Bundesweite Proteste Tausende demonstrieren gegen Fluglärm

Allein in Berlin kamen laut dem Veranstalter etwa 10.000 Menschen zusammen: An sechs deutschen Flughäfen haben am Samstag Aktionen gegen Fluglärm stattgefunden - die Teilnehmer wandten sich gegen Nachtflüge und den Ausbau von Start- und Landebahnen.

dapd

Hamburg - Tausende Menschen haben an den größten deutschen Flughäfen gegen Fluglärm protestiert. Demonstrationen gab es an sechs Airports: Am künftigen Großflughafen Berlin-Schönefeld versammelten sich den Veranstaltern zufolge rund zehntausend Menschen, auch am Frankfurter Flughafen kamen mehrere tausend zusammen.

Am Münchner Airport wurde mit bis zu 500 Demonstranten gerechnet, in Leipzig/Halle waren es rund 200 Fluglärmgegner. Im Flughafen Köln-Bonn demonstrierten 450 Nachtfluggegner, in Düsseldorf machten etwa 250 Anwohner ihrem Ärger Luft. Laut Polizei kam es weder zu Beeinträchtigungen für die Fluggäste noch zu Verkehrsbehinderungen.

Die Aktion am neuen Flughafen in Schönefeld, der Anfang Juni in Betrieb gehen soll, stand unter dem Motto "Fluglärm macht krank". In der Region kämpfen Bürgerinitiativen seit Monaten erbittert um die künftigen Flugrouten. Mehrere Redner unterstrichen die Forderung nach einem strikten Nachtflugverbot zwischen 22 und 6 Uhr. Dem Airport-Betreiber zufolge wird zunächst mit 40 nächtlichen Start- und Landeanflügen gerechnet.

In München setzen sich das Aktionsbündnis Aufgemuckt und der Bund Naturschutz vor allem gegen den Bau der dritten Startbahn ein. "Es kann nicht sein, dass wir den innerdeutschen Flugverkehr ausbauen, obwohl wir ein gut ausgebautes Straßen- und Schienennetz haben", sagte Florian Sperk vom Bund Naturschutz. Die Münchner stimmen voraussichtlich am 17. Juni in einem Bürgerbegehren über die dritte Start- und Landebahn ab.

Im Prozess um ein dauerhaftes Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen will das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am 4. April das Urteil verkünden. Derzeit gilt in Frankfurt ein vorläufiges Flugverbot zwischen 23 Uhr und 5 Uhr, das der Verwaltungsgerichtshof Kassel verhängt hatte. Nach ersten Signalen des Bundesverwaltungsgerichts dürfen sich die Anwohner Hoffnungen auf eine Bestätigung des Urteils aus erster Instanz machen.

hut/dapd/dpa



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Seite 1
friedenspfeife 24.03.2012
1. Na bei den Massen
Zitat von sysopdapdAllein in Berlin kamen laut dem Veranstalter etwa 10.000 Menschen zusammen: An sechs deutschen Flughäfen haben am Samstag Aktionen gegen Fluglärm stattgefunden - die Teilnehmer wandten sich gegen Nachtflüge und den Ausbau von Start- und Landebahnen. http://www.spiegel.de/reise/deutschland/0,1518,823534,00.html
kann man ja schon fast von einer Revolution sprechen. Um nicht das Wort "Volksaufstand" zu gebrauchen. Als vor nicht mal einem Monat ungefaehr die gleiche Anzahl Demonstranten in Moskau gegen Putin demonstrieten war auf SPON vom Volksaufstand die Rede.
paretooptimal 24.03.2012
2. Flüge verteuern
Alle wollen immer billig fliegen, aber keiner will den Fluglärm haben. Wo sollen die Flugplätze denn in Deutschland hin? Das Land ist zersiedelt oder sollen die Flugplätze alle in der Einöde Ostdeutschlands gebaut werden. Die Idee wär ja nicht verkehrt, nur dann motzen die Leute wieder wegen der langen Anreise.
veremont 24.03.2012
3. Ich hab da mal ne Frage...
Ich weiß ja nicht wie das mit der Organisation von Flügen ist, aber kann es nicht sein, dass Nachtflüge in manchen Fällen unausweichlich sind? Wenn ich mir mal die Randbedingungen "Reisezeit" und "Zeitzonen" so anschaue? Man kann ja nicht nur am Tage fliegen, da würden dann ja nur Vormittags Abflüge gestartet werden und Nachmittags lässt man alle ankommen? Was ist bei Flügen die deutlich länger dauern? Sollen die dann in der Luft warten bis die Sonne am Ankunftsort wieder aufgeht? Können die vielleicht nicht später losfliegen, weil das Land des Abflugortes auch keine Nachtflüge mehr erlaubt? Könnte es dann Verbindungen zwischen zwei Nachtflugverbotländern geben die gar nicht mehr möglich sind ohne Schleifchen drehen? Ohman Fragen über Fragen... Wo kann man in Deutschland einen Flughafen bauen der auch in der Nacht angeflogen werden kann? geht das überhaupt ohne dass irgendeine Siedlung überflogen wird? "Es kann nicht sein, dass wir den innerdeutschen Flugverkehr ausbauen, obwohl wir ein gut ausgebautes Straßen- und Schienennetz haben", sagte Florian Sperk vom Bund Naturschutz. Doch Herr Sperk, das kann sein, weil die Kosten für die Nutzung des Schienenverkehrs eine Frechheit sind und ich mir lieber ins Knie Schieße bevor ich mir ein Bahnticket kaufe. Da fahr ich lieber (trotz der Benzinpreise momentan) mit dem Auto günstiger oder schneller und noch günstiger mit dem Flugzeug. Bahn ist Murks. Wenn dann schon lieber Fernbus.
Skeptisch 24.03.2012
4.
Zitat von sysopdapdAllein in Berlin kamen laut dem Veranstalter etwa 10.000 Menschen zusammen: An sechs deutschen Flughäfen haben am Samstag Aktionen gegen Fluglärm stattgefunden - die Teilnehmer wandten sich gegen Nachtflüge und den Ausbau von Start- und Landebahnen. http://www.spiegel.de/reise/deutschland/0,1518,823534,00.html
Ach, sind das etwa die, die jedes Jahr etwa zweimal in Urlaub fliegen ? Bekanntermaßen sind die Deutschen ja "Reiseweltmeister". Aber alles das bitte nicht vor meiner Haustüre. Ich wohne im Rhein-Main-Gebiet. Nähe Frankfurt. Und einige Menschen haben schon versucht mir einzureden, wie unerträglich der Fluglärm für mich doch sein muß. Ich habe allerdings noch kaum was davon bemerkt. Sowohl die im (Kinzig)Tal verlaufende Autobahn als auch die Bahnlinie verursachen wesentlich mehr Lärm (Güterzüge haben kein Nachtfahrtverbot...) Und wenn die Nachbarskinder im Garten toben, dann ist der Lärmpegel wesentlich höher als der eines Flugzeuges. Abgesehen davon habe ich (wie viele andere Menschen) lange Zeit in Frankfurt an einer stark befahrenen Innenstadtstraße gewohnt. Hätte ich gegen die Autos demonstrieren sollen ? Oder ein "Nachtfahrverbot" verlangen sollen ? Hier (Kinzigtal/Hessen) wohnen jede Menge Menschen entlang Autobahn/Bahnstrecke, aber noch keiner wäre auf die Idee gekommen, dagegen zu demonstrieren. Ich denke, zwischen 23.00 und 6.00 Uhr sollte am Himmel Ruhe herrschen. Aber ansonsten sollte man entweder damit leben oder wegziehen. Nach Stuttgart 21 gibt es jetzt wohl einen neuen Hype, den Fluglärm.
wt@dd 24.03.2012
5. Tja
Zitat von veremontIch weiß ja nicht wie das mit der Organisation von Flügen ist, aber kann es nicht sein, dass Nachtflüge in manchen Fällen unausweichlich sind? Wenn ich mir mal die Randbedingungen "Reisezeit" und "Zeitzonen" so anschaue? Man kann ja nicht nur am Tage fliegen, da würden dann ja nur Vormittags Abflüge gestartet werden und Nachmittags lässt man alle ankommen? Was ist bei Flügen die deutlich länger dauern? Sollen die dann in der Luft warten bis die Sonne am Ankunftsort wieder aufgeht? Können die vielleicht nicht später losfliegen, weil das Land des Abflugortes auch keine Nachtflüge mehr erlaubt? Könnte es dann Verbindungen zwischen zwei Nachtflugverbotländern geben die gar nicht mehr möglich sind ohne Schleifchen drehen? Ohman Fragen über Fragen... Wo kann man in Deutschland einen Flughafen bauen der auch in der Nacht angeflogen werden kann? geht das überhaupt ohne dass irgendeine Siedlung überflogen wird? "Es kann nicht sein, dass wir den innerdeutschen Flugverkehr ausbauen, obwohl wir ein gut ausgebautes Straßen- und Schienennetz haben", sagte Florian Sperk vom Bund Naturschutz. Doch Herr Sperk, das kann sein, weil die Kosten für die Nutzung des Schienenverkehrs eine Frechheit sind und ich mir lieber ins Knie Schieße bevor ich mir ein Bahnticket kaufe. Da fahr ich lieber (trotz der Benzinpreise momentan) mit dem Auto günstiger oder schneller und noch günstiger mit dem Flugzeug. Bahn ist Murks. Wenn dann schon lieber Fernbus.
Sie tun ja schon fast so, als wäre ein Leben ohne ständiges Fliegen unmöglich! Dabei ist es noch gar nicht so lange her, da war Fliegen eher die Ausnahme als die Regel. Heute wird wegen jedem Sch**ss quer durch die Republik geflogen. Genauso ist ein Urlaub nur ein Urlaub, wenn er an einem Flughafen beginnt. Muss das wirklich sein? Vielleicht muss man einfach mal grundsätzlich umdenken! Dann ist ihre Problematik von angeblich unausweichlichen Nachtflügen schnell vom Tisch. Flugverkehr in den Nachtstunden macht krank (das ist bewiesen!) und ist eine absolute Zumutung für alle davon Betroffenen. Hier darf nicht der Egozentrismus, der Spass am Malle Urlaub vor der Gesundheit dieser Menschen gehen. Dazu muss man gar nicht selbst betroffen sein, sondern versetzt sich einfach mal in die Lebenssituation solcher Menschen, die in diesen Schneisen leben müssen. Und ihr Gewetter gegen die Bahn und ihr flammendes Bekenntnis zum Fliegen blendet ja mal komplett aus, das aus für niemanden nachvollziehbaren Gründen Kerosin von der Besteuerung ausgenommen ist, während die Bahn z.B. alle erdenklichen Steuern (u.a. auch die Ökosteuer) schultern muss und einer der ganz grossen Umweltverschmutzer, der Flugverkehr, ausgenommen ist. Von denen klimatischen Folgen zunehmenden Flugverkehrs (Stichwort Wolkenbildung) rede ich erst gar nicht. Also vielleicht erst mal die Fakten checken, bevor man so los redet!
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