Ausfälle und Verspätungen Eisenbahner haben Streik beendet

Die Warnstreiks der Eisenbahner haben den Zugverkehr in mehreren Bundesländern weitgehend lahmgelegt. Auch nach dem Ende müssen Passagiere auf Fernstrecken mit Einschränkungen rechnen.

DPA

Bei der Deutschen Bahn hat die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) ihren Warnstreik beendet. Das sagte ein Gewerkschaftssprecher. Kunden müssen nach Bahnangaben aber noch den ganzen Tag mit Einschränkungen im Fern- und auch im Regionalverkehr rechnen. Insgesamt waren bundesweit über 1400 Züge der Deutschen Bahn betroffen, darunter auch Güterzüge.

"Die Wucht des Streiks macht deutlich, wie groß die Verärgerung der Kollegen darüber ist, dass weiter kein abschlussfähiges Angebot vorliegt", sagte der EVG-Sprecher. Sobald die Bahn schriftlich ein verbessertes Angebot vorlege, sei die Gewerkschaft bereit, die Tarifverhandlungen wieder aufzunehmen.

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Warnstreiks bei der Bahn: Chaos auf allen Bahnhöfen

"Nach und nach" laufe der Verkehr wieder an, wie die Bahn mitteilt. Zu andauernden Einschränkungen komme es, weil viele Züge wegen des Streiks nicht planmäßig hätten gewartet werden können. Züge und Personal seien in vielen Fällen nicht an den geplanten Einsatzorten. Der Konzern kritisierte es als "besonders ärgerlich", dass die durchgängige Information der Kunden in den Bahnhöfen nicht immer möglich gewesen sei. Zum Teil seien auch Reise- und Ansagezentren bestreikt worden. Von dem Ausstand waren demnach auch die Informationssysteme auf bahn.de/aktuell betroffen.

Der vierstündige Warnstreik hatte am Morgen um fünf Uhr begonnen und viele überrascht. Vor allem Pendler mussten ihre Reisepläne anpassen und wichen auf das Auto oder andere Verkehrsmittel aus. Aber auch Reisende auf den Fernstrecken standen vor leeren Gleisen. Die Bahn stellte den Fernverkehr bundesweit für mehrere Stunden ein. Im Regionalverkehr kam es zu erheblichen Behinderungen, in einzelnen Bundesländern fuhr kaum ein Zug. Auch die Reisezentren wurden bestreikt.

In mehreren Bundesländern war der Regionalverkehr stark von den Streiks betroffen - allerdings nicht flächendeckend, wie die Bahn selbst angekündigt hatte:

  • In Bayern kam der Zugverkehr fast vollständig zum Erliegen. Nur die Stammstrecke der S-Bahn in München sei in Betrieb, sagte eine Bahnsprecherin am Morgen.
  • Auch in Nordrhein-Westfalen stand der Regionalverkehr weitgehend still. Es würden mehr als zwei Dutzend Stellwerke bestreikt, nur in einigen Landesteilen gebe es vereinzelt noch Zugverkehr, sagte ein Bahnsprecher der dpa.
  • In Schleswig-Holstein kam es zu Verspätungen und Ausfällen auf den RE-Strecken zwischen Hamburg, Kiel, Flensburg, Eckernförde, Husum und Lübeck.
  • Der Warnstreik der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) traf auch den Südwesten. "Es kommt zu sehr starken Beeinträchtigungen im gesamten Regionalverkehr", sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn. "Im badischen Bereich ist der Regionalverkehr momentan mehr oder weniger eingestellt."
  • Auch der Zugverkehr in Hessen wurde weitgehend lahmgelegt. Nur vereinzelt seien Züge gefahren, teilte ein Sprecher der Deutschen Bahn mit. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) hatte schon am frühen Morgen den gesamten Betrieb für die neun S-Bahn-Linien eingestellt. Auch der Betrieb im Frankfurter Hauptbahnhof, einer der wichtigsten Bahnknotenpunkte bundesweit, wurde vorübergehend eingestellt.
  • Erhebliche Auswirkungen gab es auf die Berliner S-Bahn. Es gebe hier nur noch etwa ein Drittel des normalen Angebotes, sagte ein Sprecher. "Wir bemühen uns, während des Streiks ein Angebot aufrecht zu erhalten", teilte das Unternehmen mit. Die Fahrgäste in der Hauptstadt wurden aufgefordert, auf U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse auszuweichen. Die S-Bahn in Berlin gehört zur Deutschen Bahn.
  • In anderen Städten fuhren zwar die S-Bahnen nach Plan - etwa in Hamburg -, aber im Regionalverkehr kam es zu Beeinträchtigungen.

Zugbindung ist aufgehoben, Tickets bleiben gültig

Die Bahn hat aufgrund der Beeinträchtigungen des Verkehrs die Gültigkeit von Tickets angepasst: Im Fernverkehr sollen alle für Montag gekauften Tickets bis zum Sonntag gültig bleiben, wie das Unternehmen mitteilte. Für bestimmte Spartickets werde zudem die Zugbindung aufgehoben. Im Fall von Reiseabsagen wegen des Warnstreiks sind Erstattungen von Tickets und Reservierungen geplant.

Am Samstag waren die Tarifparteien in Hannover ohne Ergebnis auseinandergegangen. Die EVG nannte ein aus ihrer Sicht zu geringes Lohnangebot des Konzerns für rund 160.000 Beschäftigte als Anlass für die Warnstreiks. Die Bahn sprach hingegen von einer "völlig überflüssigen Eskalation".

Zum Tarifangebot gehörten nach Bahn-Angaben eine Entgelt-Erhöhung von insgesamt 5,1 Prozent in zwei Stufen und eine Einmalzahlung von 500 Euro. Anstelle der zweiten Stufe sollte den Mitarbeitern erneut die Möglichkeit eröffnet werden, mehr Freizeit zu wählen. Dies sollte nach Darstellung der EVG aber erst ab Anfang 2021 möglich sein.

Von Freitag auf Samstag hatte die Bahn die ganze Nacht hindurch mit der EVG sowie separat mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) verhandelt. Beide Gewerkschaften hatten ursprünglich 7,5 Prozent mehr Geld gefordert.

Hier finden Sie aktuelle Verkehrsmeldungen der Deutschen Bahn.

Video: Bundesweiter Bahnstreik am Montagmorgen



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