Verdacht auf Noroviren Gesundheitsamt setzt Ausflugsschiff in Koblenz fest

Norovirus-Alarm auf dem Rhein: 20 Passagiere eines Ausflugsschiffs sind an Brechdurchfall erkrankt, vier Urlauber mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Das Schiff liegt seit Dienstag in Koblenz fest.


Koblenz - Die 120 Passagiere der "Rotterdam" haben in Koblenz einen unfreiwilligen Zwischenstopp eingelegt: Wegen des Verdachts einer Norovirus-Ausbreitung an Bord liegt das holländische Ausflugsschiff, das von Köln nach Cochem an der Mosel unterwegs war, am Deutschen Eck fest. Rund 20 der Passagiere litten an den typischen Symptomen der hoch infektiösen Magen-Darm-Erkrankung, sagte der Leiter des Koblenzer Gesundheitsamtes, Jürgen Otten. Vier der Urlauber wurden wegen starkem Flüssigkeitsverlust in ein Krankenhaus eingeliefert.

Die anderen erkrankten Passagiere durften vorerst das Schiff nicht verlassen, um eine mögliche Verbreitung des Virus zu verhindern. Die Weiterfahrt des Schiffes wurde untersagt. "Damit wollen wir die Heilbehandlung der Passagiere sicherstellen, denn an Bord befindet sich kein Schiffsarzt", sagte Otten. Am Donnerstag solle nochmals untersucht werden, wie es den Patienten gehe. "Erst dann werde ich entscheiden, ob das Schiff weiterfahren darf", sagte Otten.

Mitarbeiter des Gesundheitsamtes untersuchten das Schiff eingehend. Dabei sollte vor allem festgestellt werden, ob möglicherweise auch andere Erreger, wie etwa Salmonellen, für die Erkrankungen in Frage kommen könnten. "Zum jetzigen Zeitpunkt können wir das aber eher ausschließen", sagte Otten. Der Schiffsbesatzung der "Rotterdam" sei ein "straffes Hygienemanagement" auferlegt worden, damit sich nicht noch mehr Passagiere anstecken. Die "Rotterdam" fährt unter Schweizer Flagge mit niederländischer Besatzung.

Bereits beim Start habe es erste Erkrankungen gegeben, erklärte Otten. In Koblenz hätten sich dann die Fälle gehäuft. An Bord des Schiffes befinden sich ausschließlich Senioren.

Norovirus verbreitet sich meist in den Wintermonaten stark. Die Virus-Krankheit führt zu starkem Durchfall, zu Bauchkrämpfen und Erbrechen. Noroviren werden durch direkten Kontakt mit den Erkrankten übertragen. Ansteckungsgefahr besteht aber auch über Spuren an Waschbecken, Türgriffen oder Toiletten. Bei der Krankheit treten starke Übelkeit, plötzlich einsetzendes Erbrechen, Bauchkrämpfe und Durchfälle auf.

reh/ddp/dpa



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