Teurer Check-in: Kostenfallen am Flughafen

Böse Überraschung am Airport: Aus dem vermeintlichen Billigflug kann am Schalter schnell ein kostspieliges Vergnügen werden. Insbesondere auf der Rückreise müssen Touristen beim Check-in aufpassen - und auch das Kleingedruckte lesen.

Check-in am Flughafen: Auf manch einen Fluggast warten hier zusätzliche Kosten Zur Großansicht
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Check-in am Flughafen: Auf manch einen Fluggast warten hier zusätzliche Kosten

Berlin - Gebühren beim Check-in am Flughafenschalter können den vermeintlichen Schnäppchenflug zum teuren Spaß machen. Ryanair zum Beispiel verlangt 70 Euro, wenn man seine Bordkarte am Schalter ausdrucken lassen möchte, statt das schon zu Hause am Rechner selbst zu erledigen.

Bei den meisten Fluggesellschaften können Reisende am Abflugtag am Schalter kostenlos einchecken. Bei Ryanair müssen alle Passagiere online einchecken. Das geht aber frühestens 15 Tage vor dem Abflug und kostet sieben Euro. Wer am Schalter ohne ausgedruckte Bordkarte erscheint, bekommt gegen eine Gebühr von 70 Euro pro Person eine erstellt.

"Diese Regelung habe ich woanders noch nicht gesehen, sagt Kerstin Hoppe vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) in Berlin. Das sei auch rechtlich bedenklich. Gebühren für die Kofferaufgabe am Schalter oder Vergleichbares gibt es aber nicht nur bei Ryanair, sondern auch bei anderen Airlines.

Ryanair selbst sieht darin kein Problem: "Unsere Geschäftsbedingungen legen deutlich dar, dass Passagiere eine gültige Bordkarte und einen Ausweis zum Flughafen mitbringen müssen. Ansonsten fallen Gebühren an", sagt eine Ryanair-Sprecherin. "Das Einchecken und Ausdrucken der Bordkarte ist zwei Wochen bis vier Stunden vor Abflug möglich." Das sei ausreichend Zeit. Da viele Urlauber jedoch länger unterwegs sind, müssen sie entweder im Hotel um einen Ausdruck ihrer Bordkarte bitten oder als Pensionsgast nach einem Internetshop suchen und so Urlaubszeit vergeuden.

Einige Fluggesellschaften - zum Beispiel Air Berlin und Condor - bieten Passagieren an vielen Flughäfen die Möglichkeit, schon am Abend vor dem Abflug einzuchecken und auch ihr Gepäck aufzugeben. Für diesen Service werden pro Person fünf Euro fällig. Lediglich für Kinder unter zwölf Jahren ist der Vorabend-Check-in kostenlos.

Gerade bei Billigairlines kann auch das Gepäck beim Einchecken am Schalter teuer werden: Bei Ryanair zum Beispiel zahlen Passagiere am Flughafen, die ein Gepäckstück nicht vorher schon online angegeben haben, eine Gebühr, die viermal so hoch sein kann: In der Nebensaison kostet zum Beispiel ein 15 Kilogramm schwerer Koffer 60 statt 15 Euro. Auch bei Easyjet liegt die Gebühr am Schalter deutlich über der im Internet.

dkr/dpa

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insgesamt 24 Beiträge
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1. Versteckte Zusatzkosten
laluna3 05.04.2013
dann muss man halt das Kleingedruckte lesen. Saemtliche Nebenkosten kann man gross und deutlich bei der Ryanair lesen. Uebergepaeck muss man bei allen Airlines zahlen. Alle wollen moeglichst billig fliegen und regen sich dann auf, wenn sie fuer Extraleistungen bezahlen muessen.,
2. Konsequent meiden!
zeitmax 05.04.2013
Diese Airlines in Foren anprangern und konsequent meiden - nur der Umsatzrückgang wird sie erziehen.
3. Urinstinkte einiger Verbraucher
earl grey 05.04.2013
Zitat von laluna3dann muss man halt das Kleingedruckte lesen. Saemtliche Nebenkosten kann man gross und deutlich bei der Ryanair lesen. Uebergepaeck muss man bei allen Airlines zahlen. Alle wollen moeglichst billig fliegen und regen sich dann auf, wenn sie fuer Extraleistungen bezahlen muessen.,
Jupp, nachdem sie, teilweise gerichtlich, dazu gezwungen wurden. Freiwillig macht Ryanair so etwas nämlich nicht. Es geht hier nicht um Übergepäck, sondern schon um normales Gepäck. Außerdem gibt es sogar Airlines, wo ich etwas Übergepäck kostenlos mitnehmen darf (Stichwort Sportgepäck). Bei Ryanair undenkbar, wer dort das Wort kostenlos nur denkt, wird sofort entlassen...;) Wenn die Extraleistungen angemessen sind, ist das ok. So zahle ich gerne für den Vorabend-Checkin. Er ist für mich bequehm, verursacht aber der Airline zusätzliche Kosten (Öffnung der Schalter, Personal usw.). Da habe ich für eine extra Gebühr Verständnis und zahle die auch. Was aber gerade Ryanair macht, ist nicht mehr normal, da muss man Leistungen extra bezahlen, die zum Ablauf zwingend dazu gehören (z.B. Checkin, Bezahlung des Fluges etc.). Diese Grundleistungen gehören in den Flugpreis zwingend mit rein weil sie Bestandteil des gesamten Fluges sind und man keine Auswahlmöglichkeit hat. Aber aus Sicht von Ryanair die einzige Möglichkeit, um mit dem günstigsten Preis werben zu können - wenn da alle Kosten gleich mit eingepreist wären, wären andere Anbieter teilsweise günstiger. Ryanair spricht hier die Urinstinkte einiger Verbraucher an, die nur auf den fett gedruckten Preis in der Werbung schauen und das Kleingedruckte ignorieren - das sind dann die Leute, die hinterher am meisten und am lautesten meckern...
4. preis-leistungs-verhältnis
doofnuss 05.04.2013
Zitat von sysopAFPBöse Überraschung am Airport: Aus dem vermeintlichen Billigflug kann am Schalter schnell ein kostspieliges Vergnügen werden. Insbesondere auf der Rückreise müssen Touristen beim Check-in aufpassen - und auch das Kleingedruckte lesen. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/vorsicht-beim-check-in-kostenfallen-am-flughafenschalter-a-892675.html
irgendwas müssen die billigheimer ryanair und easyjet dann doch seit jahren richtig machen, trotz regelmäßiger verarsche, äh 'tschuldigung, erfindung überraschender zusatzkosten - denn, es wird ja niemand gezwungen mitzufliegen.
5. .......
janne2109 05.04.2013
Zitat von laluna3dann muss man halt das Kleingedruckte lesen. Saemtliche Nebenkosten kann man gross und deutlich bei der Ryanair lesen. Uebergepaeck muss man bei allen Airlines zahlen. Alle wollen moeglichst billig fliegen und regen sich dann auf, wenn sie fuer Extraleistungen bezahlen muessen.,
Ging doch auch früher anders, eine Bordkarte halte ich nicht für eine Extraleistung. Was ist mit denen die keinen Computer haben?? Diese Fluggesellschaften meiden ist meine Antwort darauf. Warum soll ich die Defizite z.. B. von Air Berlin zahlen weil sich Hunold, Mehdorn und Andere dicke Gehälter eingeschoben haben ins Kästchen?? Oder heute noch zuviele Presseleute auf Lau fliegen die nicht einmal Zeitung lesen können.
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