"Deutschland"-Reederei am Ende Das "Traumschiff" ist pleite

Das Fünf-Sterne-Schiff "Deutschland" macht seiner Eignerin keine Freude. Die Beteiligungsgesellschaft, der auch die Reederei Peter Deilmann gehört, stellte einen Antrag auf Insolvenz.

"MS Deutschland" aka ZDF-"Traumschiff": Unruhige Gewässer
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"MS Deutschland" aka ZDF-"Traumschiff": Unruhige Gewässer


Neustadt - Die als ZDF-"Traumschiff" bekannte MS "Deutschland" ist in einen finanziellen Schlingerkurs geraten. Die Geschäftsführung der MS-"Deutschland"-Beteiligungsgesellschaft, die Eigentümerin des Schiffes ist, stellte beim Amtsgericht Eutin in Schleswig-Holstein einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung. Auf dem 1998 in Betrieb genommenen Schiff hat das ZDF die Serien "Das Traumschiff" und "Kreuzfahrt ins Glück" gedreht.

Aktuell belaufen sich die Verbindlichkeiten des "Traumschiffs" auf rund 56 Millionen Euro, davon sind etwa 50 Millionen Euro Anleiheschulden. Finanziert wird die MS-"Deutschland"-Beteiligungsgesellschaft, zu der sowohl die Reederei Peter Deilmann als auch die "Deutschland" gehören, durch Mittelstandsanleihen. "Diese Art der Finanzierung war ein Fehler, den wir jetzt korrigieren müssen", sagte der zum Sachwalter bestellte Unternehmensberater Wolfram Günther. "Wir zahlen allein 2,5 bis 3 Millionen Euro Zinsen pro Jahr."

Die Anleihen waren 2012 vom vorigen Besitzer des Schiffes, dem Münchner Investor Aurelius ausgegeben worden, um frisches Kapital für das Kreuzfahrtschiff zu beschaffen. Anfang dieses Jahres verkaufte Aurelius die Beteiligungsgesellschaft an den Finanzinvestor Callista Private Equity. Seit Anfang Oktober hat sich die Liquiditätssituation weiter verschlechtert.

Kreuzfahrten finden vorerst statt

Am 12. November muss nun die Gläubigerversammlung darüber entscheiden, wie es mit der "Deutschland" weitergeht. Ein erstes Treffen am 8. Oktober war wegen zu geringer Beteiligung nicht beschlussfähig. "Es gibt bereits eine Reihe von Interessenten für eine Beteiligung an dem Schiff. Aber ohne massiven Verzicht auf Seiten der Gläubiger wird es nicht gehen", sagte Günther. Er sei optimistisch, die "Deutschland" langfristig wieder in sicheres Fahrwasser zu bringen.

Die Buchungslage für das nächste Jahr ist nach Angaben der Reederei gut. In Kreuzfahrtriesen mit Platz für mehrere Tausend Passagiere sieht Günther keine Konkurrenz für die "Deutschland" mit knapp 300 Kabinen. "Das Schiff ist nicht im Mainstream angesiedelt, sondern hat ein eigenes Publikum, das die intime Atmosphäre schätzt", sagte er. Die anstehenden Reisen der "Deutschland" sollen jedenfalls wie geplant stattfinden - jedenfalls bis zum Werfttermin im November.

Eine von Günthers ersten Aufgaben werde es sein, die Finanzierung des Werftaufenthaltes zu sichern, damit das Schiff Ende des Jahres auf Weltreise gehen kann, sagte der Sachwalter. Die Gehälter der rund 300 Mitarbeiter an Land und auf See sind bis Ende Januar durch die Arbeitsagentur gesichert.

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abl/dpa

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Susi Sorglos 29.10.2014
1.
Was Wunder . Die 16 Millionen Deutschen sind da drauf gewesen und die anderen interessiert so eine Fahrt halt nicht.
Enkidu 29.10.2014
2.
Aus dem Spiegel vom 8.8.2005: 'Unternehmer Martin Schoeller zu ex-Bundeskanzler Schröder: Die Abschaffung der Besteuerung von Veräußerungsgewinnen ... sei "einfach phantastisch".' Dem werden der Münchner Investor Aurelius und der Finanzinvestor Callista Private Equity bestimmt aus vollem Herzen beipflichten.
hansulrich47 29.10.2014
3. Das war absehbar!
Wer für Anleihen extrem hohe Zinsen zahlen muss, steht auf wackeligen Füssen. In diesem Uralt-Schiff fühlen sich vermutlich nicht mal die Rentner wohl, die mit Begeisterung (?) die ZDF-Schinken der Traumschiffreihe anglotzen .....
Robeuten_II 30.10.2014
4.
Zitat von hansulrich47Wer für Anleihen extrem hohe Zinsen zahlen muss, steht auf wackeligen Füssen. In diesem Uralt-Schiff fühlen sich vermutlich nicht mal die Rentner wohl, die mit Begeisterung (?) die ZDF-Schinken der Traumschiffreihe anglotzen .....
Hm, und wer hat diese absurden "Mittelstandanleihen" augenommen, und wer hat die Gründe dafür geschaffen? Dabei sind doch Unternehmerinnen so viel erfolgreicher - einfach einmal auf wikipedia die Geschichte nachlesen: Ein Mann macht eine Klitsche groß, seine beiden Töchter vernichten den Laden in nicht einmal einer Dekade...
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