Flugausfall: Passagiere können binnen drei Jahren auf Entschädigung klagen

Wenn Passagiere wegen eines gestrichenen oder verspäteten Flugs nicht vom Fleck kommen, haben sie das Recht auf eine Ausgleichszahlung. Diese müssen sie in einer bestimmten Frist einklagen, die europaweit nicht einheitlich ist. In Deutschland verjährt der Anspruch nach drei Jahren.

Hamburg - Geld zurück trotz später Klage: Die niederländische Fluggesellschaft KLM muss einem Spanier Schadensersatz für einen gestrichenen Flug von Shanghai nach Barcelona zahlen, obwohl er den Anspruch erst mehr als drei Jahre nach dem Vorfall geltend gemacht hatte. KLM verwies zunächst auf die nach internationalen Fluggastabkommen geltende Verjährungsfrist von zwei Jahren und lehnte die Zahlung ab. Doch wie nun der Europäische Gerichtshofs (EuGH) in Luxemburg entschied, ist die Zwei-Jahres-Frist nicht maßgeblich, weil es nicht um in den internationalen Abkommen geregelte Ansprüche geht.

Die Verjährungsregeln seien nach jeweils nationalem Recht definiert, weil die europäische Fluggastrechtsverordnung selbst keine Frist vorsehe.

Im Streitfall hat der Kläger Glück. Er kann sich auf die zehnjährige Verjährungsfrist des katalanischen Zivilrechts berufen. In Deutschland greift die allgemeine Verjährungsfrist von drei Jahren. Dies entspreche zumindest bei der Lufthansa auch der bisherigen Praxis, sagte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage.

Nach EU-Recht müssen Fluggesellschaften beispielsweise für Essen und Getränke und bei Bedarf auch für eine Unterkunft sorgen, wenn sich Flüge um mehrere Stunden verspäten. Wenn Flüge kurzfristig gestrichen oder Passagiere wegen Überbuchung nicht mitgenommen werden, steht ihnen unter bestimmten Voraussetzungen auch ein je nach Entfernung pauschalierter Schadensersatz zwischen 250 und 600 Euro zu.

Europäischer Gerichtshof: Aktenzeichen C 139/11

jus/AFP

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insgesamt 3 Beiträge
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1. Korrekt!
8054056 23.11.2012
btw... Was ist eigentlich aus der "Koffer-Klage" geworden, wo mehrere Personen Schadenersatz wegen eines verlorenen Gepäckstücks haben wollten?
2. erledigt
8054056 23.11.2012
Zitat von 8054056btw... Was ist eigentlich aus der "Koffer-Klage" geworden, wo mehrere Personen Schadenersatz wegen eines verlorenen Gepäckstücks haben wollten?
oh, hab den Artikel grad selbst aufgespürt..
3. Tuifly drückt sich auch um Zahlung
carlitom 24.11.2012
Zitat von sysopWenn Passagiere wegen eines gestrichenen oder verspäteten Flugs nicht vom Fleck kommen, haben sie das Recht auf eine Ausgleichszahlung. Diese müssen sie in einer bestimmten Frist einklagen, die europaweit nicht einheitlich ist. In Deutschland verjährt der Anspruch nach drei Jahren. Wann der Anspruch auf Entschädigung bei Flugausfall verjährt - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/reise/aktuell/wann-der-anspruch-auf-entschaedigung-bei-flugausfall-verjaehrt-a-868863.html)
Wir haben gerade so einen Fall mit Tuifly laufen. Mehr als sechseinhalb Stunden Verspätung und Tuifly drückt sich um die Zahlung. Irgendwo an einem der vorhergehenden Flughäfen, von dem das besagte Flugzeug erst mal kommen sollte, soll schlechtes Wetter gewesen sein. Irgendwo ist ja immer schlechtes Wetter. Wie viele Flüge vor dem, um den es geht, gelten da noch als Ausrede? Das ist eine Unverschämtheit. Ist die Lage auch noch so eindeutig, die antworten einfach nicht oder lehnen alles ab. Keine Belege, keine Nachweise. Wir fliegen gewiss nie wieder mit Tuifly.
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