Zugbrand in Aachen Zwei Verletzte bei Feuer in Regionalbahn

Schnellbremsung, Türen auf und alle raus: In Aachen mussten 60 Fahrgäste ihren Regionalzug innerhalb kürzester Zeit auf offener Strecke verlassen. Die Bahn hatte Feuer gefangen - ein Triebwagen brannte vollständig aus.

DPA

Aachen - Eine Regionalbahn mit 60 Fahrgästen hat während der Fahrt in Aachen Feuer gefangen. Alle Fahrgäste konnten den Zug ohne Hilfe verlassen, wie ein Sprecher der Bundespolizei sagte. Fünf Menschen klagten über Unwohlsein, zwei erlitten leichte Rauchvergiftungen und wurden in einem Krankenhaus behandelt.

Das Feuer am Montag war gegen 10.50 Uhr am Triebwagen der Regionalbahn entstanden, die unterwegs von Stolberg nach Heerlen (Niederlande) war. Die Lokführerin bemerkte den Rauch und leitete in Höhe des Aachener Stadtteils Eilendorf eine Schnellbremsung ein. Zusammen mit einem Kollegen entriegelte die Frau die Türen, so dass die Passagiere aussteigen konnten. Das Feuer hatte sich zwischenzeitlich auf den gesamten Zug ausgebreitet, dichter Qualm zog durch die Wagen.

Die Passagiere konnten sich auf einen Seitenstreifen retten. Auch die Fahrgäste eines nachfolgenden Zuges mussten ihre Wagons auf freier Strecke verlassen. Die Oberleitung riss durch die Hitze. Nach Angaben des Sprechers der Bundespolizei brannte einer der zwei Triebwagen aus.

Die Strecke Richtung Aachen war bis zum Nachmittag gesperrt. Auch das Gleis Richtung Köln war erst nach einigen Stunden wieder befahrbar. Es kam zu zahlreichen Zugausfällen und Verspätungen, die Bahn setzte auf einigen Strecken Busse ein. Ein Sprecher der Bahn sagte, 27 Züge seien statt der ganzen Strecke nur Teile gefahren, 38 Züge hätten Verspätung gehabt, sieben seien umgeleitet worden.

dkr/dapd/dpa



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Eschenbürger 25.06.2012
1. Glück im Unglück
Die Passagiere hatten im Unglück das Glück, auf freier Strecke aussteigen zu können. In einem der kilometerlangen Zufahrtstunnel zum geplanten Tiefbahnhof "Stuttgart 21" hätte die Lokführerin die Wahl gehabt, ihre Fahrgäste im Tunnel ersticken zu lassen - oder bis in den Bahnhof durchzufahren. Dort wären dann womöglich die dort Wartenden auch noch erstickt, weil im Tiefbahnhof keine geeigneten Fluchtwege vorgesehen sind. Aber brennende Züge sind ja nur die Hirngespinste der Fortschrittsfeinde ..
quark@mailinator.com 25.06.2012
2. Gefangen ?
Es gab mal ne Zeit, da konnten die Passagiere nicht nur selbst die Türen entriegeln, sondern auch selbst den Zug anhalten. Aber das hat man ja abgeschafft. Jetzt ruft man vorne an und wenn der Zugführer senkt, es wäre angemessen, hält er an und läßt die Leute frei ... oder fährt halt weiter, obwohl wegen defekter Klimaanlage die Leute ohnmächtig werden. Sorry, es mag sogar sein, daß dies theoretisch die bessere Variante ist, aber ich will lieber frei und riskant leben, als überall so geschützt zu werden, daß es sich wie ein Gefängnis anfühlt. Was passiert, wenn die Zugführerin das mit den Türen nicht hinbekommt ?
MrStoneStupid 26.06.2012
3. Der Zugbrand soll gründlich untersucht werden
Wie kann ein Zugbrand besser verhindert und im Ansatz bekämpft werden? Sollte es in jedem Wagen einen Feuerlöscher geben? (immerhin sind dort oft sehr viele Menschen, das kann also Sinn machen) Des Weiteren sollen Evakuierungstests im Brandfall (mit Freiwilligen und eher harmlosen Rauchbomben) für größere Tunnelanlagen Pflicht werden. (imho)
Robert_Rostock 26.06.2012
4.
Zitat von quark@mailinator.comEs gab mal ne Zeit, da konnten die Passagiere nicht nur selbst die Türen entriegeln, sondern auch selbst den Zug anhalten. Aber das hat man ja abgeschafft. Jetzt ruft man vorne an und wenn der Zugführer senkt, es wäre angemessen, hält er an und läßt die Leute frei ... oder fährt halt weiter, obwohl wegen defekter Klimaanlage die Leute ohnmächtig werden. Sorry, es mag sogar sein, daß dies theoretisch die bessere Variante ist, aber ich will lieber frei und riskant leben, als überall so geschützt zu werden, daß es sich wie ein Gefängnis anfühlt. Was passiert, wenn die Zugführerin das mit den Türen nicht hinbekommt ?
Natürlich können die Passagiere auch heute noch den Zug anhalten. Nennt sich immer noch Notbremse. Außerdem ist es nicht der Zugführer, der den Zug anhält. Der sollte sich auch normalerweise nicht vorne im Führerstand aufhalten, sondern hinten bei den Passagieren.
Robert_Rostock 26.06.2012
5.
Zitat von EschenbürgerDie Passagiere hatten im Unglück das Glück, auf freier Strecke aussteigen zu können. In einem der kilometerlangen Zufahrtstunnel zum geplanten Tiefbahnhof "Stuttgart 21" hätte die Lokführerin die Wahl gehabt, ihre Fahrgäste im Tunnel ersticken zu lassen - oder bis in den Bahnhof durchzufahren. Dort wären dann womöglich die dort Wartenden auch noch erstickt, weil im Tiefbahnhof keine geeigneten Fluchtwege vorgesehen sind. Aber brennende Züge sind ja nur die Hirngespinste der Fortschrittsfeinde ..
Der betroffene Zug hätte gar nicht in den Stuttgarter Tunnel fahren dürfen, weil es sich um einen Zug mit Dieselantrieb handelte. Aber wenn Sie meinen, dass Tunnel generell zu gefährlich sind, sollten wir schleunigst anfangen, die Alpen abzutragen und bis dahin den größten Teil der Schweizer Bahnstrecken sperren.
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