Vermeintlicher Greis: Masken-Scoop alarmiert amerikanische Behörden

Minister der USA und Kanadas warnen vor der Sicherheitslücke, durch die sich ein als Greis getarnter Chinese nach Kanada schmuggeln konnte - und fürchten, diese könnte von Terroristen genutzt werden. Die Behörden rätseln derweil weiter über die genauen Hintergründe des Scoops.

Maskerade im Flieger: Junger Asiate tarnt sich als Greis
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DPA

Halifax - Der "unglaubliche Fall von Maskerade" - so nannte es der kanadische Grenzschutz - erregte weltweit Aufsehen: Ein junger Chinese ging am 29. Oktober als greiser weißer Mann verkleidet in Hongkong an Bord eines Air-Canada-Fluges, zog sich auf der Bordtoilette um und beantragte bei seiner Ankunft in Vancouver Asyl. Die zuständigen Minister Kanadas und der USA können dem Vorfall kurz vor Halloween kaum Erheiterndes abgewinnen - sie warnten am Wochenende vor der zutage getretenen Sicherheitslücke.

US-Heimatschutzministerin Janet Napolitano sagte am Rande einer internationalen Sicherheitskonferenz in Halifax, sie befürchte, Terroristen könnten diese Lücke nutzen. Die USA seien sehr engagiert in ihren Bemühungen um Flugsicherheit, dazu gehöre auch das Sammeln und Auswerten von Buchungsdaten, noch bevor ein Passagier das Flugzeug besteigt. Dabei verwies sie auf die Verhandlungen mit der EU über ein derartiges Abkommen.

Auch der kanadische Minister für öffentliche Sicherheit, Vic Toews, nannte den Vorfall "sehr beunruhigend". Kurz zuvor hatte er noch versucht, die Angelegenheit herunterzuspielen: Bis auf den Trick mit der Maske sei nichts Ungewöhnliches an dem Ereignis. Er würde lediglich so viel Aufsehen erregen, weil das interne Sicherheitsbulletin in die Medien gelangt sei.

Falscher Greis ist chinesischer Staatsbürger

Inzwischen sind weitere Details über den jungen Asiaten und seinen Scoop bekannt geworden: Der Hongkonger Unterstaatssekretär für Sicherheitsfragen, T.K. Lai, sprach von einer "ausgeklügelten Verkleidung", die es in dieser Form noch nicht gegeben habe: "Das ist eine brandneue Methode."

Eine weitere Beamtin aus Hongkong bestätigte, dass es sich um einen chinesischen Staatsbürger handele. Er sei der Entdeckung wahrscheinlich entgangen, weil er bei der Grenzkontrolle seine eigenen Reisedokumente und eine echte Bordkarte vorlegte und diese dann erst in der Abflughalle, kurz bevor er an Bord ging, mit einem Komplizen tauschte.

Die Personenkontrollen am Flughafen in Hongkong gelten jedoch als umfassend und engmaschig. Wie der Mann im Detail durch die mehrstufigen Sicherheitschecks dort gelangen konnte, ist weiterhin unklar. Sowohl Air Canada als auch die chinesischen Behörden untersuchen dies noch.

Anwalt geht von Hilfe durch Schleuser aus

Die Befürchtungen der US-Heimatschutzministerin und ihres kanadischen Kollegen scheinen unterdessen begründet: Die laut den Hongkonger Behörden "brandneue Methode" einer "ausgeklügelten Verkleidung" kann offenbar ohne allzu großen Aufwand kopiert werden - im Internet findet sich eine Silikonmaske, die der von dem jungen Chinesen verwendeten sehr ähnlich sieht. Die Maske mit dem Namen "The Elder" wird von der Firma SPFX Masks vertrieben, die sich auf hyperrealistische Halloween-Masken spezialisiert hat. In der Version mit künstlichen Haaren und Augenbrauen kostet sie dort 1259 Dollar.

In Kanada wird der Mann von dem auf Asylverfahren spezialisierten Anwalt Lee Rankin vertreten. Sein Klient sei ein Chinese Anfang 20, sagte Rankin, der kein Englisch spreche. Im Normalfall verbrächten Asylsuchende eine Woche bis einen Monat in Gewahrsam der Behörden, bis diese seine Identität festgestellt hätten. Dann würden sie wieder auf freien Fuß gesetzt, bis über ihren Antrag entschieden sei.

Rankin geht davon aus, dass der junge Chinese Hilfe von professionellen Schleusern hatte - dies sei in "99,9 Prozent" der illegalen Grenzübertritte der Fall. Außerdem zeigte er sich sehr empört über die öffentliche Zurschaustellung des Mannes und verwies auf die Gefahren, die dem jungen Chinesen in seiner Heimat im Falle einer abgelehnten Asylantrags drohten.

fdi/dapd/AP

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insgesamt 4 Beiträge
Sherlock70 08.11.2010
Was ist bitte ein Scoop? Ein Bällchen Eiscreme kann es in diesem Zusammenhang ja nicht sein. Aber mehr gibt mein muttersprachliches Englisch nicht her. Ist das ein deutsches Wort? Zur Tat an sich: Respekt, mein Lieber! Den [...]
Was ist bitte ein Scoop? Ein Bällchen Eiscreme kann es in diesem Zusammenhang ja nicht sein. Aber mehr gibt mein muttersprachliches Englisch nicht her. Ist das ein deutsches Wort? Zur Tat an sich: Respekt, mein Lieber! Den Damen und Herren Terroristen sollte die Idee mit der Maskerade aber nicht neu sein, denn spätestens seit Filmen wie "Der Schakal" ist das eigentlich Allgemeingut.
Michael KaiRo 08.11.2010
Was solle denn dieses denglisch? Können die Redakteure jetzt noch nicht mal einen deutschen Ausdruck finden? Sehr armselig. Hier noch das Kreuzelverfahren bzgl. diesem Unwort: http://de.wikipedia.org/wiki/Scoop
Zitat von sysopMinister der USA und Kanadas warnen vor der Sicherheitslücke, durch sich ein als Greis getarnter Chinese nach Kanada schmuggeln konnte - und fürchten, diese könnte von Terroristen genutzt werden. Die Behörden rätseln derweil weiter über die genauen Hintergründe des *Scoops*.
Was solle denn dieses denglisch? Können die Redakteure jetzt noch nicht mal einen deutschen Ausdruck finden? Sehr armselig. Hier noch das Kreuzelverfahren bzgl. diesem Unwort: http://de.wikipedia.org/wiki/Scoop
Peter42 08.11.2010
und bei "Total Recall" mit Arnie auf dem Mars schon lange bekannt. Wundert mich nur, das es so lange gedauert hat, bis das jemand im echten Leben nachvollzogen hat, das wird jetzt Nachahmer finden. Auch ist die [...]
und bei "Total Recall" mit Arnie auf dem Mars schon lange bekannt. Wundert mich nur, das es so lange gedauert hat, bis das jemand im echten Leben nachvollzogen hat, das wird jetzt Nachahmer finden. Auch ist die Paralelle genial, aber wer den Film kennt, weiß, was ich meine.
Peter42 08.11.2010
Michaele, bitte schimpfen sie nicht nur, was ja berechtigt erscheint, sondern bieten Sie eine Lösung an. Sonst ist nicht der Postersteller Armselig im Geiste, sondern Sie. Fordern ist eines, Besserwissen auch, aber nichts zu [...]
Michaele, bitte schimpfen sie nicht nur, was ja berechtigt erscheint, sondern bieten Sie eine Lösung an. Sonst ist nicht der Postersteller Armselig im Geiste, sondern Sie. Fordern ist eines, Besserwissen auch, aber nichts zu Wissen scheint langsam zur Mode zu werden. Also tun sie was, verbessern Sie unser aller Deutsch und ersetzen Sie den Begriff Scoop für Literaten und Journalisten mit einem Wort, das Allgemeinmediziner und Bullenzüchter auch verstehen.
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  • Montag, 08.11.2010 – 15:47 Uhr
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Sicherheitskontrollen bei Passagierflügen
Bei den Sicherheits-Checks geht es um die Kontrolle des Fluggasts und seines Handgepäcks. Das für den Flug am Schalter aufgegebene Gepäck wird grundsätzlich getrennt davon kontrolliert, wobei es auch zu Stichproben in Abwesenheit des Passagiers kommen kann. Gesucht wird nach verbotenen Gegenständen, die entweder die Sicherheit an Bord gefährden - zum Beispiel Campinggaskartuschen, Streichhölzer, radioaktive Substanzen - oder die für einen Anschlag benutzt werden können - etwa Waffen, Sprengstoff und spitze Gegenstände.

Zur Kontrolle der Fluggäste und ihres Handgepäcks werden in den Sicherheitsschleusen jeweils Metalldetektoren für die Personen und Röntgenscanner für das Handgepäck eingesetzt.

Ist ein Gegenstand nicht genau zu erkennen, sind die Sicherheitskräfte berechtigt, die Gepäckstücke zu öffnen und nachzusehen. Laptops müssen deshalb manchmal kurz eingeschaltet werden. Mit einer Wischprobe, die dann in einem Gaschromatografen untersucht wird, kann Gepäck auf Sprengstoff untersucht werden. Auch wenn bei der Personenkontrolle der Metalldetektor anschlägt, zieht das in der Regel eine Nachkontrolle durch die Sicherheitskräfte nach sich.





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