Hamburg - Ungeachtet der Diskussion um überhitzte ICE-Züge häufen sich beim Eisenbahn-Bundesamt (EBA) Beschwerden von Bahnkunden, die wegen der Verspätung ihres Zuges eine Entschädigung beantragen. Seit Sommer 2009 ist die Bahn verpflichtet, bei Fahrplanüberschreitungen von mehr als 60 Minuten bis zur Hälfte des Ticketpreises zu erstatten.
Schriftlich reklamierende Kunden bekamen in mehreren Fällen von der Bahn die Antwort, sie sollten die Fahrkarte als Beleg einreichen - nur so sei eine Entschädigung möglich. Die meisten Kunden hatten das Ticket aber bereits ihrer Reklamation beigefügt; sie fühlen sich schikaniert. In einem dem EBA vorliegenden Beschwerdebrief heißt es etwa: "Ich hoffe doch sehr, dass das Verlieren von Fahrkarten durch die Deutsche Bahn nicht ein Weg ist, Kunden von ihrer zustehenden Entschädigung abzuhalten."
Die Leiterin der Schlichtungsstelle Nahverkehr in Nordrhein-Westfalen, Sara Zühlsdorff, bestätigt, es gebe "immer wieder" derartige Fälle. Sie erschwerten die Arbeit, "weil die Beweislast beim Kunden liegt". Ein Sprecher des Eisenbahn-Bundesamtes, der Aufsichtsbehörde der Bahn, erklärte, die Problematik sei "derzeit Gegenstand eines Ermittlungsverfahrens". Bis zum Abschluss des Verfahrens könne jedoch keine Einschätzung abgegeben werden, inwiefern die Bahn gegen die Fahrgastrechteverordnung verstoße.
Reisegutscheine im Wert von 219.000 Euro
Die Bahn zeigt sich unterdessen flexibel: "Im Sinne unserer Kunden akzeptieren wir auch alternative Nachweise für den Ticketkauf oder streben eine kulante Lösung an."
Kulant zeigt sich das Unternehmen inzwischen auch den zahlreichen Hitzeopfern gegenüber. Bisher hat die Bahn etwa 3.800 betroffene Fahrgäste entschädigt. Dies sagte eine Sprecherin am Freitagabend und bestätigte damit einen Bericht der "Bild"-Zeitung. Demnach wurden in den vergangenen elf Tagen insgesamt 219.000 Euro in Form von Reisegutscheinen an Fahrgäste ausgegeben, die in Zügen mit ausgefallenen Klimaanlagen schwitzen mussten.
Insgesamt waren rund 50 Zugverbindungen von defekten Klimaanlagen betroffen. In einem dramatischen Fall am 10. Juli wurde ein Zug in Bielefeld gestoppt. Mehrere Schüler waren wegen der Hitze im ICE kollabiert. Neun von ihnen kamen ins Krankenhaus. In den 219.000 Euro sind die von Bahnchef Rüdiger Grube zugesagten 500 Euro Schadensersatz für betroffene Fahrgäste noch nicht enthalten.
böl/dpa-AFX
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Meine ERrfahrungen mit der Bahn sind gut. Aber scheinbar versuchen jetzt Politiker, sich an dem Problem hochzuangeln. Das Kuehlsystem der Bahn ist auf "normale" Tempaturen in unseren Breitengraden ausgelegt. Auf [...] mehr...
Die Bahn hatte schon wieder ein größeres Problem? Ist an mir vorübergegangen. Aber auch egal - dass da fortlaufend Probleme sind, wissen wir ja alle schon. mehr...
nichts mehr los hier? am WE viel doch wieder die Klima im Tunnel vor Stuttgart aus und das Abendland ging nicht unter? :LOL mehr...
Der Abbruch des Themas ist wohl tatsächlich das Beste, weil es keinen Sinn macht, sich auf Nebenschauplätzen zu tummeln. Es ist aber symptomatisch für die Strukturprobleme unseres Verkehrswesens, wie sich Verantwortliche [...] mehr...
Glauben sie mir: Mein Blutdruck und auch mein Adrenalinspiegel sind vollkommen in Ordnung. Sie werden mir hoffentlich gestatten, zu Pauschalanwürfen Ihrerseits weiterhin Fragen zu stellen. Warum sollte mir wat wundern? Ich [...] mehr...
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