Warnstreiks Dutzende Flüge fallen in Berlin aus

Ein Ausstand des Bodenpersonals an Berliner Flughäfen hat zu Ausfällen und Verspätungen geführt. Sechs Stunden lang wurde in den Morgenstunden gestreikt - besonders stark betroffen war der Flughafen Schönefeld.


Berlin - Wegen eines sechsstündigen Warnstreiks des Bodenpersonals sind am Donnerstag 32 Flüge an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld ausgefallen. In Schönefeld wurden 20 Verbindungen gestrichen, durchweg von der Gesellschaft Easyjet. In Tegel waren es nach Angaben der Flughafen-Betreibers zwölf Flüge. Air Berlin und Lufthansa hatten zwar für Ersatzkräfte gesorgt. Trotzdem kam es dort wie in Schönefeld auch zu Verspätungen bei einzelnen Flügen.

Laut Verdi-Sprecher Andreas Splanemann beteiligten sich einige hundert der rund 2000 Beschäftigten am Streik. Flughafensprecher Ralf Kunkel erklärte, die Folgen des Streiks seien "weit milder" ausgefallen als befürchtet. Er führte das auf "die akribische Vorbereitung und die gute Zusammenarbeit zwischen Airlines, Bodenverkehrsdiensten und Berliner Flughäfen" zurück.

Die Fluglinie Easyjet kritisierte die Warnstreiks scharf: "Unsere Fluggäste, Tausende Berlin-Besucher und Geschäftsreisende haben keinerlei Verständnis für diesen Streik", erklärte Deutschland-Geschäftsführer Thomas Haagensen.

Die Gewerkschaft hatte zu den Arbeitsniederlegungen bei den drei Bodenverkehrs-Dienstleistern Globe Ground, Ground Service International (GSI) und Acciona aufgerufen. Die Unternehmen sind an den Flughäfen Tegel und Schönefeld unter anderem für die Passagier- und Gepäckabfertigung sowie für die Frachtverladung zuständig. Sie stellen laut Verdi zusammen 90 Prozent des Bodenpersonals.

Bei den Verhandlungen geht es um Einkommensverbesserungen, Einbeziehungen in Tarifverträge aber auch Kürzungen der Tarifgehälter. GlobeGround Berlin hat nach eigenen Angaben Ersatzkräfte für die Abfertigung von Passagieren und Gepäck organisiert. Auch eigene Mitarbeiter seien zur Arbeit bereit.

sto/dpa/AFP/apn



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