Verbotenes Handgepäck Flughäfen konfiszieren täglich bis zu sieben Tonnen Flüssigkeiten

Getränke, Cremes und Zahnpasta – seit einem Jahr sind normale Flüssigkeitsverpackungen im Handgepäck verboten. Doch noch immer haben Passagiere die Beschränkungen nicht parat. Wöchentlich müssen Flughäfen konfiszierte Gegenstände im Wert von zwei Millionen Euro entsorgen.


Frankfurt/Main - Auch ein Jahr nach Einführung der neuen EU-Sicherheitsvorschriften fallen auf Deutschlands Flughäfen Berge von Müll an, weil die Passagiere die verschärften Regelungen für das Handgepäck missachten. Nach der EU-Vorschrift, die am 6. November 2006 in Kraft trat, darf das Volumen der im Handgepäck befindlichen Verpackung 100 Milliliter nicht überschreiten.

Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Verkehrsflughäfen (ADV) werden täglich an den Sicherheitskontrollen im Schnitt sechs bis sieben Tonnen Flüssigkeiten, Cremes und Parfüm entsorgt, was einem wöchentlichen Warenwert von zwei Millionen Euro entspreche.

Allein am Frankfurter Flughafen werden an jedem Tag rund 2,5 Tonnen Flüssigkeiten sichergestellt. Am häufigsten müssten Fluggäste Erfrischungsgetränke zurücklassen. Unmittelbar nach dem Erlass im Herbst vergangenen Jahres waren am Frankfurter Airport noch täglich rund sechs Tonnen unzulässige Verpackungen samt Inhalt sichergestellt worden.

Am Flughafen Düsseldorf wurden allein im September rund 16 Tonnen Zahnpasta, Haargel und Parfum eingesammelt. "Die Passagiere verstehen die Regelung offenbar nicht", sagte der Sprecher des Düsseldorfer Flughafens, Torsten Hiermann. Es würden nicht nur Getränke und andere Flüssigkeiten beschlagnahmt, sondern auch Lebensmittel oder Hygieneartikel wie Cremes.

Im Gegensatz zu anderen deutschen Airports werden Hiermann zufolge in Düsseldorf noch originalverpackte Produkte, die über die Hälfte der konfiszierten Gegenstände ausmachten, an die Jugendberufshilfe der Stadt gespendet.

abl/ddp



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