Zehn Dollar pro Besuch EU kritisiert geplante US-Einreisegebühr

Nach einem Plan des US-Kongresses sollen Einreisende eine Art Eintrittsgebühr zahlen. Die EU-Kommission hält davon wenig - doch US-Abgeordnete wollen mit den Einnahmen künftige Tourismuskampagnen finanzieren.


Brüssel - Die EU-Kommission hat ihre Kritik an der vom US-Kongress diskutierten Einführung einer Gebühr von zehn Dollar für die Einreise in die Vereinigten Staaten bekräftigt. "Die Einführung einer solchen Gebühr wäre ein Rückschritt", sagte Kommissionssprecher Michele Cercone am Montag in Brüssel.

In den USA wird die Einführung einer Eintrittsgebühr für Reisende diskutiert, die für Kurzaufenthalte in den Vereinigten Staaten kein Visum benötigen. Dies gilt für die meisten Europäer sowie für Reisende aus Japan, Australien, Neuseeland und einigen kleineren Ländern.

Seit Januar müssen sich Bürger aus diesen Ländern spätestens 72 Stunden vor ihrer Abreise in die USA allerdings über ein Online-Portal namens Esta bei den US-Behörden registrieren. Über dieses Portal soll nach den im US-Kongress diskutierten Plänen auch die Eintrittsgebühr von zehn Dollar erhoben werden, mit der nach Vorstellung einiger Abgeordneter ein Werbeprogramm für Reisen in die USA finanziert werden soll.

Kommissionssprecher Cercone erklärte, die Kommission werde bei einer Umsetzung dieser Überlegungen prüfen müssen, ob Esta nicht einer Wiedereinführung der Visumspflicht durch die Hintertür gleichkomme. Zudem liefe die Erhebung einer Gebühr dem eigentlichen Zweck des Online-Portals zuwider, sagte der Sprecher: "Eine Gebühr würde wahrscheinlich die Bereitschaft verringern, sich schon frühzeitig bei Esta anzumelden, und damit das eigentliche Ziel des Systems untergraben, nämlich eine verbesserte Sicherheit."

Die USA hatten die Einführung der Registrierungspflicht damit begründet, zum Schutz vor Terrorangriffen müssten Besucher schon vor ihrer Abreise in die USA überprüft werden.

sto/AP



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