Zugentgleisung ICE-Strecke durch Landrückentunnel wird freigegeben

Zweieinhalb Wochen nach der ICE-Entgleisung ist der Landrückentunnel wieder befahrbar. Am Dienstagabend werden die ersten Züge die Unfallstelle zwischen Würzburg und Fulda passieren. Passagiere müssen sich weiterhin auf minimale Verspätungen einrichten.


Frankfurt am Main/Gotha - Ab Dienstagabend um 22 Uhr nimmt die Bahn den Verkehr durch den Landrückentunnel wieder auf. Der Tunnel bei Fulda wurde durch den Zusammenstoß eines ICE-Zuges mit einer Schafherde Ende April schwer beschädigt. Die Züge könnten bislang jedoch nur eingleisig durch den Tunnel fahren, sagte ein Bahn-Sprecher am Dienstag in Frankfurt am Main.

Dadurch werde es auf der Strecke zwischen Würzburg und Fulda in beiden Richtungen nach wie vor Verzögerungen von fünf bis sieben Minuten geben. Wegen der Reparaturarbeiten nach dem Zusammenstoß eines ICE-Zuges mit einer Schafherde Ende April hätten die Fahrgäste bisher jedoch Verspätungen zwischen 20 und 40 Minuten in Kauf nehmen müssen. Ab Mitte Juni soll der Tunnel wieder komplett befahrbar sein.

Vor zweieinhalb Wochen war ein ICE mit Tempo 220 in dem Tunnel in eine Schafherde gerast. 19 Menschen wurden verletzt und mehr als 20 Tiere getötet. Nach Bahn-Angaben entstand bei dem Unfall ein Schaden in Millionenhöhe. Schienen, Schwellen und Schotter mussten auf einer Länge von 1,6 Kilometern in der einen und 300 Metern in der anderen Richtung komplett entfernt und neu verlegt werden.

Anschlag mit Steinen

Unbekannte haben am Montagabend in Thüringen einen ICE mit Steinen beworfen und beschädigt. Wie die Bundespolizei am Dienstag in Erfurt mitteilte, befand sich der ICE 1659 auf der Fahrt von Frankfurt am Main nach Leipzig, als er um 23.25 Uhr kurz vor der Einfahrt in den Bahnhof Gotha mit Steinen beworfen wurde. Dabei gingen zwei Scheiben zu Bruch. Die Reisenden blieben unverletzt. Der betroffene Zugteil musste jedoch abgekoppelt werden, die Passagiere in einen anderen Teil ausweichen.

abl/AFP/ddp/dpa



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