Action statt Schlafen Airbnb vermittelt Freizeitevents

Airbnb will sein Image verbessern und baut das Geschäft aus: Reisende in Deutschland sollen künftig auf der Plattform unter "Entdeckungen" Kochkurse und Stadttouren buchen können.

Robert Wunsch / Airbnb

Ein Street-Art-Workshop? Eine Kanutour? Oder ein meditativer Yoga-Walk? Derartige Aktivitäten sollen nun auch in ganz Deutschland über das Portal Airbnb buchbar sein: An diesem Freitag startet die Übernachtungsplattform den neuen Geschäftsbereich "Entdeckungen". Lokale Experten bieten darüber Aktivitäten an, die über herkömmliche Stadtfahrten hinausgehen sollen, teilte das Unternehmen mit.

"Einheimische zeigen den Besuchern ihre Lieblingsorte, die nicht so einfach in jedem Reiseführer zu finden sind. Die Experten kennen sich bestens in ihrer Stadt aus, nehmen sich Zeit für ihre Gäste und verdienen sich was dazu, mit etwas, das ihnen Spaß bringt", sagt Joe Zadeh, Chef der neuen Sparte, dem SPIEGEL. Für den Reisenden fühle sich das an, als würde er mit Freunden eine fremde Stadt erkunden, heißt es in der PR-Prosa des Unternehmens.

In Berlin können Gäste bereits seit Juni 2017 "Entdeckungen" buchen. Aktuell sind dort mehr als 130 im Angebot, die einen durchschnittlichen Preis von 43 Euro haben. Weltweit haben mehr als 300 Millionen Gäste nach Angaben von Airbnb bereits Reiseerlebnisse gebucht. In Los Angeles gibt es etwa Surfkurse, in Tokio Teezeremonien und in Rom Kochkurse. Bis Ende 2018 will Airbnb das Angebot der Entdeckungen auf 1000 Ziele weltweit ausweiten.

"Einzigartige Orte" auf der Massenplattform

Aber nicht jeder kann eine Tour auf Airbnb anbieten. Das Start-up wählt unter den Bewerbern die jeweils besten aus. Ein Stadt-Neuling etwa werde nicht für Airbnb als Guide aktiv sein. "Die Gastgeber sollen den Gästen einzigartige Orte zeigen, die Reisende nicht so einfach selbst mit einem Stadtplan finden würden", sagt Airbnb-Manager Zadeh.

Aus Airbnb, dem kuscheligen Wohnvermittler, über den Privatleute Unterkünfte anbieten oder mieten können, ist längst ein globaler Reisegigant geworden. Die vor zehn Jahren aus der Not geborene Vermittlungsplattform für Schlafgelegenheiten will einer der größten Übernachtungs- und Eventkonzerne der Welt werden.

Zuletzt führte das Unternehmen die Kategorie "Airbnb Plus" ein und verspricht Standards, die Hotels bieten, aber zum günstigeren Preis. Inzwischen ist das US-Start-up wertvoller als die fast hundertjährige Hilton-Gruppe und machte zuletzt einen Jahresumsatz von rund 2,6 Milliarden Euro.

hej

Mehr zum Thema


zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.