Berlin S-Bahn wusste von Schwächen der Räder

Das Chaos auf Berlins Gleisen im Frühjahr hätte vermieden werden können. Nach Informationen des SPIEGEL hat die Berliner Bahn-Tochter schon frühzeitig über Mängel an den S-Bahn-Rädern Bescheid gewusst.

Berliner S-Bahn: Die Deutsche-Bahn-Tochter kannte die Probleme frühzeitig
DPA

Berliner S-Bahn: Die Deutsche-Bahn-Tochter kannte die Probleme frühzeitig


Berlin - Die Verantwortlichen der Berliner S-Bahn hatten frühe Indizien, dass die Räder ihrer Züge nicht der gültigen Prüfnorm entsprechen. Das meldet DER SPIEGEL und beruft sich auf ein Schreiben des Radsatzproduzenten Rafil an den Verkehrsbetrieb der Hauptstadt.

Im März 2005 hatte der Hersteller der Räder den S-Bahn-Betreiber unterrichtet, dass die Radscheiben der Zugbaureihen 481 und 482 den Kriterien der damals verschärften Normvorgaben schwer standhalten würden, von erneuten Prüfstandsversuchen aber abgeraten. Stattdessen sollte sich die Bahn mit einer Berechnung begnügen, um die Freigabe zu erteilen, was einen klaren Verstoß gegen die Zulassungsbestimmungen bedeutet.

Als es im Mai zu einem Radbruch kam, ließ die DB AG die Räder untersuchen und stellte fest, dass sie "nicht dauerfest im Sinne der Vorschriften" seien. Diese und andere technische Pannen brachten den öffentlichen Nahverkehr in der Hauptstadt teilweise zum Erliegen.

Nach letzten Informationen ist dem Konzern durch die Chaostage ein Schaden von Hunderten Millionen Euro entstanden. Inzwischen hat die Deutsche Bahn unabhängige Ermittler eingesetzt, um die Unregelmäßigkeiten bei der Wartung aufzuklären.

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