Luftverkehrsabkommen Ab Herbst gibt es Direktflüge zwischen den USA und Kuba

Jahrzehntelang gab es keine direkten Flüge zwischen Kuba und den USA. Noch dieses Jahr soll sich das ändern. Kubanische Fluggesellschaften werden vorerst wohl trotzdem nicht ins Nachbarland fliegen.

Oldtimer in Havanna: US-Reisende brauchen noch immer eine Sondergenehmigung, um nach Kuba zu reisen
AP

Oldtimer in Havanna: US-Reisende brauchen noch immer eine Sondergenehmigung, um nach Kuba zu reisen


Mehr als 50 Jahre mussten Reisende zwischen Kuba und den USA Umwege über Drittstaaten nehmen. Doch damit soll bald Schluss sein, die einstiegen Erzfeinde haben in der kubanischen Hauptstadt Havanna ein Luftverkehrsabkommen unterzeichnet, das direkte kommerzielle Flugverbindungen ermöglicht.

Schon im Herbst soll der regelmäßige Flugverkehr zwischen den Ländern wieder aufgenommen werden. Täglich könnte es dann bis zu 110 Flüge zwischen den USA und Kuba geben. Geplant sind Verbindungen nach Havanna und zu weiteren kubanischen Städten.

"Das ist ein historischer Tag für die Beziehungen zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten", sagte US-Verkehrsminister Anthony Foxx. Sein kubanischer Amtskollege Adel Rodríguez erklärte, die Aufnahme des regulären Flugverkehrs sei eine "neue Etappe" und werde die Bindungen zwischen beiden Ländern vertiefen.

Aus Washington verlautete, dass die US-Behörden nun Anträge von US-Fluggesellschaften annehmen würden, die Verbindungen ab dem Sommer anbieten könnten. Die Linienflüge sollen demnach in die Hauptstadt Havanna und an neun weitere Ziele in Kuba gehen.

Kubanische Airlines bräuchten dagegen eine Lizenz, um US-Ziele anzufliegen. In naher Zukunft sei daher nicht mit kubanischen Flügen in die USA zu rechnen, hieß es. Bislang durften nur Charterflugzeuge unter bestimmten Bedingungen auf Strecken zwischen den Vereinigten Staaten und Kuba verkehren.

Im Dezember 2014 hatten US-Präsident Barack Obama und sein kubanischer Amtskollege Raúl Castro eine historische Annäherung der Erzfeinde aus Zeiten des Kalten Krieges eingeleitet. Im Juli nahmen beide Länder ihre diplomatischen Beziehungen wieder auf.

Die USA erlauben ihren Bürgern bislang allerdings nicht, Kuba als Touristen zu besuchen. Reisen in das Nachbarland sind nur mit einer Sondergenehmigung möglich. Für reguläre Reisen müsste der US-Kongress das jahrzehntelange Embargo gegen Kuba aufheben.

asc/dpa/afp

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insgesamt 24 Beiträge
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Jérôme1F 16.02.2016
1. Too late
Ich wollte Kuba besuchen bevore es amerikanisiert wird. Leider zu spät.
merkur08 16.02.2016
2. Hört sich gut an
Und dass die kubanischen Airlines nicht den technischen Standard haben, um auf amerikanischen Flughäfen zu operieren dürfte klar sein. Aber dass die USA es ihren Bürgern verbieten kann nach Kuba zu reisen müsste man mal rechtlich checken. Ansonsten dürfte das kommunistische Kuba bald Vergangenheit sein. Darüber trauern dürften wohl eher westliche, besonders deutsche Wohlstandskommunisten, die auf ihren Hightechendgeräten die Bilder vom letzten Kubaurlaub mit Tränen Revue passieren lassen und sich dann auf ihren nächsten Arbeitstag in irgendeiner Behörde oder Verwaltung im gehobenen oder höheren Dienst vorzubereiten, d.h. nach einer Flasche Cuba libre schlafen zu gehen und noch schnell der illegalen osteuropäischen Putzfrau für den nächsten Tag auf einen Zettel Anweisungen zu schreiben.....
guenterm2 16.02.2016
3. Schon bald wird es einen Regimewechsel geben...
Die US Mafia wird wieder Havana uebernehmen: Prostitution, Sklavenarbeit und Folter, alles demokratische US Errungenschaften warden Cuba wieder befallen. Haiti und die Dominikanische Republik, Nicaragua und aehnliche US Enklaven lassen gruessen.
egoneiermann 16.02.2016
4.
Zitat von guenterm2Die US Mafia wird wieder Havana uebernehmen: Prostitution, Sklavenarbeit und Folter, alles demokratische US Errungenschaften warden Cuba wieder befallen. Haiti und die Dominikanische Republik, Nicaragua und aehnliche US Enklaven lassen gruessen.
Einfach mal die Realität checken und nicht nur die eingene Fantasie. In Kuba gibt es schon lange ein Problem mit Prostitution und da unterscheidet es sich nicht wirklich von den Ländern in der Umgebung. Warum Folter etwas sein soll, dass erst noch nach Kuba kommen wird, müssen Sie uns erklären. Kuba ist wahrlich kein Land, dass sich die Menschenrechte auf die Fahnen geschrieben hat. Ich darf mal - neben den in den Sozialitischen Länder üblichen Umgang mit Andersdenkenden - daran erinnern, dass Fidel in den 80ern sogar Lager für Schwule einrichten wollte, weil er Angst vor Aids hatte.
j.oder 16.02.2016
5. Kick the bucket - we can
Contergan oder Softenon für eine sich evtl. befreiende Gesellschaft. Zumindest hatten die noch keine Probleme mit dem programmierten Kaputtmachen, jetzt schon. Da werden sich Gesellschaften öffnen.
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