Arbeitskampf: Gericht verbietet Streik bei Air Berlin

Die Piloten von Air Berlin dürfen nicht wie angekündigt in dieser Woche streiken. Ein Gericht in Frankfurt untersagte den Ausstand auf Antrag der Fluggesellschaft. Seit Monaten kämpft die Pilotengewerkschaft für bessere Arbeitsbedingungen.

Air-Berlin-Maschine: Piloten müssen vorerst weiterfliegen Zur Großansicht
dpa

Air-Berlin-Maschine: Piloten müssen vorerst weiterfliegen

Frankfurt am Main - Bei Air Berlin wird es vorerst keine Arbeitsniederlegungen der Piloten geben. Das Frankfurter Arbeitsgericht untersagte am Dienstagabend auf Antrag der Fluggesellschaft den für Mitte der Woche angedrohten Streik.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hatte am Montag offen gelassen, wann genau die angekündigten Arbeitsniederlegungen beginnen sollten. Der Streik sollte sich aber auf das gesamte Bundesgebiet erstrecken, sagte Vereinigung-Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg.

Dazu wird es nun nicht kommen. Air Berlin hatte den Antrag auf eine Einstweilige Verfügung gegen den Streik damit begründet, dass bei der Urabstimmung für den Streik nur über einen Teil und nicht über das Gesamtpaket des Ende August erzielten Verhandlungskompromisses abgestimmt worden sei. Damit sei die Abstimmung aus Sicht des Unternehmens ungültig.

Eine Air-Berlin-Sprecherin sagte, die Fluggesellschaft habe in der Gerichtsverhandlung zunächst einen Kompromissvorschlag gemacht. Diesen habe die VC abgelehnt, woraufhin die Richterin den Streik untersagt habe.

Piloten fordern bessere Arbeitsbedingungen

Nun will die Pilotenvereinigung über das weitere Vorgehen beraten. "Tarifprobleme löst man nicht im Gerichtssaal", sagte Handwerg am Mittwoch. Air Berlin hatte die Gewerkschaft aufgefordert, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und gegebenenfalls einen Schlichter zu akzeptieren. Dazu habe man sich "noch keine abschließende Meinung" gebildet, betonte Handwerg. Es werde aber sicher erste Gespräche mit der Fluggesellschaft geben.

Die Tarifauseinandersetzung zwischen Air Berlin und der VC schwelt schon seit Monaten. Ende August hatten die Tarifparteien zwar einen ersten Durchbruch erzielt und einen Vorvertrag geschlossen, in dem sich die Seiten auf wichtige Eckpunkte für einen Tarifvertrag einigten.

Nach Angaben der VC kam es anschließend aber zu "unterschiedlichen Auslegungen der Vereinbarungen des Vorvertrags" bei der Ausarbeitung des endgültigen Tarifvertrages. Mitte Oktober hätten sich die Piloten dann mehrheitlich in einer Urabstimmung gegen den Inhalt des Vorvertrages ausgesprochen.

In den Tarifverhandlungen ging es um verbesserte Dienst-, Ruhe- und Bereitschaftszeiten für die Piloten. Außerdem verhandelten die Parteien über einheitliche Arbeitsbedingungen für alle Piloten der Air Berlin, zu der auch der Ferienflieger LTU gehört.

jok/fro/dpa/AFP/ddp

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Air Berlin
Der Konzern
Air Berlin ist die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft. Das Unternehmen setzt gut drei Milliarden Euro pro Jahr um und beschäftigt rund 8500 Mitarbeiter. In den vergangenen Jahren expandierte die Airline durch mehrere Übernahmen, etwa des Ferienfliegers LTU.
Der Chef
Joachim Hunold übernahm 1991 die Air Berlin Inc., die Passagiere von den USA in die deutsche Hauptstadt transportierte, und gründete die Air Berlin GmbH & Co. Luftverkehrs-KG. Seitdem steht Hunold, der zuvor unter anderem als Gepäckverlader gearbeitet hatte, an der Spitze des Unternehmens.