"Working Holiday"-Programm Australien lockert Visabestimmungen

Für junge Reisende soll das Jobben in Australien länger möglich sein: Wer ein "Working Holiday"-Visum hat, soll ab Sommer 2019 drei Jahre bleiben dürfen - unter einer Voraussetzung.

Backpacker in Darwin, Australien
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Backpacker in Darwin, Australien


Australien lockert die Bestimmungen für sein "Working Holiday"-Programm, mit dem Rucksackurlauber aus dem Ausland eine vorübergehende Arbeitserlaubnis bekommen. Dies kündigte Premierminister Scott Morrison bei einem Besuch auf einer Farm im Bundesstaat Queensland an.

Ab Juli 2019 sollen Touristen, die sich ihre Reise mit Arbeit finanzieren, maximal drei, statt zwei Jahre bleiben dürfen. Dies gilt allerdings nur, wenn sie davon mindestens sechs Monate in Agrarbetrieben arbeiten, die unter einem Engpass etwa an Erntehelfern leiden. Die neue Regelung soll helfen, den Arbeitskräftemangel in der Landwirtschaft einzudämmen. Zudem soll auch in Regionen gearbeitet werden können, in denen das bislang nicht möglich war.

Das "Working Holiday"-Programm ist bei jungen Deutschen beliebt. Zuletzt kamen mit diesem Sondervisum knapp 24.000 Bundesbürger nach Australien. Insgesamt erteilten die Behörden mehr als 210.000 Visa. Insgesamt 45 Länder sind berechtigt, an dem Programm teilzunehmen.

Auch die Altersgrenze soll angehoben werden - zumindest für Reisende aus bestimmten Ländern: Bislang lag sie bei 30 Jahren, künftig sollen Touristen bis zum Alter von 35 Jahren das entsprechende Visum bekommen. Nach den aktuellen Plänen gilt diese Regelung jedoch zunächst nicht für Deutsche.

Für die Besitzer von "Working Holiday"-Visa gilt der gesetzliche Mindestlohn von 18,93 australischen Dollar - umgerechnet knapp 12 Euro. Eine in der vergangenen Woche veröffentlichte Studie der University of New South Wales aber kam zu dem Schluss, dass ein Großteil der ausländischen Studenten und Rucksackreisenden in Australien nur einen Bruchteil des Mindestlohns erhält.

Das "Working Holiday"-Programm steht daher immer wieder in der Kritik, weil manche Arbeitgeber die Backpacker ausnutzten.

ele/AFP/dpa



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