Werbung für den Hauptstadtflughafen Willy fliegen!

"Willy Brandt begrüßt die Welt": Für die Werbekampagne des neuen Hauptstadtflughafens in Berlin-Schönefeld muss der Namensgeber des Airports herhalten. Der 1992 verstorbene Altkanzler gibt sogar US-Präsident Barack Obama einen fiktiven Handschlag.

dapd

Berlin - Die Bauarbeiten nähern sich dem Ende, jetzt wird am Image des neuen Berliner Hauptstadtflughafens gefeilt: In Anlehnung an den Namenspatron des Airports soll eine Werbekampagne mit dem Motto "Willy Brandt begrüßt die Welt" dem künftigen Drehkreuz mehr Aufmerksamkeit verschaffen. "Der Flughafen ist das wichtigste Projekt für die wirtschaftliche Weiterentwicklung der Region", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit am Freitag. Zusammen mit Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (beide SPD) stellte er die rund eine Million Euro teure Kampagne vor.

Die Marketingstrategie umfasst neben Werbeplakaten auch einen Kurzfilm, der kurz vor der Eröffnung des Flughafens am 3. Juni in der ARD und im RBB-Fernsehen gesendet werden soll. Der Spot, in dem neben Etappen der politischen Karriere Brandts bekannte Wahrzeichen der Hauptstadt gezeigt werden, soll nach Angaben des Flughafenbetreibers zudem auf mehr als 250 Kinoleinwänden in Deutschland zu sehen sein.

Die vier Plakatmotive zeigen den ins Bild montierten Altkanzler mit Touristen und beim fiktiven Handschlag mit US-Präsident Barack Obama. Das erste dieser Plakate hängt bereits am Berliner Ostbahnhof.

Der Flughafen in Schönefeld solle nicht nur mit dem Namen Willy Brandts, sondern auch mit seiner Person verbunden werden, sagte Wowereit. Berlins früheres Stadtoberhaupt sei "ein sehr internationaler Politiker gewesen, der weltweit Anerkennung genoss". Platzeck erinnerte daran, dass Brandt "vergöttert wurde im Osten".

Wirtschaftlicher Schub für die Region

Beide Politiker begrüßten, dass der Flughafen diese historischen Bezüge gebührend abbilde. So soll neben dem weithin sichtbaren Schriftzug "Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt" über der Abflughalle auch eine Freifläche vor dem Airport den Namen Willy-Brandt-Platz erhalten und ein interaktiver Informationsstand im Terminal über das Wirken des SPD-Politikers berichten.

Sowohl Wowereit als auch Platzeck versprechen sich vom neuen Drehkreuz einen wirtschaftlichen Schub für die Region. Schon rund zwei Monate vor der Inbetriebnahme habe der Bau des Flughafens "Investitionen von rund 2,5 Milliarden Euro ausgelöst" und damit die Wirkung des Konjunkturpakets der Bundesregierung übertroffen, sagte Platzeck. 60 Prozent der Aufträge seien nach Brandenburg gegangen, den Aufstieg zum drittgrößten Standort für Luft- und Raumfahrttechnik verdanke das Land auch dem neuen Flughafen.

Wowereit verwies auf 20.000 Arbeitsplätze, die direkt mit dem Flughafen zusammenhingen. Im internationalen Wettbewerb für Ansiedlungen sei ein funktionierender Großflughafen ein wichtiger Standortfaktor.

Mit dem Bau des neuen Hauptstadtflughafens wurde im September 2006 begonnen. Zunächst sollen 27 Millionen Passagiere pro Jahr abgefertigt werden können, die Kapazität kann jedoch durch mehrere Ausbaustufen auf 45 Millionen erweitert werden. Die Gesamtkosten für den 1.470 Hektar großen Flughafen und die Gestaltung des Umfelds betragen vier Milliarden Euro.


Die wichtigsten Daten zum neuen Hauptstadtflughafen
Beginn der Bauarbeiten: September 2006
geplante Eröffnung: 3. Juni 2012; am Abend des 2. Juni werden die Flughäfen in Tegel und Schönefeld ihren Betrieb einstellen; in der Nacht erfolgt der Umzug zum neuen Airport
Startkapazität des neuen Flughafens: 27 Millionen Passagiere, ausbaufähig auf 45 Millionen Passagiere
Fläche: 1.470 Hektar (etwa 2.000 Fußballfelder)
Start- und Landebahnen: zwei
Gesamtkosten für Flughafen und Umfeldgestaltung: vier Milliarden Euro

Marc Kalpidis und Jens Kiffmeier, dapd



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