Von Martin Cyris
Fast zum Greifen nah bauen sich im Süden die Gipfel des Wetterstein- und des Karwendelgebirges auf. Links und rechts komplettiert das Werdenfelser Land das herrliche Panorama. Bunte Blumenwiesen und dunkles Tann sind die I-Tüpfelchen auf der bayerischen Bilderbuchszenerie - weshalb der Kranzberg bei Mittenwald ein beliebtes Ziel von Postkartenfotografen und Werbefilmern ist. Und seit wenigen Jahren auch für Barfußfans.
Denn nicht nur das herrliche Bergpanorama zieht einem die Schuhe aus, sondern auch der abwechslungsreiche Barfußwanderweg. Der Pfad ist bequem über einen Sessellift zu erreichen. Beim Berggasthof St. Anton werden Schusters Rappen in einem Schuhregal verstaut und los geht's auf nackten Sohlen über Stock und Stein. Zuerst über Kieselsteine, dann über Natursteinplatten, über Tannenzapfen, Rindenmulch und Holz. Auf insgesamt 23 Stationen werden die Füße natürlichen Reizen ausgesetzt und die Geschicklichkeit der Zehen trainiert.
Hauptattraktion ist der sogenannte Bärentatzenpfad. Hier kann man in die Fußstapfen des Braunbären Bruno treten - in Beton gegossene Originalabdrücke machen's möglich. Das Tier füllte im Frühjahr 2006 bekanntlich die Schlagzeilen und wurde vom früheren bayerischen Ministerpräsidenten Stoiber phantasievoll "Problembär" getauft - ohne ihm freilich ein langes Leben zu wünschen.
Lebensverlängernde Maßnahmen leiten dagegen die Besucher des Barfußwanderwegs ein, wenn sie sich kalte Füße holen. Ein kühler Gebirgsbach wirkt wie eine natürliche Kneippanlage. Auf der folgenden Blumenwiese werden die Treter wieder trocken. Der Kalt-Warm-Effekt stärkt das Immunsystem und die natürliche Fußreflexzonenmassage harmonisiert das Nervensystem. Schon Pfarrer Kneipp wusste: Ein gesunder Geist steht auf gesunden Füßen. Mit anderen Worten: Wenn der Schuh drückt, einfach ausziehen und rumlatschen. Barfußlaufen ist außerdem ein Segen für den gesamten Bewegungsapparat.
Nach rund eineinhalb Kilometern ist wieder der Berggasthof erreicht. Jetzt noch schnell die Füße an der Fußdusche gewaschen und dann die Kehlen spülen: Das Radler auf der Panoramaterrasse wartet.
Öffnungszeiten: täglich bis Einbruch der Dunkelheit, Anfang Mai bis Anfang Oktober
Eintritt: frei
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