Solche Worte möchte kein Flugpassagier hören, schon gar nicht kurz vor dem Start: "Ich bin für den Absturz dieses Flugzeugs nicht verantwortlich, Captain". Doch genau diese Ansage bekamen die Passagiere von American Airlines Flug 2332 zu hören, kurz bevor ihr Flugzeug von dem internationalen Flughafen in Dallas mit Ziel Chicago abheben sollte. Eine offenbar geistig verwirrte Flugbegleiterin hatte das Mikrofon übernommen und Kollegen und Fluggästen einen gehörigen Schrecken eingejagt.
"Vier Kinder um mich herum haben angefangen zu weinen", twitterte etwa Sean Tabbert aus dem Flugzeug und ergänzte: "Eine durchgedrehte Flugbegleiterin brüllt etwas von Terroristen und dass wir abstürzen werden." Erst als mehrere Passagiere den übrigen Flugbegleitern zur Hilfe kamen gelang es ihnen, gemeinsam die Frau zu überwältigen. Handyvideos zeigen vier bis fünf Personen, die sich bemühen die um sich tretende und schlagende Stewardess festzuhalten während sie verzweifelt brüllt: "Geht mir aus dem Weg, geht mir aus dem Weg."
Berichten zufolge habe sie dabei auch über die harten Neustrukturierungsmaßnahmen der insolventen Fluggesellschaft geklagt und über eine Freundin, die bei den Anschlägen vom 11. September ums Leben kam. Schließlich rief sie, das Flugzeug könne nicht abheben, weil zu wenig Eis an Bord sei, ein Hinweis auf die amerikanische Unsitte, Kaltgetränke stets mit großen Mengen an Eis im Glas zu kühlen.
Zwei Flugbegleiterinnen seien mit Krankenwagen in nahegelegene Krankenhäuser abtransportiert worden. Um wen es sich dabei gehandelt habe, wurde nicht gesagt. Unbestätigten Angaben zufolge sei die Flugbegleiterin wegen psychischer Probleme in Behandlung gewesen. In US-Medienberichten heißt es, sie habe gerufen, dass sie ihre Medikamente nicht eingenommen habe.
Die Fluggesellschaft äußerte sich nur mit einem knappen Statement zu dem Vorfall. Darin heißt es, es habe nie Gefahr für die Passagiere bestanden und die Kabinenmannschaft sei nach dem Vorfall ausgewechselt worden. Weitere Kommentare habe man derzeit nicht abzugeben.
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Für die verängstigen Passagiere ging das Ereignis am Ende glimpflich aus. Um 9:46 am Freitagmorgen, 81 Minuten nach der geplanten Zeit, flog ihre Maschine doch noch nach Chicago ab. Die Piloten waren dabei dieselben wie zu Beginn. Sie hatten während der ganzen Zeit ihr verschlossenes Cockpit nicht verlassen.
Wohl um die Fluggäste zu beruhigen und ein wenig für die ausgestandenen Ängste zu entschädigen, verteilte die neue Crew auf dem Weg zum Ziel kostenlos alkoholische Getränke, die bei den meisten US-Fluggesellschaften sonst nur gegen Bezahlung zu bekommen sind. Passagierin Bethany Christakos berichtete dem Blog des "Dallas Observer" nach der Landung: "Die Flugbegleiter waren netter als je zuvor. Ihnen ist der ganze Alkohol ausgegangen."
Als die Maschine schließlich um 11:46 Uhr, also mit nur 66 Minuten Verspätung, in Chicago landete, dürften einige der Reisenden bereits einen ordentlichen Vormittagschwipps gehabt haben.
mak
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