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28.07.2010
 

Nationalpark auf Rügen

Rund 200 Tonnen Kreidefelsen abgerutscht

"Königsstuhl": Wieder ist ein größerer Teil der Kreidefelsen abgebrochenZur Großansicht
DPA

"Königsstuhl": Wieder ist ein größerer Teil der Kreidefelsen abgebrochen

Ein Stück der vielbesuchten Rügener Kreideküste ist in die Tiefe gestürzt. Dabei wurden entgegen eines ersten Verdachts keine Menschen verletzt. Ungewöhnlich ist, dass die rund 200 bis 300 Tonnen Kreide und Mergel mitten im trockenen Hochsommer abbröckelten.

Sassnitz - An der Kreideküste der Insel Rügen sind am Dienstag rund 200 bis 300 Tonnen Gestein in die Tiefe gestürzt. Menschen wurden nach Polizeiangaben vom Mittwoch nicht verletzt. Touristen hatten am Abend etwa einen Kilometer nördlich von Sassnitz ein Donnern an der rund 80 Meter hohen Steilküste gehört und die Polizei alarmiert.

Daraufhin wurde eine Suche nach möglichen Verschütteten eingeleitet. Hunde einer Rettungsstaffel hätten am Dienstagabend bei einer Suche am Geröllfeld jedoch nicht angeschlagen. Auch würden keine Menschen vermisst. Der Nationalpark Jasmund mit seiner 13 Kilometer langen Kreideküste wird jährlich von rund anderthalb Millionen Gästen besucht.

"Bei dem Abbruch handelt es sich um ein vergleichsweise kleines Ereignis", sagte Michael Weigelt vom Nationalparkamt nach einer Inspektion der Abbruchstelle. Zum Vergleich: Beim Absturz der Kreideformation "Wissower Klinken" 2005 stürzten rund 50.000 Kubikmeter in die Tiefe.

Meldungen über den Abbruch lockten am Mittwoch Hunderte Touristen an die Stelle, wo sich nun auf einer Länge von rund 20 Metern Kreide und Mergel rund drei Meter hoch türmen. Die Gefahr weiterer Abstürze an der selben Stelle wird von den Experten als gering eingeschätzt. Sperrungen des Hochuferweges und des Standes sind daher aus Sicht des Nationalparkamtes nicht erforderlich.

Schneewäsche macht Felsen rein

Bei den Abbrüchen handelt es sich um natürliche Prozesse, wie das Amt erklärte. Verursacht werden die Abbauvorgänge durch versickernden Regen, Spaltenfrost und Wellenschlag. Ohne die Abbrüche wären die leuchtenden Kreideklippen längst von Pflanzen zugewuchert. Gerade in diesem Jahr leuchten sie aber dank der großen Wäsche durch den reichlichen Schnee des letzten Winters besonders hell.

Ungewöhnlich sei aber der Zeitpunkt des Absturzes mitten im trockenen Hochsommer. Ersten Angaben zufolge könnte eine unterirdische Wasserquelle den Abbruch forciert haben. Rettungskräfte hatten bei der Suche festgestellt, dass die Kreide feucht war.

Für Jochen Lamp vom Projektbüro Ostsee der Umweltorganisation WWF bedingen die "küstendynamischen Prozesse", dass nicht nur die Kreidesteilufer je nach Beschaffenheit und Material früher oder später vom Meer "gefressen" werden. Was dabei ins Wasser geht, wird an anderer Stelle wieder aufgespült.

"Ohne diese Vorgänge würde es die herrlichen Ostseestrände nicht geben, die überwiegend aus sandigen und feinkiesigen Abbruchmaterial bestehen", erklärte er. Kreide indes sei weniger zur Strandbildung geeignet, da sie im Meer weitgehend ausgeschwemmt wird.

abl/apn/dpa

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28.07.2010 von haltetdendieb: Es ist schade, dass wieder 200 Tonnen weg sind....

Aber zum Glück ist nichts passiert, das freut einen dann doch! Es ist nicht ohne Gefahr, in Rügen am Strand zu spazieren! Ein Blick muss immer nach oben gegen die Felsen gerichtet sein. Ansonsten bleibt: Rügen ist eine [...] mehr...

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