Angebot für Fernreisende Bahn will offenbar City-Ticket ausweiten

Bislang galt das City-Ticket nur für Bahncard-Nutzer: Die Deutsche Bahn will laut einem Zeitungsbericht nun auch andere Fernreisende den Nahverkehr am Start- und Zielbahnhof kostenlos nutzen lassen.

ICE der Bahn in Frankfurt am Main (Archiv)
DPA

ICE der Bahn in Frankfurt am Main (Archiv)


Die Deutsche Bahn plant laut einem Zeitungsbericht, das City-Ticket auf fast alle gebuchten Reisen im Fernverkehr auszuweiten. Das Angebot, das zur kostenlosen Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs am Start- und Zielbahnhof berechtigt, solle ab August auch für Kunden mit einem Spar- sowie Flexpreisticket gelten, berichtete die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Bahnkreise.

Eine offizielle Bestätigung für die Ausweitung gibt es bislang nicht. Bahn und der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen wollen um 11 Uhr ihre Pläne zu neuen Angeboten für Fernverkehrskunden präsentieren.

Kommt es so, wie die "Bild"-Zeitung berichtet, ist eine Buchung mit Bahncard für ein City-Ticket künftig nicht mehr notwendig. Fast alle Bahnkunden sollen dem Bericht zufolge den öffentlichen Nahverkehr in 126 Städten nutzen können, sofern die Zugstrecke mindestens einhundert Kilometer betrage.

Dem Bericht zufolge soll es von August an zudem dauerhaft den Super-Sparpreis für 19,90 Euro für eine Fahrt in der 2. Klasse geben. Dieses Angebot beinhalte jedoch kein City-Ticket und sei nur in limitierter Anzahl verfügbar.

apr/AFP

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insgesamt 8 Beiträge
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marc.koch 28.05.2018
1. Im Preis enthalten, ...
... aber nicht kostenlos.
Strangelove 28.05.2018
2. und was ist mit Wochen-, Monats- oder Jahreskarten?
das wäre ein wegweisender Schritt auch wenn ich nicht daran glaube, dass das kommt, denn dann muss man sich was einfallen lassen wie man zwischen der Nutzung des Nahverkehrs und im Zusammenhang mit der tatsächlichen Fernreise unterscheidet. Für Pendler, denen zwei weitere Abos für den Nahverkehr dann doch zu teuer sind, wäre das ein Segen.
BassErstaunt 28.05.2018
3. Und tschüss, BahnCard
Die Strategie der Bahn scheint zu sein: Reguläre Kunden mit Hochpreisen vergraulen, Stammkunden loswerfen, indem man Bahncard-Vorteile schleift und dafür die Züge mit Billigreisenden auslasten. Kann man machen, erhöht die Reisenden-Zahlen... aber senkt sicher den Gewinn. Bahnreisen in der ersten Klasse sind jedenfalls schon in den letzten Jahren deutlich unattraktiver geworden, seit Kegelclubs und Aida-Reisende in Gruppen die Großraumabteile zu Discountpreisen stürmen. Wo man früher spontan fahren und in Ruhe arbeiten konnte, herrscht heute Enge und hohe Sitzplatzbuchungsdichte (viele verfallen, waren ja eh kostenlos, man weiß aber nie, wo man bei spontanen Reisen sitzen kann). Der Kegelclub nebenan kniffelt, die Fußballtruppe 3m weiter trinkt sich warm und freut sich lautstark, dass der Sparpreis 1. Klasse billiger als die 2.-Klasse-Tickets war, die es nur noch zum Normalpreis gab. Ich habe da keine Berührungsängste - aber so eine Fahrt ist mir halt nicht mehr den Flexpreis 1. Klasse oder gar die BC100 wert. Dass ist Transport statt Reise - und die Bahn damit ein Billigprodukt. Dazu passen dann auch IC2 und ICE4 mit ihrem reduzierten Sitzkomfort auf Nahverkehrs-Niveau. Interessante Strategie, der Bahn-Experten und Restpolitiker.
keksguru 28.05.2018
4. ist ein löchriges System
für Bahncard als auch Firmenkunden gibt es das zwar schon lange, aber wer ein Fahrtziel außerhalb einer Großstadt hat trifft immer wieder auf lokale Verkehrsunternehmen, die diese Regelung ignorieren oder wo die Busfahrer nichts wissen, dann per Funk nachfragen, und dann noch frotzelinge Antworten kommen "so nun haben sie ihre Freifahrt aber wir fahren 10 Minuten zu spät los".
cabotine 28.05.2018
5. es geht nicht um Gewinn
Zitat von BassErstauntDie Strategie der Bahn scheint zu sein: Reguläre Kunden mit Hochpreisen vergraulen, Stammkunden loswerfen, indem man Bahncard-Vorteile schleift und dafür die Züge mit Billigreisenden auslasten. Kann man machen, erhöht die Reisenden-Zahlen... aber senkt sicher den Gewinn. Bahnreisen in der ersten Klasse sind jedenfalls schon in den letzten Jahren deutlich unattraktiver geworden, seit Kegelclubs und Aida-Reisende in Gruppen die Großraumabteile zu Discountpreisen stürmen. Wo man früher spontan fahren und in Ruhe arbeiten konnte, herrscht heute Enge und hohe Sitzplatzbuchungsdichte (viele verfallen, waren ja eh kostenlos, man weiß aber nie, wo man bei spontanen Reisen sitzen kann). Der Kegelclub nebenan kniffelt, die Fußballtruppe 3m weiter trinkt sich warm und freut sich lautstark, dass der Sparpreis 1. Klasse billiger als die 2.-Klasse-Tickets war, die es nur noch zum Normalpreis gab. Ich habe da keine Berührungsängste - aber so eine Fahrt ist mir halt nicht mehr den Flexpreis 1. Klasse oder gar die BC100 wert. Dass ist Transport statt Reise - und die Bahn damit ein Billigprodukt. Dazu passen dann auch IC2 und ICE4 mit ihrem reduzierten Sitzkomfort auf Nahverkehrs-Niveau. Interessante Strategie, der Bahn-Experten und Restpolitiker.
Es mag sie überraschen: es geht nicht um Gewinn, sondern darum so viele Menschen wie möglich aus dem Individualverkehr zu gewinnen. Leere 1.Klasse-Abteile sind dabei eher hinderlich, auch wenn "reguläre" Kund/-innen, wie Sie vielleicht vergrault werden. Ich bin auch kein Fan von Menschen, die sich nicht so zu verhalten wissen, dass sie andere nicht belästigen. Aber das tun auch "reguläre" Kund/-innen, die lautstark Arbeitsgespräche führen. Auch wenn es Ihrem Verständnis von elitärem Reisen nicht entsprechen mag, volkswirtschaftlich sinnvoll ist es sicher.
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