Australien: Urlauber übernachten nach Flucht vor Krokodil auf einem Baum

Im australischen Darwin wollten vier Niederländer fischen gehen. Doch als ihr Boot umkippte, waren sie die Gejagten. Denn als sie ans Ufer schwammen, wartete dort ein Krokodil. Ihren Fluchtort - eine hohe Mangrove - verließen sie 22 Stunden nicht mehr.

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Flucht vor dem Krokodil: "Wir hatten fürchterliche Angst"

Australienreisen haben oft abenteuerliche Züge. Sei es, weil man einfach keine Menschenseele trifft und sich darum schnell mal in den Weiten des Outback verläuft - so erging es kürzlich einem Ehepaar aus der Schweiz. Oder weil man kontaktfreudigen Tieren begegnet, die einen zum Zweikampf herausfordern, wie jüngst an einem Strand an der Ostküste geschehen: Einem 62 Jahre alten Waliser gelang es, einen Hai mit bloßen Händen zu packen und ihn zu verscheuchen.

Auch im Norden des Landes machten Touristen am Wochenende Bekanntschaft mit einem angriffslustigen Lebewesen. Vier Niederländer waren zum Krabbenfischen bei Darwin unterwegs, als sie kenterten. Weil es ihnen nicht gelang, ihr kleines Boot wieder aufzurichten, schwammen sie in Richtung Ufer und stiegen aus dem morastigen Wasser.

Der Schreck muss groß gewesen sein, als die vier ein Krokodil erblickten. Kurz entschlossen kletterten sie auf die höchste Mangrove, die sie fanden. Sie ahnten nicht, dass sie dort die nächsten 22 Stunden verbringen würden - inklusive einer schlaflosen Nacht. "Es war eine schreckliche Erfahrung", sagte einer der Männer bei seiner Rettung laut der britischen "Daily Mail". "Wir hatten fürchterliche Angst."

Und das nicht ohne Grund: In dem sumpfigen Gewässer sollen laut Bericht unzählige Salzwasserkrokodile leben. Obwohl immer wieder davor gewarnt werde, hier zu baden, hätten schon viele Menschen ihr Leben verloren.

Vor diesem Hintergrund war es eine todesmutige Entscheidung der Männer, am nächsten Morgen vom Baum herunterzusteigen und wieder in Richtung Boot zu schwimmen. Es lag zwar noch immer kieloben, doch einem der Männer gelang es, ein Notsignal auszusenden. Die Seenotrettung rückte aus, auch ein Polizeihubschrauber brach auf. Er fand die Schiffbrüchigen zuerst und brachte sie nach Darwin. Sie waren mit schwarzem Schlamm bedeckt, haben aber keine schlimmeren Blessuren davongetragen als erheblichen Schlafmangel und viele Mückenstiche.

"Wir haben uns geschworen, erst mal nicht mehr fischen zu gehen", sagte einer der Geretteten. Aber einmal zurück müssten sie doch noch, um das Boot zu bergen, das sie sich ausgeliehen hatten.

jus

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insgesamt 2 Beiträge
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1. Glückwunsch
leser008 22.01.2013
Ganz schön mutig die Jungs. Und Glück gehabt. In dem Gebiet bei Darwin haben wir mal so eine Bootstour gemacht, da kam direkt so ein Riesenkrokodil angeschwommen, um zu schauen ob da nicht was leckeres ins Wasser fällt. Um so ein breites Boot zu kentern, muss ja mindestens einer aufgestanden sein; mit solchen Chaoten war ich auch schon unterwegs.
2. o O
Layer_8 22.01.2013
Zitat von sysopIm australischen Darwin wollten vier Niederländer fischen gehen. Doch als ihr Boot umkippte, waren sie die Gejagten. Denn als sie ans Ufer schwammen, wartete dort ein Krokodil. Ihren Fluchtort - eine hohe Mangrove - verließen sie 22 Stunden nicht mehr. Vier Niederländer übernachten nach Flucht vor Krokodil auf einem Baum - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/reise/aktuell/vier-niederlaender-uebernachten-nach-flucht-vor-krokodil-auf-einem-baum-a-878939.html)
ich hab mal so'n Saltie im Singapurer Zoo gesehen bevor ich nach Australien weiterflog... Fragt ein Tourist in Australien: Gibt es hier Haie? Antwort: Wo's Krokodile gibt gibt's keine Haie! Trotzalledem ist Australien eher wegen kleinerem Getier bekannt. Ob zu Land oder zu Wasser. Spinnen, Skorpione, Taipane, Quallen, Killerseepferdchen...
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