Krisenstaat Zypern: Touristen sollten mehr Bargeld einstecken

Lange Schlangen an Geldautomaten, Probleme mit EC-Karten: Für Zypern-Urlauber bedeutet die derzeitige Situation, dass Bargeld besonders wichtig ist. Die Veranstalter sehen ansonsten wenige Probleme - denn noch hat die Hauptsaison nicht begonnen.

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Hotel auf Zypern: Pauschalurlauber kriegen wenig mit von der Krise

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Nikosia - Ohne Bargeld kommen Touristen in Zypern derzeit nicht weit. Seit die Banken geschlossen sind und viele Einheimische um ihr Erspartes fürchten, herrscht - was Bares angeht - Ausnahmezustand in Zypern. Sonst geben Reiseveranstalter, Auswärtiges Amt und Beobachter vor Ort aber Entwarnung: Große Einschränkungen müssen Urlauber nicht befürchten.

Reisende sollten viel Bargeld mit in den Urlaub nach Zypern nehmen. Offiziell kann man zwar noch immer bis zu 800 Euro am Geldautomaten ziehen. In der Praxis bekommen aber gerade Touristen mit Karten aus dem Ausland am Automaten deutlich weniger, berichten Betroffene. Einige Automaten gaben am Donnerstag bei deutschen EC-Karten zum Beispiel nur noch maximal 190 Euro heraus. Auch das Auswärtige Amt in Berlin rät Reisenden aus Deutschland, mehr Bargeld als ursprünglich geplant mitzunehmen.

Da viele Einheimische derzeit versuchen, möglichst viel Bares abzuheben, bilden sich vor den Automaten lange Schlangen. Wartezeiten von einer Stunde sind in diesen Tagen nicht ungewöhnlich. Auch wenn es technisch noch möglich ist, in Geschäften, Tankstellen oder Supermärkten mit der Kreditkarte zu bezahlen, bitten Geschäftsleute an der Kasse häufig um Barzahlung, weil auch sie selbst Liquiditätsprobleme bekommen.

Ein Schuhverkäufer in der Hauptstadt Nikosia begründete seine Bitte um Bargeldzahlung am Donnerstag damit, dass die Zyprer wegen der geschlossenen Banken kaum mehr Geld auf den Girokonten hätten. Von Engpässen bei Lebensmitteln, Medikamenten, oder Benzin war auch am Freitag auf der Insel nichts zu spüren.

Zurückhaltung bei politischen Themen

"Es ist besser, stehend zu sterben, als kniend zu leben." Sprüche wie diesen trugen die Zyprer in den vergangenen Tagen bei Demonstrationen auf Plakaten vor sich her. Auf die deutsche Bundeskanzlerin sind sie nicht gut zu sprechen. Vor Anfeindungen müssen sich Bürger der Bundesrepublik zwar nicht sorgen. Touristen sind jedoch gut beraten, keine politischen oder wirtschaftlichen Diskussionen mit Einheimischen zu führen oder mit erhobenem Zeigefinger aufzutreten.

Die großen deutschen Reiseveranstalter sehen die Situation in Zypern gelassen. "Es gibt derzeit keinerlei Einschränkungen", sagt der TUI-Chefreiseleiter auf Zypern, Georges Orphanou. Die Versorgung der Urlauber mit Bargeld sei sichergestellt. Bislang sei kein TUI-Gast in Geldnot geraten. "Für Urlauber ist alles wie immer."

Auch Rewe Touristik spürt laut Sprecher Christian Weßels keine Auswirkungen. "Wir haben keine besorgten Anfragen von Urlaubern vor Ort oder von Gästen, die in den kommenden Wochen nach Zypern fliegen." Bei Thomas Cook/Neckermann klingt das ähnlich: "Alles gut auf Zypern", sagt Sprecherin Nina Kreke. "Es gibt keine Probleme."

Rückflug lieber aus Deutschland buchen

Für diese Einschätzung gibt es mehrere Gründe. Zum einen ist derzeit in Zypern noch Nebensaison. "Das Geschäft geht eigentlich erst nach Ostern richtig los", sagt Sibylle Zeuch, Sprecherin des Deutschen Reiseverbandes (DRV). Die Luft erreicht derzeit Höchstwerte von 20 Grad, das Wasser kommt auf höchstens 18 Grad. "Hochsaison auf Zypern ist der Sommer", so Zeuch. So sind derzeit auch lediglich rund 250 TUI-Gäste auf Zypern.

Zum anderen sind die meisten Gäste der großen Reiseveranstalter Pauschalurlauber. Das heißt, sie werden vom Flughafen zum Hotel gebracht - mögliche Benzinknappheit ist für sie dann kein Problem. Viele haben All-inclusive oder Vollpension gebucht - sie geben also vor Ort kaum Geld aus, das meiste ist bereits im Vorfeld bezahlt. Für Individualreisende ist es dagegen ratsam, auch den Rückflug schon von Deutschland aus zu buchen.

Ohnehin ist Zypern kein besonders wichtiges Ziel für die deutschen Reiseveranstalter. Rund 150.000 Deutsche kommen jährlich auf die Mittelmeerinsel. Im Vergleich: Nach Mallorca reisten 2012 rund 3,45 Millionen Bundesbürger.

Johanna Uchtmann/dpa/sto

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