Berlin - 380 Hektar Land, mitten in Berlin, liegen brach. Das Tempelhofer Feld, größer als der Central Park in New York, hat vor anderthalb Jahren seine Aufgabe als Flugplatz verloren. Am Samstag soll es wieder zum Leben erweckt werden. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) wird den größten Park der Hauptstadt eröffnen - bei einem Volksfest, das unter Umständen nicht ganz so harmonisch verlaufen wird, wie von den Veranstaltern erhofft.
Am 30. Oktober 2008 startete das letzte Flugzeug von der Piste, wo schon Flugpionier Orville Wright 1909 eine Stunde lang durch die Lüfte gekreist war. Dazwischen lag ein Jahrhundert, in denen Tempelhof mit Zeppelinen und Rosinenbombern Geschichte schrieb. Die Schließung des Flughafens begleiteten zahlreiche Proteste. Doch der Senat blieb bei seinem Beschluss, den gesamten Flugverkehr auf dem künftigen Großflughafen Berlin Brandenburg International (BBI) im Südosten zu konzentrieren.
Was genau auf dem Areal passieren wird, ist noch nicht ausgemacht. Nach Wunsch der Hauptstadtplaner soll der Flugplatz künftig als "grüne Lunge" der Stadt fungieren und deshalb nicht bebaut werden. Zwei weitere Dinge sind klar: 2017 findet hier die Internationale Gartenausstellung (IGA) statt, und am Wochenende eröffnet der Tempelhofer Park. "Von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang wird er für die Berliner geöffnet sein", sagt der Sprecher der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Mathias Gille.
Für den Willen zum Grillen
Der Sport steht im Mittelpunkt des Fests, so wie er auch in Zukunft auf dem Gelände zu Hause sein soll. Fußball, Boule, Frisbee, Skaten, Laufen - wo kaum ein Baum im Weg steht, sind dem Auslauf keine Grenzen gesetzt. Für Berliner wichtig: Picknick- und Grillbereiche sind für die Bratwurst-Party reserviert. Allerdings - und das ist der Wermutstropfen - schließt der Park, wenn es dunkel wird. Anders als im Tiergarten sind nächtliche Gelage verboten. Zäune rund um das Gelände sollen dafür sorgen, dass das Verbot nicht unterlaufen wird.
An dieser Einschränkung entzündet sich der Ärger einiger Berliner, die sich im Bündnis "Reclaim Tempelhof" ("Tempelhof zurückfordern") zusammengeschlossen haben. Die Mitglieder stammen aus der linken Szene und haben Störaktionen für das Festwochenende angekündigt. "Wir verlangen, dass der Zaun abgebaut wird, und außerdem einen Baustopp, um mehr Bürgerbeteiligung bei der Planung des Parks zu ermöglichen", sagt Konny N., der dem Bündnis angehört und seinen Nachnamen nicht nennen will.
Das Bündnis setzt auf vielfältigen Protest, wie etwa "Zaunspaziergänge und Zaunattacken", sagt Konny N. Auch sind mehrere Demonstrationen geplant und eine Aktion zur Erinnerung daran, dass im Flughafen in der NS-Zeit ein Konzentrationslager untergebracht war. "Wir sehen dem gelassen entgegen", sagt Sprecher Gille. Die Veranstalter erwarten eine "große Feier und hoffen, dass sich alle zivilisiert verhalten".
Ausstellung in der Flughafen-Haupthalle
Auch die Anhänger des einstigen Flughafens haben ihren Protest nicht aufgegeben. Einer ist Jens Rosenow, Pilot und Mitgesellschafter der Tempelhof Aviators AG. Er hält eine Wiederaufnahme des Flugbetriebs für möglich. "Dem könnte eine politische Entscheidung vorausgehen, oder ein privater Betreiber eröffnet einen Verkehrslandeplatz", sagt er. Die Tempelhof Aviators reichten 2009 beim Senat ein entsprechendes Betriebskonzept ein, das abgelehnt wurde. Es sah im südlichen Bereich einen Landeplatz für Flugzeuge bis 14 Tonnen vor und im nördlichen ein Museum und einen Naherholungsbereich. "Tempelhof ist unzertrennlich mit Luftfahrt verbunden", sagt Rosenow. Es gebe keine andere Nutzung, die wirtschaftlicher sein könnte.
Vom Gewicht der Geschichte weiß auch das Land Berlin und öffnet deshalb an den Tagen des Fests die Türen der einstigen Haupthalle, wo eine historische Ausstellung zu sehen sein wird. Das Flughafengebäude, einst das größte Flächengebäude der Welt, bleibt ansonsten geschlossen. Ab Montag führt der Eingang zum Park durch Türen im Gitterzaun.
Mechthild Henneke, AFP
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Lesen Sie einfach meinen Post nochmal durch. Dort habe ich die Einfachhheit simpler Spaßgesellschaftsbürger dochwohl ausreichend beschrieben, oder? mehr...
Ich hab nicht so ganz verstanden: was genau stört Sie denn nun? Der Flughafen an sich, die Wiese oder Menschen, die sich freuen? mehr...
Was Sie hier so blumig beschreiben, ist nichts weiter die Infantilinität einiger grünen Paradies-Installateure. Wer eine simple Rasenfläche und eine noch größere Betonfläche positiv bewertet, weiß nicht wovon er spricht! Was [...] mehr...
Also ich weine dem alten Flughafen nach. Da man sich nun mal entschlossen hat die Bundesregierung an den Rand des Landes zu verlegen, muß ich so ca. 15-20 mal pro Jahr nach Berlin und da war Tempelhof Klasse. 5 Minuten von der [...] mehr...
Kleiner Tipp. Einfach mal wegziehen. Ich war am Sonntag auf dem Flughafen um mit Freunden zu skaten. Keiner in Berlin braucht den Flughafen Tempelhof, vielleicht ist man als Privatflieger in Düsseldorf ( leider kommen immer [...] mehr...
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