Tarifstreit: Bahn-Mitarbeiter starten bundesweite Warnstreiks
Ein Schneesturm im Norden, und dann noch das: Mitarbeiter der Bahn haben wegen eines Tarifstreits bundesweit mit Warnstreiks begonnen. Reisende müssen mit Verspätungen und Zugausfällen rechnen.
Berlin - Bei der Deutschen Bahn haben am frühen Montagmorgen bundesweite Warnstreiks begonnen. In Hamburg und Berlin legten zunächst rund hundert Bahn-Mitarbeiter ihre Arbeit nieder, wie die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) mitteilte. Auch in Kiel, Frankfurt und mehreren Städten in Sachsen traten Mitarbeiter in Stellwerken, Werkstätten sowie Reinigungskräfte in den Ausstand. Bahn-Reisende müssen sich bundesweit auf Zugausfälle und Verspätungen einstellen - unter diesem Link lässt sich ermitteln, ob der eigene Zug nach Plan fährt.
Die Warnstreiks wirkten sich bereits in den ersten Stunden erheblich auf den Zugverkehr aus. Dies betreffe den Nah- wie auch den Fernverkehr, sagte ein Bahn-Sprecher. Besonders Pendlerstrecken seien "stark betroffen". Vor allem Mitarbeiter in Stellwerken und Werkstätten hätten die Arbeit niedergelegt. Viele Züge könnten nicht bereitgestellt werden.
Hintergrund der Warnstreiks ist ein Tarifkonflikt. Am Montag sollen in Berlin die Tarifverhandlungen für die 130.000 Beschäftigten bei der Bahn fortgesetzt werden. Die Arbeitsniederlegungen seien eine Reaktion der Beschäftigten "auf ein bislang völlig unzureichendes Arbeitgeberangebot", sagte der Gewerkschaftssprecher.
Die Gewerkschaft war mit der Forderung nach 6,5 Prozent mehr Geld für ein Jahr in die Verhandlungen gegangen. Die Arbeitgeber hatten dagegen in einem ersten Schritt 2,4 Prozent mehr Geld in diesem und weitere zwei Prozent im nächsten Jahr sowie eine Einmalzahlung von 400 Euro angeboten.
Weitere Warnstreiks im Tagesverlauf
Gewerkschaftssprecher Michael Klein kündigte für den Tagesverlauf weitere Warnstreiks in ganz Deutschland an: "Es wird weitere Aktionen geben in allen Regionen des Landes und es werden sich unterschiedliche Beschäftigte aus verschiedenen Bereichen an diesen befristeten Warnstreiks beteiligen." Die Gewerkschaft hatte bereits am Wochenende angekündigt, Stellwerke und Werkstätten zu bestreiken und Züge nicht fahrbereit zu machen.
Bei Pendlern und Reisenden warb Klein um Verständnis: "Wir wollen die Reisenden nicht treffen, wir wissen, dass wir die Reisenden treffen werden."
Details zu den Auswirkungen des Streiks sind laut Bahn unter anderem erhältlich unter der Kunden-Hotline 01805 99 66 33 sowie in den Reisezentren der DB.
yes/dpa
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