muss, schließlich besteht Lebensgefahr für sie. Das ist nicht zu verantworten. Wenn sie nicht zusammen mit Tieren reisen kann, muss sie bei der Buchung die Fluggesellschaft darauf hinweisen; dann lässt sich eventuell schon im Vorfeld ein Flug finden, bei dem keine Tiere an Bord sind. Jetzt einfach zu verlangen, dass die Passagiere mit Hund das Flugzeug verlassen, und anders kann man ihren Hinweis ja nicht interpretieren, ist schon dreist. So zumindest meine Einschätzung auf Basis der knappen Informationen, die ich habe. Wenn sie in einer solchen Situation das Flugzeug verlassen muss, auch gutes Zureden durch Personal und Polizei nicht hilft, dann muss man sie eben so rausbefödern. Und zwar völlig egal, ob sie Professorin ist oder nicht. Sie hat keine anderen Rechte gegenüber Fluggesellschaft und Polizei als ein Arbeitsloser. Ich weiß natürlich nicht, wie lang versucht worden ist, sie zu überzeugen. Wenn das gar nicht versucht worden ist, dann ist das Vogehen wirklich rabiat. Aber ich weiß es nicht, und genau deswegen traue ich mir hier kein eindeutiges Urteil zu.
ditor 27.09.2017
5. Strafen
"Solange Sicherheitspersonal und Fluggesellschaften für solch ein rabiates Vorgehen nicht empfindlich bestraft werden," Bestraft werden sollte zuerst die mangelnde Kooperationsbereitschaft der Passagierin die trotz Darlegung des Sachverhaltes erst einen Polizeieinsatz provozieren wollte.
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