Ranking der größten Motorjachten Planken des Prunks

Rochenhaut-Tapete, Helikopter-Landeplatz und Squash-Court - alles wichtig. Doch das ausschlaggebende Kriterium für Milliardäre bei der Wahl ihrer Superjacht scheint die Länge zu sein. Hier ist das Ranking von "Boote Exclusiv".

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Von Jürgen Pander


Einmal noch darf sich die Jacht "Azzam" von Scheich Khalifa Bin Zayed Al Nahyan, des Emirs von Abu Dhabi, auf Platz eins sonnen. Denn mit 180 Metern Länge ist das von der Bremer Lürssen-Werft gebaute Schiff nach wie vor die imposanteste Motorjacht der Welt.

Das dürfte sich in zwei Jahren ändern. "Mit dem 182,6 Meter langen 'Projekt REV' entsteht bei Vard in Norwegen derzeit ein Superlativ, der bei seiner Ablieferung im Jahr 2020 alle Rekorde brechen wird", sagt Martin Hager, Chefredakteur der Fachzeitschrift "Boote Exclusiv", die soeben das aktuelle Ranking der "200 größten Motorjachten der Welt" veröffentlicht hat.

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Motorjachten der Superlative: Planken des Prunks

Der seit Jahren anhaltende Trend des "Noch länger, noch luxuriöser, noch exklusiver" hat dazu geführt, dass die Einstiegslänge in den Klub der 200 Superjachten jetzt bei 70 Metern liegt. Insgesamt finden sich im neuen Ranking 28 Neueinsteiger, die seit der letzten, vor zwei Jahren erstellten Rangliste in die elitäre Flotte der Highend-Motorjachten gestoßen sind. Das imposanteste Schiff darunter ist die bei Lürssen in Bremen gebaute, 136 Meter lange "Shu", die im Herbst ausgeliefert wird und sich auf Rang 14 einreiht.

Schwimmbecken drinnen und draußen, Sauna- und Badelandschaften, Helikopter-Hangars, Unterseeboote, Konzertsäle, Tonstudios, Squash-Courts und natürlich Suiten mit allem erdenklichen Komfort - das sind die Extras, mit denen die Schiffe in dieser Klasse punkten. Je nach Geschmack und Vorlieben des Eigners gibt es dann beispielsweise Tapeten aus Rochenhaut, Spezialtanks für allzeit frischen Hummer oder eine Einrichtung, die die Atmosphäre eines Schweizer Chalets perfekt nachahmt.

Mit der Superjacht zum Skifahren? Geht auch

Letzteres ist auf der Jacht "Cloudbreak" der Fall. Das bei der Werft Abeking & Rasmussen in Lemwerder gebaute Schiff ist 72,5 Meter lang, steht auf Platz 175 der Rangliste und gehört einem russischen Eigner, der eine Vorliebe für Heli-Skiing hat. Deshalb hat er das alpenländische Idyll an Bord - und deshalb auch einen Helikopter-Landeplatz samt Hangar, eben für die Ausflüge auf Tiefschneepisten in Küstennähe.

Jachten wie die "Cloud Brake" stehen für einen neuen Trend in der Szene. "Die sogenannten Explorerformate, die vor allem sehr seetüchtig, sehr robust und sehr effizient ausgelegt sind, werden immer beliebter", sagt Jachtexperte Hager. Womöglich ist es so, dass einigen Milliardären das Luxusleben in Porto Cervo, Miami oder St. Tropez doch hin und wieder etwas langweilig wird. Da könnte eine Fahrt durch die Nordwestpassage oder um Kap Horn für einen neuen Kick sorgen. Viele der neuen Schiffe jedenfalls sind sogar eistüchtig.

Was kostet so ein Schiff eigentlich?

Die interessante Frage nach dem Preis der maritimen Eskapaden lässt sich leider nur sehr ungenau beantworten. Früher galt einmal als Faustregel die Gleichung: Ein Meter Superjacht kostet etwa eine Million Euro. Das stimmt so nicht mehr. Beispielsweise steht gerade, wie Hager berichtet, bei einem Londoner Jacht-Broker die 73,2 Meter lange "Planet Nine" für 85 Millionen Euro zum Verkauf. Und eine Faustregel gilt natürlich nach wie vor: je exklusiver und außergewöhnlicher, desto teurer.

Wer kann sich so etwas leisten? Milliardäre und Multimillionäre. Erstmals übrigens gab es in der neuen Rangliste eine Veränderung bei den Eignernationalitäten. Gehörten bislang die meisten der Superjachten US-Amerikanern, dominieren jetzt russische Eigner (33 von 200) vor den US-Amerikanern (31) und Eignern aus unterschiedlichen Staaten in Nahost (insgesamt 38). Deutsche Jachtbesitzer in dieser Klasse gibt es kaum.

Dafür ist Deutschland als Standort für den Superjachtbau nach wie vor die erste Adresse. 85 Yachten aus den aktuellen Top 200 entstanden hierzulande. Zu den führenden Betrieben gehören Lürssen in Bremen, Abeking & Rasmussen in Lemwerder und Nobiskurg in Rendsburg. Andere große Jachtbau-Nationen sind Holland (52 von 200) und Italien (20).

Im Video: Mega Umzüge- Luxusyachten auf Reisen

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