Vielfahrer-Karte Bahn baut Funktionen der Bahncard aus

Die Bahncard als Erfolgsmodell: Fast vier Millionen Deutsche haben in diesem Jahr eine der drei Versionen der Bahncard gekauft. Die Steigerungsraten der Verkäufe sind enorm. Zum Lohn stattet die Bahn die Vielfahrer-Karte mit neuen Funktionen aus – und erhöht die Preise.


Berlin – Die Billigflieger-Konkurrenz konnte den Erfolg der Bahncard nicht aufhalten: Fast vier Millionen Bahnfahrer haben in diesem Jahr eine der Karten gekauft. Die Zahl sei um 300.000 auf 3,9 Millionen gestiegen, sagte Bahn-Fernverkehrsvorstand Nikolaus Breuel heute in Berlin. Seit 2004 konnte die Bahn damit sogar 45 Prozent mehr Bahncard-Kunden verzeichnen.

Bahncard 50: Ab Dezember werden die Karten teurer.
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Bahncard 50: Ab Dezember werden die Karten teurer.

Breuel gab als Ziel für 2008 einen Zuwachs um weitere 300.000 Karten aus. 2011 soll die Fünf-Millionen-Grenze erreicht werden. Breuel verneinte die Vermutung, dass das zunehmende Angebot von Billigflügen die Kunden häufiger zur Bahncard 25 greifen lässt, die sich in etwa schon nach zwei Fahrten Dortmund-München amortisiert. Allerdings verzeichnet die 50er Karte etwa seit Anfang 2006 eine geringere Steigerung als die Bahncard 25.

Zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember wird die Bahncard erneut teurer, dann sollen aber auch die Funktionen der Karte ausgebaut werden: Dann können Bahncard-Kunden sparen, wenn sie mit der Bahn ins Ausland fahren. Die sogenannte Railplus-Funktion, die bislang 15 Euro extra kostete, ist ab dann inklusive. Kunden zahlen damit bei Fahrten in 29 Länder auf den ausländischen Streckenteilen 25 Prozent weniger. Gleichzeitig können sie auch für die im Ausland gefahrenen Kilometer Bahn-Bonus-Punkte sammeln.

Punktesammeln wie in Vielflieger-Programmen

Um die Bahncard nicht nur für Kunden attraktiver zu machen, die viel auf der Schiene unterwegs sind, weitet die Bahn außerdem die Einsatzmöglichkeiten für das Bahn-Bonus-Programm weiter aus. Punkte gibt es in Zukunft ähnlich wie bei Vielflieger-Programmen etwa auch bei Autovermietern und in Hotels. Und auch die Zahl der Prämien steigt. In Zukunft sollen Punktesammler sogar Flüge nach Spanien und in die Türkei erhalten können. "Die Kunden sollen die Bahncard in ihrem Portemonnaie vermissen, wenn sie sie nicht mehr haben", sagte Breuel.

Die Zahl der Punkte sammelnden Kunden stieg laut Bahn vergangenes Jahr auf das Doppelte, die Zahl der gesammelten Punkte und der Bahn-Bonus-Partnerunternehmen ebenfalls. Die Bahn setzt daher insbesondere auf Bahn-Bonus, um mehr Kunden zu gewinnen. Für 2008 strebt die Bahn erneut 300.000 neue Bahncard-Kunden an, bis 2011 sollen es insgesamt fünf Millionen Bahncard-Kunden sein. Die Bahncards werden ab Dezember erneut teurer, wie die Bahn bereits im September ankündigte. Die Bahncard 25 kostet für die zweite Klasse ab dann 55 statt 53 Euro, die Bahncard 50 220 statt 212 Euro. Schüler, Studenten und Rentner zahlen 110 Euro. Die Bahncard 100 wird 3500 statt 3400 Euro kosten - jeweils für die 2. Klasse.

Mit der Bahncard 50 zahlen Bahnfahrer die Hälfte des Ticketpreises, können allerdings keine Frühbucherrabatte nutzen. Wer die Bahncard 25 besitzt und sich früh genug um seine Ticket kümmert, kann die Rabatte kombinieren und so bis zu 62,5 Prozent sparen. Der Anschaffungspreis für eine Bahncard 25 lohnt sich etwa bereits für denjenigen, der zweimal von München nach Dortmund und zurück fährt.

Statistisch sind erwartungsgemäß die Bahncard-100-Besitzer die häufigsten Fahrer. Sie sitzen bis zu 200 Fahrten jährlich im Zug. Ihre Zahl hat sich innerhalb der vergangenen vier Jahre von 14.000 auf 28.000 genau verdoppelt. Die Käufer der BC 50 fahren 50-mal mit der Bahn, und die "Einsteiger" mit der BC 25 zehnmal im Jahr.

abl/AFP/AP



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