Winterurlaub für Familien: Wo Skifahren mit Kindern erschwinglich ist

Liftpässe, Skikurse und Hotels: Wer eine große Familie, aber ein kleines Budget hat, schminkt sich den Winterurlaub lieber gleich ab. Dabei gibt es Jugendherbergen und Naturfreundehäuser, die preiswerte Ferien ermöglichen - Lagerfeuer, Snowboardkurs und Tierspurensuche im Schnee inklusive.

Familienurlaub mit Kindern: Kleines Budget, große Abfahrt Fotos
Photopress/Adelboden

Zusammen mit seinen Kindern durch tiefen Schnee stapfen, Skipisten hinuntersausen und abends in einer urigen Herberge die winterliche Ruhe genießen - davon träumen viele Eltern. Doch teure Skipässe, Skikurse und Hotelzimmer schrecken immer mehr Familien ab, überhaupt in den Skiurlaub zu fahren.

Wer jedoch die Angebote der Jugendherbergen, Naturfreunde- oder Familiengästehäuser nutzt, der kann nicht nur kräftig sparen, sondern viel Spaß haben.

Viele Jugendherbergen in den deutschen Mittelgebirgen und im Alpenvorland bieten Familienferien an. So ist beispielsweise der Bayerische Wald ein wahres Paradies für Langläufer. Die Jugendherberge in Neuschönau-Waldhäuser bietet außer bestens präparierten Loipen auch drei Skilifte für Kinder und Anfänger (zwei Pistenkilometer, Familientageskarte für zwei Erwachsene und zwei Kinder kostet 29 Euro) sowie einen Rodelberg in unmittelbarer Nähe des Hauses an. Drei Übernachtungen im Familienzimmer mit Vollpension kosten dort 132 Euro pro Erwachsenen und 106 Euro für Kinder von 6 bis 12 Jahren (Termine zum Beispiel vom 5. bis 8. Januar).

Wer davon träumt, in den Weihnachtsferien einen Ski- und Snowboardkurs zu machen und eine Städtereise gleich dazu, der kann sich diesen Traum in der Jugendherberge in Lindau am Bodensee erfüllen. Jeden Morgen bringt der Bus alle Skifans ins nahe gelegene Skigebiet Hochhädrich in Vorarlberg zu den Ski- und Snowboardkursen (zehn Pistenkilometer). Abends lockt die romantische Altstadt auf der Insel, die in fünf Minuten zu Fuß zu erreichen ist, zu einem Bummel oder Kinobesuch.

Fünf Übernachtungen im Familienzimmer mit Vollpension kosten für Erwachsene 429 Euro pro Person, für Kinder von sechs bis 14 Jahren 409 Euro und für Kinder unter sechs Jahren 199 Euro. In den Preisen inbegriffen sind die Fahrten ins Skigebiet, Skikurse und Liftpässe (Termine zum Beispiel vom 25. bis 30. Dezember 2011).

Wer in den deutschen Jugendherbergen übernachten möchte, der muss allerdings Mitglied sein. Das wird man schnell und einfach über das Internet (www.djh-reisen.de, www.jugendherberge.de). Für Familien und Einzelmitglieder ab 27 Jahren beträgt der Jahresbeitrag 21 Euro, für Mitglieder unter 26 Jahren 12,50 Euro.

Schneeschuhtour, Langlaufkurse und Winterwanderwochen

Dagegen stehen die mehr als 400 Naturfreundehäuser nicht nur Mitgliedern, sondern jedermann offen. Seit über 100 Jahren sind sie Orte der Begegnung und engagieren sich seit jeher für nachhaltigen Umweltschutz. Die Häuser werden individuell von den jeweiligen Ortsgruppen verwaltet und von ehrenamtlichen Mitgliedern vermietet. Das "Naturfreunde"-Angebot umfasst spezielle Reisen wie Schneeschuh-, Winterwanderwochen und Langlaufkurse angeboten.

So können Groß und Klein mit Hüttenwirt Heinz vom Naturfreundehaus Feldberg auf Schneeschuhen die Natur erkunden und dabei lernen, Tierspuren zu lesen. Mit dem Wildnispädagogen Peter bauen Kinder Iglus, und abends beim Lagerfeuer wird zusammen gegrillt, gebastelt und gesungen. Zwei Übernachtungen mit Halbpension im Familienzimmer kosten 80 Euro pro Person, Kinder von fünf bis 17 Jahre zahlen 75 Euro pro Person, einschließlich einer geführten Schneeschuhtour, Kinderbetreuung und Lagerfeuerabend. (Termine: 24. bis 26. Februar und 30. März bis 1. April 2012).

Der Verein der Naturfreunde bietet Interessierten auch eine Schnuppermitgliedschaft für Familien für die Dauer von einem Jahr für 75 Euro an.

Winterurlaub im Passivhaus

Der österreichische Spezialanbieter JUFA - Jugend- und Familiengästehäuser in Graz hingegen bietet in mehr als 40 familiengerechten Häusern in Österreich und Süddeutschland Ferien an.

Im Ausseerland in der Steiermark mit seinen geheimnisvollen Seen und majestätischen Bergen können Familien auch noch während der Weihnachtsferien ein Quartier bekommen. Ein Wochenende plus Eintages-Skipass am Loser (29 Pistenkilometer), dem Hausberg der Region, gibt es in den Häusern Bad Aussee, Alt Aussee und Grundlsee bereits ab 119 Euro pro Person, Kinder bis zum vierten Lebensjahr sind gratis.

Im neuen JUFA Campus Futura bei Bleiburg, einem Passivhaus, dreht sich alles spielerisch um das Thema Energie. Dort "erfährt" man beispielsweise auf einem Spezial-Ergometer, wie lange man radeln muss, um diverse Geräte zum Laufen zu bringen. Eine vierköpfige Familie mit zwei Kindern im Alter von vier bis zehn Jahren zahlt für fünf Übernachtungen mit Halbpension im Familienzimmer 852 Euro.

Skifahren, Snowboarden, Langlaufen, Rodeln und Schlittschuhlaufen können große und kleine Skifans direkt vor den Toren von Bleiburg im weitläufigen Skigebiet auf der Petzen (26 Pistenkilometer, Tagespass 16 bis 29,50 Euro, Termine: 25. bis 30. Dezember).

Sybille Boolakee, srt

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insgesamt 6 Beiträge
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1. Empfehlungen die keine sind?
larry_lustig 02.12.2011
Ich finde es ja gut, dass zu den angesehenen Skiorten Alternativen gezeigt werden sollen, aber die SPON brachte sind keine. Zuerst "Billig Ski im Osten" jetzt "Skifahren mit Kindern erschwinglich...": 10km Piste ? Den einzigen Erfolg, den man da bei den Kindern hat ist, dass sie im 2 Urlaub schon gelangweilt sind. Der ganze Artikel schreibt an dieser Überschrift vorbei... (In der Schule hätte man gesagt: "Thema verfehlt") Gutes Skifahren ist teuer (sogar sauteuer), aber das ist nunmal so. Die Gäste wollen große Skigebiete mit vielen moderenen Liften. Und wer dies Skigebiete wie St. Anton, Ischgl, Kitzbühl oder Zermatt kennt, weiss, dass das immense Investitionen sind und es teuer ist. Aber der weiss auch, dass Skifahren 14 Tage lang nicht langweilig ist.
2. Super muss nicht teuer sein !
emmis 02.12.2011
Zitat von larry_lustigIch finde es ja gut, dass zu den angesehenen Skiorten Alternativen gezeigt werden sollen, aber die SPON brachte sind keine.
[QUOTE]Gutes Skifahren ist teuer (sogar sauteuer), aber das ist nunmal so. /QUOTE] Nun, das stimmt nur zum Teil. Leider wurden hier nur subventionierte Betriebe genannt, es gibt aber auch private Unterkünfte die mit unglaublich günstigen Konditionen in Feldberg, einem der grössten deutschen Mittelgebirgs-Skigebiet locken. Mit 50 km zum Teil beschneiten Pisten, Snowpark und 6er und 4er Sesselbahnen, braucht man sich am Feldberg nicht zu verstecken. Die Hütte liegt übrigens mitten auf den Pisten und ist gerade für Familien ideal. Allerdings muss man sich sputen, die Weihnachtsferien sind schon ausgebucht. http://www.emmendinger-huette.de/index.htm
3. Liftverbund Feldberg
emmis 02.12.2011
Wer noch mehr Infos zum Skigebiet Feldberg/Schwarzwald sucht, wird hier fündig: http://www.liftverbund-feldberg.de/
4. ....
larry_lustig 02.12.2011
Gut, der Feldberg wäre eine Alternative für Urlaub mit Kindern (zumindest für 3-4 Jahre) Vorteil: - Kostengünstig - kürzere Anreise (+++) Nachteil: - Kleines Gebiet - fahre ich in 2 Tagen komplett ab (für Urlaub mit Kindern nicht so wichtig, da reicht es) - niedrige Lage -> daher nicht scheesicher (Kinder freuen sich drauf und dann fällt es aus...) Ist für mich ein Gebiet, wenn man spontan fahren kann (nach Schneelage) und die Kinder an den Wintersport hingeführt werden sollen. Alternative Mayrhofen o. Lahnersbach im Zillertal - Skipass ist bezahlbarer als Zermatt /St. Anton - Unterkünfte gehen auch noch: http://www.haus-hochmuth.com (für Urlaub mit kleinen Kindern bevorzuge ich Ferienwohnungen) sehr schneesicher durch den Gletscher in Hintertux jeder sestzt andere Prioritäten Aber der Artikel vpn SPON ist meiner Meinung nach schlecht...
5. Kinderfreundlich
larry_lustig 02.12.2011
Das Stubaital bietet z.B. freien Skipass bis 10 und nicht nur bis 6 wie in vielen Gebieten. Nicht nur deswegen ist es vom ADAC als sehr kinderfreundlich bewertet worden.
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