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17.11.2009
 

Weniger Platz, weniger Service

Lufthansa will Billigflieger-Strategie kopieren

Lufthansa-Passagiere: In Zukunft noch weniger Beinfreiheit?Zur Großansicht
dpa

Lufthansa-Passagiere: In Zukunft noch weniger Beinfreiheit?

Engere Sitzreihen, weniger Platz, mehr Passagiere in der Kabine - Gäste der Lufthansa müssen sich schon bald auf Billigflieger-Verhältnisse einstellen. Auch bei der Verpflegung will die Linie kräftig sparen, um im Preiskampf mit Ryanair und Co. bestehen zu können.

Berlin - Billigflieger wie Ryanair und Air Berlin haben es vorgemacht - nun zieht die Deutsche Lufthansa Chart zeigen nach: Wegen der scharfen Konkurrenz auf ihren europäischen Linien will die Fluggesellschaft kräftig Geld sparen. Man werde daher in einigen Bereichen Elemente aus dem Geschäftsmodell der Lowcost-Gesellschaften übernehmen, sagte Vize-Konzernchef Christoph Franz der Tageszeitung "Die Welt".

Reisende müssen sich nach seinen Worten darauf einstellen, dass es künftig mehr Sitze in der Kabine gibt. Damit es nicht zu eng wird, sollen die Rückenlehnen schmaler werden. Auch das Angebot von Snacks und vollen Mahlzeiten - je nach Flugzeit - werde überprüft. Die bisherige Regelung mache die Flugplanung kompliziert und sehr teuer.

Wegen der hohen Kosten musste die Lufthansa laut Franz bereits erhebliche Marktanteile vor allem an Billiganbieter wie Ryanair oder Air Berlin abgeben. Franz kündigte an, den Heimatmarkt der Lufthansa zu verteidigen und verwies dabei auf die Übernahmen der Swiss und der Austrian Airlines. "Es kann doch nicht sein, dass wir mit viel Kraft- und Managementkapazitäten hingehen, um den einen oder anderen Auslandsmarkt wie die Schweiz oder Österreich als Heimatmarkt zu gewinnen und gleichzeitig wichtige Teile unseres Heimatmarktes verlieren", so der Manager.

Fokus auf das Kerngeschäft

Nach Ansicht von Franz müssen alle Lufthansa-Mitarbeiter dazu beitragen, damit der Trend sinkender Marktanteile gestoppt wird. "Wir müssen unser Territorium neu bestimmen, klar machen, was unser Kerngeschäft ist", sagte der Vorstand. Die Lufthansa werde dann wieder eine Sprache sprechen, die von Wettbewerbern verstanden werde. "Ein neuer Wettbewerbsgeist wird uns gut tun."

Dazu gehöre zum Beispiel auch, mit mehr Flugzeugen zu niedrigeren Kosten und attraktiven Preisen Marktanteile zu verteidigen oder neue Märkte zu schaffen.

Die Lufthansa klagt besonders seit der Wirtschafts- und Finanzkrise über eine schwache Nachfrage und einen großen Preisdruck. Zuletzt war die Zahl der Flüge im Winterflugplan reduziert worden. Im Gesamtjahr 2009 hat das Unternehmen nach eigenem Bekunden Mühe, einen operativen Gewinn einzufliegen. Schon Mitte Juli legte der Dax-Konzern ein Sparprogramm vor, mit dem die Kosten jährlich um eine Milliarde Euro gesenkt werden sollen.

Gleichzeitig stimmte der Konzern Investoren auf eine lange Durststrecke ein. "2010 wird eine schwierige Herausforderung für uns werden", sagte Vizechef Franz der "Financial Times Deutschland". "Wir sind in der Lage, genügend Tickets abzusetzen, aber wir sind nicht in der Lage, dabei das Preisniveau zu heben. Und ich sehe offen gestanden auch keinerlei Tendenz für eine nachhaltige Erholung." Das durchschnittliche Erlösniveau, also den Umsatz je Ticket früherer Jahre werde die Lufthansa nie wieder erreichen.

jok/AP/dpa-AFX

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insgesamt 115 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
25.11.2009 von Andiken: leidige Interviewserie

Wenn Sie solche Fragen stellen (müssen), dann deutet das massiv darauf hin, dass Sie sich nicht regelmässig informieren. Bevor und nachdem Franz von Swiss zur Lufthansa gewechselt ist, waren die Zeitungen voll davon - einschl. [...] mehr...

19.11.2009 von semper fi: -

*Ein* Interview wäre in Ordnung gewesen; das mit der "Börsenzeitung" beispielsweise. Dann hätten die anderen Medien - wie üblich - aus diesem *einen* Interview zitiert, mit ein bisschen Eigendichtung dazu und a Ruah [...] mehr...

19.11.2009 von highfly: die eigentliche Absicht...

Ich sehe diese Aussagen eigentlich aus einem anderen Blickwikel. Ich schließe mich hier vielen meiner Vorredner an dass die reduzierung des Services ein klaren Trend gegen dass gewollte Image darstellt, halte es aber auch für [...] mehr...

19.11.2009 von Andiken: ungünstiges Interview eines planlosen Managements

Was bitteschön soll dieses Interview zu diesem Zeitpunkt ? Hier wird von einem Manager über "angedachte" Sachen schwadroniert, welche noch weit von der Umsetzung entfernt sind - und bringt die LH damit schon jetzt in die [...] mehr...

18.11.2009 von semper fi: -

Danke. Mit diesen Mechnismen der Preisfindung bin ich einigermassen vertraut, habe ich doch vor vielen vielen Jahren beim Erarbeiten der ersten Algorithmen Unterstützung geleistet. Allerdings läuft dieses "Tool" nicht [...] mehr...

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