Gezieltes Wegsehen Was WM-Muffel jetzt unternehmen

Fußballgucken ist nicht so Ihr Ding? Hier sind ein paar Ideen, was Sie endlich in Ruhe erleben und erledigen können, während die Fans vor den Fernsehern fiebern.

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Man kann sich die Samstagabend-Stimmung natürlich selbst vermiesen und beleidigt sein, weil sich der Freundeskreis zu nichts anderem als zum Fußballgucken verabreden will. Oder engsten Angehörigen innerlich die Gelbe Karte zeigen, weil sie spätestens ab Beginn der Vorberichterstattung nicht mehr ansprechbar sind. Man kann dem Deutschland-Spiel als Nichtgucker aber auch ziemlich gut gelaunt entgegenblicken.

Eine Kurzbefragung im Kollegen- und Kolleginnenkreis hat ergeben, dass Spielzeiten super sind, um endlich mal das zu tun, was sonst kaum einer will:

  • Anders als die deutsche Elf machen Sie nicht so gerne Sport, wenn Ihnen dabei Millionen zusehen? Dann auf ins Fitnesstudio! Dort ist es jetzt erfreulich leer. Und im Kursraum stehen die Chancen gut, dass Sie allein mit dem Trainer oder der Trainerin sind. Personal Training quasi - wann hat man das schon mal? Auch auf der Joggingstrecke können Sie jetzt ohne direkte Manndeckung Kilometer machen.
  • Dunkel wird es zum Glück ja erst spät. Die leeren Straßen sind perfekt, um mit dem Fahrrad zu einer Abendausfahrt aufzubrechen. Das Ziel: Die Eisdiele auf der anderen Seite der Stadt, die lange offen und deren Rote-Grütze-Eis einen Ruf wie Donnerhall hat.
  • Sie wollten sich schon länger mal mit der Frage "Kaffeevollautomat - und wenn ja, welcher soll es sein" auseinandersetzen? Die Zeiten rund um die Deutschlandspiele sind perfekt, um Elektromärkte entspannt zu entern. Auch viele Möbelhäuser sind samstags lange für Ihre Kunden da. Und irgendwann muss man die Küche schließlich mal planen.
  • Die Großbildleinwand-Konkurrenz auschecken. Vielleicht ist am Abend ja Freiluftkino-Wetter. Wenn nicht, auch im Kinosaal stehen die Chancen gut, dass man auch noch beste Plätze bekommt, wenn man sich spontan entschlossen auf den Weg macht. Allein ins Kino? Warum nicht? Manche gucken sogar sehr gerne ganz alleine die WM.
  • Ruhe vor Jubelschreien oder entsetzten Rufen haben Sie, wenn Sie in stille Schwimmbadwasser abtauchen. Auf der 50-Meter-Bahn gleiten Sie jetzt voran, ohne von knallharten Sportschwimmern beiseite gekrault zu werden. Auch im Freibad - traumhafte Bedingungen!
  • Planen Sie anstehende Bahnreisen mit dem WM-Spielplan in der Hand. Eine fehlende Sitzplatzreservierung ist rund um die Deutschland-Spielzeiten unproblematisch. Die Chance, Autofahrten auf verstauten Baustellenstrecken ohne Nervenverschleiß zu absolvieren, stehen ebenfalls gut. Um im Cruise-Modus zu bleiben: Auch Motorradfahrer, die auf Fußball verzichten, können jetzt super touren. Die Schleicher- und Traktorendichte auf beliebten Strecken ist jetzt deutlich geringer.
  • Ihre Kinder haben öfters mal Mund-Hand-Fuß oder Magendarm, das Fußballfieber hat sie aber noch nicht befallen? Dann nehmen Sie die Kleinen dort mit hin, wo unter normalen Umständen alle einen Koller bekommen: ins Spaßbad. Gut, die Abendspiele fallen in keine ideale Kinderzeit. Aber das nächste Nachmittagsspiel kommt bestimmt. Wenn Deutschland am Mittwoch (27.6.) um 16 Uhr gegen Südkorea spielt, geben die großen Jungs die Herrschaft über die Wasserrutsche auf, und Bahn und Dinobecken sind frei für die Kleinen.
  • Warteschleifen lassen sich jetzt gut abkürzen: Haben Sie noch den einen oder anderen aufgeschobenen Hotlineanruf zu tätigen? Der nächste freie Platz gehört Ihnen! Auch das Leergut-Wegbringen zum Automaten sparen Sie sich am besten bis kurz vor Anpfiff.
  • Sie haben einen Instagram-Account? Dann: Handy-Akku laden und schnell hinaus. Jetzt sind die Stunden, wo Ihnen an vielen Orten in der Stadt endlich die Aufnahmen gelingen, für die sonst zu viele Menschen im Weg sind.

ele

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insgesamt 10 Beiträge
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rainerwäscher 23.06.2018
1. Menschenleer
Bahnfahren während eines Deutschlandspiels ist wirklich angenehm. Früher wurden wir sogar vom Zugführer per Durchsage über das Spiel auf dem laufenden gehalten. Das ist heutzutage dank WLAN nicht mehr nötig.
lachina 23.06.2018
2. Ich war während der ersten Spiele in Berlin ....
Museen und Straßen fast leer , freie Parkplätze in Mitte und in Cafés und Restaurants glückliche Public Viewer aus dem Kiez - gerne wieder ....
info@immo-fast.de 24.06.2018
3. Kraulschwimmen ohne Schildkröten
Da nur wenige Bademeister das Kraulschwimmen durch Abtrennen von Bahnen fördern (Der Verfasser ELE?? wohl auch nicht) könnte man die Gelegenheit nutzen von weniger Querschwimmern und Riesenschildkröten gestört zu werden.
Nania 24.06.2018
4.
Zitat von rainerwäscherBahnfahren während eines Deutschlandspiels ist wirklich angenehm. Früher wurden wir sogar vom Zugführer per Durchsage über das Spiel auf dem laufenden gehalten. Das ist heutzutage dank WLAN nicht mehr nötig.
Oh ja. Es ist zwar nicht dieses Mal gewesen, aber bei der letzten WM bin ich bei einem Viertel- oder sogar Halbfinalsspiel von Deutschland mit der Bahn unterwegs gewesen. Es war die entspannteste Fahrt, die ich je hatte. Es war kaum jemand unterwegs und die, die unterwegs waren, waren allesamt keine Fußballfans. Es war ruhig im Zug, angenehm, es hat kaum jemand laut gequatscht... Sehr schön. Ein weiterer Tipp: Theaterbesuche! Die Theater freuen sich über Zuschauer, man kann vielleicht sogar mal mit den Schauspielern in Kontakt kommen und die Atmosphäre ist familiärer.
fatherted98 25.06.2018
5. fast...
...hätte es ja geklappt, dass dieser Unsinn bereits schon am Wochenende ein Ende gefunden hätte....ich habe noch Hoffnung aus Süd-Korea....evtl. fliegt "die Mannschaft" ja doch früher heim.
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