Zugfahrt durch die USA Wohin reist du, so im Leben?

Ein Zug voller Menschen ist ein Zug voller Geschichten: Die Journalistin Tamara Lush ist 15 Tage lang durch die USA gereist und hat Dutzenden Passagieren genau zwei Fragen gestellt - hier sind die Antworten.

Tamara Lush / AP Photo

Tamara Lush hatte einen Notizblock, einen Computer und zwei Fragen im Gepäck, als sie Mitte Januar in Orlando in den Zug stieg. 15 Tage lang wollte sie die USA auf Gleisen bereisen und dabei mit möglichst vielen Menschen ins Gespräch kommen.

"Wohin reist du mit diesem Zug? Und wohin reist du in deinem Leben? Das wollte ich von den Leuten wissen", sagt die Journalistin, die für die amerikanische Nachrichtenagentur Associated Press (AP) arbeitet.

Acht Antworten hat sie nun veröffentlicht. "Allerdings gibt es Dutzende andere Menschen, die ich traf, über die ich aber nicht geschrieben habe." Zum Beispiel Simone Wolf, eine Deutsche, die seit 18 Monaten in den Zügen von Amtrak, dem amerikanischen Eisenbahnunternehmen, unterwegs war. Lush traf sie am zweiten Tag ihrer Reise - und erfuhr, was Wolf am Bahnfahren in den USA begeisterte.

"Die Welt ist gut"

"Das Wichtigste, was ich auf meinem Trip gelernt habe: zu vertrauen. Nichts ist so schlecht, wie es in der Schule, in den Nachrichten, im Fernsehen oder auf dem Computer den Anschein macht", sagt Wolf. "Die Welt ist gut."

Keine üble Erkenntnis - gerade in diesen Tagen, in denen ihr Land so gespalten sei, findet Lush. Sie schwärmt von Menschen, die einer jungen Frau mit Kleinkind und Karre in einem Schnellzug in Oakland ihre Hilfe anboten. Von dem höflichen Mann aus San Francisco, der sich so überschwänglich bedankte, weil er ihr Handy benutzen durfte, um seinen Sohn anzurufen. Und von Menschen, die so "energisch das Glück suchen".

Lesen Sie hier die Geschichten der Menschen im Amtrak-Zug:

Was all die Menschen gemeinsam hatten, mit denen Lush gesprochen hat? "Sie versuchen, ihr Leben zu genießen - sei es, weil ihre Tage aufgrund einer Krebsdiagnose gezählt sind. Oder weil es einfach großartig ist, seine Fernbeziehung mit einem Besuch inklusive Heiratsantrag zu überraschen."

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Ihr Interviewprojekt nennt die AP-Korrespondentin "Tales from a Train" - Geschichten aus dem Zug. Es entstand im Rahmen eines Kreativprogramms, zu dem Amtrak 24 Schriftsteller eingeladen hatte. Sie sollten sich beim Reisen mit dem Zug ihren neuesten Werken widmen. Lush, die auch Bücher schreibt, erstellte nicht nur ihre Reiseporträts, sondern arbeitete auch an einem neuen Liebesroman.

jus/abl/AP

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insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
freudentanz 07.02.2017
1. Züge in den USA kann ich wirklich empfehlen
... natürlich nur wenn man Lust drauf hat und sich auf auch darauf einlassen will Amerikaner treffen zu wollen. Der Zug v. Chicago nach LA (natürlich tagsüber und nicht nachts durch die Rockies ... ) ist ein unvergessliches Erlebnis. Oder von New Orleans nach St.Louis .... brachial gut. Selbst der Pendlerzug von Baltimore nach NYC hatte es mir angetan obwohl der immer voll ist. Das man einen Bericht über eine junge Lady macht die ein (wahrscheinlich dünnes) Buch geschrieben hat finde ich schon merkwürdig aber der folgende Satz birgt natürlich sozialen Sprengstoff: .... Aber erst muss ich Geld verdienen um mir eine Wohnung leisten zu können ... wow. DAS IST AMERIKA. Hier in D heißt es im allgemeinen. ...Zuerst miete ich mir eine Wohnung und danach gehe ich zum Amt um diese mir bezahlen zu lassen .... aber nochmal: Zugfahren in den USA in einfach großartig
albertaugustin 07.02.2017
2. Grossartiger Bericht
ergänzt mit erklärenden Fotos. Gute Idee von Amtrak und hier umgesetzt von Tamara Lush. So etwas lese ich lieber als die dämlichen (sorry) Meldungen aus der Politik.
Le Commissaire 07.02.2017
3.
Zitat von freudentanz... natürlich nur wenn man Lust drauf hat und sich auf auch darauf einlassen will Amerikaner treffen zu wollen. Der Zug v. Chicago nach LA (natürlich tagsüber und nicht nachts durch die Rockies ... ) ist ein unvergessliches Erlebnis. Oder von New Orleans nach St.Louis .... brachial gut. Selbst der Pendlerzug von Baltimore nach NYC hatte es mir angetan obwohl der immer voll ist. Das man einen Bericht über eine junge Lady macht die ein (wahrscheinlich dünnes) Buch geschrieben hat finde ich schon merkwürdig aber der folgende Satz birgt natürlich sozialen Sprengstoff: .... Aber erst muss ich Geld verdienen um mir eine Wohnung leisten zu können ... wow. DAS IST AMERIKA. Hier in D heißt es im allgemeinen. ...Zuerst miete ich mir eine Wohnung und danach gehe ich zum Amt um diese mir bezahlen zu lassen .... aber nochmal: Zugfahren in den USA in einfach großartig
Das war auch mein Gedanke! :-) Hierzulande (und in manch anderen europäischen Ländern) sind für viele zuerst einmal die anderen für das eigene Wohlergehen zuständig. In den USA bin ich bislang nur wenige Male mit dem Zug gefahren, habe es aber auch immer genossen. Auf https://mynoise.net/ kann man sich übrigens Geräusche (amerikanischer) Züge anhören, als Hintergrundrauschen kann das ganz entspannend sein.
emobil 07.02.2017
4.
Zitat von freudentanz... natürlich nur wenn man Lust drauf hat und sich auf auch darauf einlassen will Amerikaner treffen zu wollen. Der Zug v. Chicago nach LA (natürlich tagsüber und nicht nachts durch die Rockies ... ) ist ein unvergessliches Erlebnis. Oder von New Orleans nach St.Louis .... brachial gut. Selbst der Pendlerzug von Baltimore nach NYC hatte es mir angetan obwohl der immer voll ist. Das man einen Bericht über eine junge Lady macht die ein (wahrscheinlich dünnes) Buch geschrieben hat finde ich schon merkwürdig aber der folgende Satz birgt natürlich sozialen Sprengstoff: .... Aber erst muss ich Geld verdienen um mir eine Wohnung leisten zu können ... wow. DAS IST AMERIKA. Hier in D heißt es im allgemeinen. ...Zuerst miete ich mir eine Wohnung und danach gehe ich zum Amt um diese mir bezahlen zu lassen .... aber nochmal: Zugfahren in den USA in einfach großartig
Was für ein Stuss! Leben Sie in den USA oder warum sind Sie so unbedarft und polemisch gegenüber den Lebensverhältnissen junger Menschen, die ihren ersten Haushalt gründen wollen? Woher haben Sie diese verzerrte Vorstellung, dass die Jugend nicht mehr arbeitet und sich von der Öffentlichen Hand alimentieren lässt?
spmc-121676002122637 07.02.2017
5. Menschen wie Du & Ich, mit natürlichen Bedürfnissen ...
... , jedoch vollkommen irrelevant für die Eliten und Strippenzieher, die das Umfeld bereiten. Als Individuen vollkommen damit beschäftigt, den Glauben am eigenen Glück nicht zu verlieren: Wie Du & Ich.
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