Mallorca und Kreta: Was die Waldbrände für Reisende bedeuten

Auf Mallorca lodern die Flammen. Doch können Touristen von der gebuchten Reise kostenlos zurücktreten, wenn abzusehen ist, dass die Ferien beeinträchtigt werden? Und rechtfertigt die bloße Angst vor Waldbränden bereits eine Stornierung?

Feuer im Urlaubsparadies: Brände in Mallorca und Griechenland Fotos
Getty Images

Hannover - Auf der Ferieninsel Mallorca tobt ein Waldbrand, Hunderte Menschen mussten evakuiert werden. Auch auf den griechischen Inseln Kreta und Rhodos loderten am Wochenende die Flammen. Wenn die Urlaubsregion von Bränden betroffen ist, dürfen Reisende ihren Urlaub kostenlos stornieren. Zunächst sollten sie sich allerdings informieren, wie die Lage vor Ort ist. "Wie nahe sind die Brände an meinem Urlaubsort? Was ist für die nächsten Tage zu erwarten? Sind vielleicht schon Zufahrtsstraßen blockiert?", nennt der Reiserechtler Paul Degott die wichtigsten Fragen. Ist abzusehen, dass der Urlaub tatsächlich beeinträchtigt wird, könne der Reisende vom gebuchten Urlaub zurücktreten. Der Veranstalter muss ihm dann den Reisepreis zurückzahlen.

Hat der Urlauber allerdings ein Hotel gebucht, das weit von den Waldbränden entfernt liegt, gilt dieses Recht nicht. "Die bloße Angst vor Waldbränden rechtfertigt noch keinen kostenlosen Rücktritt", so der Experte. Urlauber, die sich dagegen bereits in einer Waldbrandregion aufhalten, dürfen ebenfalls ihre Reise vorzeitig abbrechen, wenn ihr Urlaubsort von Flammen bedroht ist. Sie bekommen dann allerdings nur für die Tage den Reisepreis zurückerstattet, die noch bevorstehen - nicht für die, die sie dort vor den Waldbränden bereits verbracht haben.

Meist reagiert in solchen Fällen der Reiseveranstalter und bringt die Touristen aus der Gefahrenzone. "Unsere Urlauber sind von den Bränden auf Mallorca, Kreta und Rhodos bislang nicht betroffen", sagte eine Sprecherin des Touristik-Konzerns TUI. Reisende, die bei Thomas Cook und Alltours gebucht hätten, seien von den Waldbränden ebenfalls nicht betroffen. Wie die Unternehmen mitteilten. Alle drei Reiseveranstalter stünden in regelmäßigem Kontakt zu ihren Reiseleitern vor Ort und würden Gäste umbuchen, wenn dies notwendig werde.

Kein Schadensersatz für vertane Urlaubsfreuden

Schadensersatz für vertane Urlaubsfreuden steht Touristen laut Degott nicht zu, da es sich um höhere Gewalt handelt - der Veranstalter trägt keine Verantwortung für die Beeinträchtigungen durch das Feuer. Entschädigung gibt es nur, wenn er seine Fürsorgepflicht verletzt hat. "Das ist zum Beispiel der Fall, wenn der Veranstalter sagt, am Urlaubsort sei alles in Ordnung, dann fallen wegen der Brände aber Ausflüge aus, oder ich kann wegen des Qualms nicht mehr ins Freie", so Degott.

In mehreren Regionen am Mittelmeer gibt es derzeit Waldbrände. Besonders stark betroffen ist Mallorca. Der Großbrand im Tramuntana-Gebirge auf der spanischen Insel ist nach drei Tagen weiter außer Kontrolle. Nach vorläufigen Schätzungen wurden bislang rund 2000 Hektar Wald im Gebiet in der Nähe der Gemeinden Andratx und Estellencs zerstört. Das bisher verheerendste Feuer auf Mallorca wurde 1992 registriert, als im östlichen Gebiet um Artà 1960 Hektar den Flammen zum Opfer fielen.

Am Wochenende wüteten auch heftige Feuer auf den griechischen Urlaubsinseln Rhodos und Kreta. Die Behörden meldeten jedoch für beide Ferienregionen eine Entspannung der Waldbrand-Lage.

lei/dpa

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